BAUCHSPEICHELDRÜSENKREBS (PANKREASKARZINOM)

An Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) erkranken nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts jedes Jahr in Deutschland etwa 19.000 Menschen. Die Ursachen für Pankreaskrebs sind bisher unbekannt, allerdings gibt es verschiedene Faktoren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen können.

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Aufbau der Bauchspeicheldrüse

Alles, was ein Mensch isst und trinkt, muss verdaut, also für den Energie- und Stoffwechselhaushalt zerkleinert und verwertet werden. Diese lebenswichtige Aufgabe übernimmt zu einem erheblichen Teil die Bauchspeicheldrüse. Wie funktioniert dieses Organ? Wie ist es aufgebaut?

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt im mittleren Bereich der oberen Bauchhöhle, zwischen Milz und Leber in einer C-förmigen Schleife des Zwölffingerdarms. Vorne ist sie mit Bauchfell überzogen, hinten mit der hinteren Bauchwand verwachsen. Die Drüse ist zirka 15 bis 20 Zentimeter lang und wiegt 60 bis 80 Gramm. Sie lässt sich in drei Abschnitte unterteilen.

Abschnitte der Bauchspeicheldrüse:

  • Der Kopf, der sich in die Biegung der Zwölffingerdarmschlinge schmiegt
  • Der Körper, der die Wirbelsäule und die Hauptschlagader überquert und
  • Der Schwanz, der sich bis zur Milz erstreckt

Funktion der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse ist in zweierlei Hinsicht ein lebenswichtiges Organ. Ihr Gewebe besteht aus einem exokrinen und einem endokrinen Anteil.

In ihrem exokrinen Teil produziert sie täglich zirka 1,5 Liter Pankreassaft, der über das Gangsystem der Bauchspeicheldrüse in den Zwölffingerdarm abgegeben wird. Dieser enthält verschiedene Verdauungsenzyme, die notwendig sind, um die einzelnen Nahrungsbestandteile aufzuschließen. Besonders wichtig sind dabei die Enzyme Amylase (für die Verdauung der Kohlenhydrate) und Lipase (für die Verdauung der Fette). Außerdem produziert die Bauchspeicheldrüse Proteasen, die Eiweiße spalten und für deren Verdauung wichtig sind.

Im endokrinen Teil produziert die Bauchspeicheldrüse in besonderen Zellen, den Pankreasinseln, die Hormone Insulin und Glukagon. Sie kontrollieren den Blutzuckerspiegel. Insulin ist auch für den Stoffwechsel der Fette und Proteine lebenswichtig.

Hinweis: Fällt die eine oder die andere dieser beiden Funktionen der Bauchspeicheldrüse aus, ist dies unbehandelt auf Dauer lebensbedrohlich.

Produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin, steigt der Zuckergehalt im Blut an. Diese Unterfunktion und deren Folgen werden als Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bezeichnet.

Funktioniert der exokrine Anteil der Bauchspeicheldrüse falsch oder gar nicht, kann die Nahrung nicht mehr richtig verdaut und aufgenommen werden. Die Folgen: Der Erkrankte nimmt ab, der Organismus zehrt aus.

Die soeben beschriebenen Funktionen der Bauchspeicheldrüse kann man prüfen: Zum Beispiel lassen sich das Stuhlfett oder die eiweißspaltenden Enzyme im Stuhl bestimmen. Die Hormonproduktion der Bauchspeicheldrüse lässt sich unter anderem über den Blutzuckerspiegel messen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Ursachen

Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs sind die Ursachen oft unklar. Wissenschaftliche Untersuchungen haben aber einige Risiken nachweisen können: Dazu gehören etwa Rauchen und Alkohol. Ein weiterer wichtiger Faktor für eine Erkrankung am Pankreaskarzinom ist die familiäre Belastung.

Krebs ist der Überbegriff für bösartige Neuerkrankungen beziehungsweise Tumoren, die aus veränderten Zellverbänden entstehen. Diese Veränderung ist der entscheidende Schritt von einer normalen Zelle zu einer bösartigen Tumorzelle. Sie vermehrt sich dann ungehindert, bis schließlich viele Millionen Zellen eine Geschwulst bilden. Schreitet die Erkrankung weiter fort, können Tumorzellen dann auch in benachbarte Gewebe und Organe wandern und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland statistisch gesehen 25,3 von 100.000 Männern und 23,3 von 100.000 Frauen an Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom). Insgesamt erhalten zirka 19.900 Menschen pro Jahr diese Diagnose. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 72 Jahren, für Frauen bei 76 Jahren. In 70 bis 75 Prozent der Fälle liegt der Tumor im Bereich des Pankreaskopfes, in 20 Prozent im Pankreaskörper und in fünf bis zehn Prozent im Schwanz des Organs. Die Krebszellen sind entartete, ungehemmt wachsende Zellen, die vom exokrinen Anteil der Drüse ausgehen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Risikofaktoren

Für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind die Ursachen bisher nicht eindeutig geklärt. Es gibt aber bestimmte Faktoren, die Ihr Risiko erhöhen, an einem Pankreaskarzinom zu erkranken. Dazu gehört auch der individuelle Lebensstil.

Wichtig: Gesichert ist der schädliche Einfluss des Rauchens. Bei Rauchern findet sich das Pankreaskarzinom zwei- bis dreimal häufiger als bei Nichtrauchern.

Auch Alkohol ist ein Risikofaktor: Je mehr Alkohol ein Mensch trinkt, desto mehr steigt das Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Denn übermäßiger Alkoholkonsum führt häufig zu einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis).

Ein erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs haben auch Menschen, die unter Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) leiden.

Ob und inwieweit eine Ernährung mit viel tierischen Fetten das Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, erhöht, wird noch diskutiert.

Familiäre Vorbelastung für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das familiäre Risiko als Bauchspeicheldrüsenkrebs-Ursache. Sind zwei oder mehrere Angehörige ersten Grades (zum Beispiel Eltern / Geschwister) an einem Pankreaskarzinom erkrankt oder sind betroffene Angehörige zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 50 Jahre, besteht ein erhöhtes Risiko, dass weitere Familienmitglieder ebenfalls an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken. Weitere Informationen zum familiären Pankreaskarzinom erhalten Sie beim INFONETZ KREBS der Deutschen Krebshilfe.

Wichtig: Wenn von den genannten Risikofaktoren einer auf Sie zutrifft oder sogar mehrere, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Sie erkranken werden. Aber Ihr persönliches Risiko ist erhöht. Achten Sie auf Veränderungen in Ihrem Körper und gehen Sie zum Arzt, wenn Ihnen etwas seltsam vorkommt.

Sie können Ihr persönliches Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, verringern: Bewegen Sie sich regelmäßig, ernähren Sie sich ausgewogen, rauchen Sie nicht und trinken Sie wenig oder gar keinen Alkohol.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Symptome

Anfangs verursacht Bauchspeicheldrüsenkrebs kaum Symptome. Meist sind sie dann so allgemein und uncharakteristisch, dass sie auch eine ganz andere Ursache haben können. Gehen Sie bei möglichen Bauchspeicheldrüsenkrebs-Symptomen frühzeitig zu Ihrem Arzt. Er kann untersuchen, woran es liegt – und die nächsten Schritte einleiten.

Das Pankreaskarzinom verursacht in den meisten Fällen erst in einem fortgeschrittenen Stadium Beschwerden. Dies macht eine frühzeitige Erkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs besonders schwierig. Beobachten Sie daher Ihren Körper aufmerksam und achten Sie auf Veränderungen und mögliche Bauchspeicheldrüsenkrebs-Symptome.

Überlegen Sie auch, ob einer oder mehrere der zuvor erwähnten Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs auf Sie zutreffen. Wenn Sie längere Zeit Beschwerden haben, verharmlosen Sie sie nicht („Das gibt sich schon wieder von allein.”).

Wichtig: Auch wenn es keine typischen Warnzeichen für Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt: Gehen Sie bei den im Folgenden genannten Beschwerden zu einem Arzt, damit er der Ursache auf den Grund gehen kann.

Häufige Bauchspeicheldrüsenkrebs-Symptome

  • Missempfindungen vorwiegend im Ober- und Mittelbauch, die in die Wirbelsäule ausstrahlen und
    • sich nicht bessern, auch wenn Sie spezielle Medikamente einnehmen (zum Beispiel um eine Magenschleimhautentzündung zu behandeln)
    • länger als zwei Wochen anhalten
    • unterschiedlich stark sind
  • Fortschreitender Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit
  • Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung
  • Verstärkte Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit
  • Nachtschweiß und Fieber
  • Gelbfärbung der Haut und der Bindehaut der Augen
  • Neu diagnostizierte Zuckerkrankheit
  • Tastbare Veränderungen im Bauch

Hinweis: Diese Warnzeichen können natürlich auch bei anderen, gutartigen Erkrankungen auftreten. Die Ursache für Ihre Beschwerden kann nur ein Arzt feststellen, deshalb gehen Sie bald zu Ihrem Arzt. Wenn er einen harmlosen Grund findet, können Sie beruhigt sein. Sollte aber Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt werden, sind die Heilungschancen größer, je früher die Erkrankung erkannt wird.

Schmerzen im Oberbauch

Ein chronischer, häufig als dumpf und tief empfundener Schmerz im Oberbauch ist ein unspezifisches Bauchspeicheldrüsenkrebs-Symptom, das viele Ursachen haben kann. Bis zu 80 Prozent der Betroffenen mit einem Pankreaskarzinom berichten über Oberbauch- oder auch Rückenschmerzen, die sich daraus ergeben, dass die Bauchspeicheldrüse direkt über der Wirbelsäule liegt.

Übelkeit und Erbrechen

Darüber hinaus kann Bauchspeicheldrüsenkrebs zu Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen führen, wenn er den Zwölffingerdarm oder den Magenausgang einengt.

Neu aufgetretene Zuckerkrankheit

Wenn die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin produziert, führt dies zur Zuckerkrankheit. Bei etwa 15 Prozent der Betroffenen ist dies das erste Anzeichen für Pankreaskrebs. Es kann bereits ein bis zwei Jahre auftreten, bevor sich andere Symptome zeigen.

Gelbsucht

Ein erstes Bauchspeicheldrüsenkrebs-Symptom für einen Tumor im Pankreaskopf kann eine Gelbsucht (Ikterus) sein. Denn der Bauchspeicheldrüsenkopf und der Gallengang liegen eng beieinander. Die Verdauungssäfte der Bauchspeicheldrüse und die in der Leber produzierte Gallenflüssigkeit erreichen den Zwölffingerdarm an ein- und derselben Stelle (Vater’sche Papille). In der Regel führt der unterste Teil des Gallengangs sogar durch einen Teil des Pankreaskopfes. Ist dieser Weg ganz oder teilweise durch ein Pankreaskarzinom blockiert und damit der Galleabfluss behindert, färben sich die Haut und die Bindehaut des Auges gelb – ein typisches Anzeichen für eine Gelbsucht. Der Urin wird dunkel, der Stuhlgang hell. In der Mehrzahl der Fälle verursacht diese Gelbsucht keine oder nur leichte Schmerzen. Sie wird deshalb als schmerzloser Ikterus bezeichnet.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Diagnose

Eine frühzeitige Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist wichtig, denn je früher eine bösartige Erkrankung erkannt wird, desto besser sind in vielen Fällen die Heilungs- und Überlebenschancen. Allerdings haben viele Menschen Angst davor, in eine medizinische Mühle zu geraten, wenn sie den Verdacht haben, dass sie an Krebs erkrankt sein könnten. Deshalb schieben sie den Besuch beim Arzt immer weiter hinaus. So verständlich diese Angst auch ist: Es ist wichtig, dass Sie möglichst bald zum Arzt gehen.

Denn: Je früher eine bösartige Erkrankung erkannt wird, desto besser sind in vielen Fällen die Heilungs- und Überlebenschancen.

Die Untersuchungen im Rahmen der Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs sollen folgende Fragen klären:

  • Haben Sie wirklich einen Tumor?
  • Ist dieser gut- oder bösartig?
  • Welche Krebsart ist es genau?
  • Wo sitzt der Tumor?
  • Wie ist Ihr Allgemeinzustand?
  • Wie weit ist die Erkrankung fortgeschritten?
    Gibt es Tochtergeschwülste (Metastasen)?
  • Mit welcher Behandlung kann für Sie der beste Erfolg erreicht werden?
  • Welche Behandlung kann Ihnen zugemutet werden?

Wichtig: Eine Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs lässt sich nur dann sinnvoll planen, wenn vorher genau untersucht worden ist, woran Sie leiden.

Dabei haben die einzelnen Untersuchungen zwei Ziele: Sie sollen den Verdacht, dass Sie an einem Pankreaskarzinom erkrankt sind, bestätigen oder ausräumen. Wenn sich der Verdacht bestätigt, müssen Ihre behandelnden Ärzte ganz genau feststellen, wo der Tumor sitzt, wie groß er ist, aus welcher Art von Zellen er besteht und ob er vielleicht schon Tochtergeschwülste gebildet hat.

Ihr Arzt wird Ihnen erklären, welche Untersuchungen notwendig sind, um die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs zu sichern. Meist wird es mehrere Tage oder sogar Wochen dauern, bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind und die Ergebnisse vorliegen. Werden Sie dabei nicht ungeduldig, denn je gründlicher Sie untersucht werden, desto genauer kann die weitere Behandlung des Pankreaskrebs auf Sie festgelegt werden.

Wenn alle Ergebnisse vorliegen, wird Ihre Behandlung geplant. Ihr Arzt wird Ihnen genau erklären, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, wie sich die Behandlung auf Ihr Leben auswirkt und mit welchen Nebenwirkungen Sie rechnen müssen. Die endgültige Entscheidung über Ihre Behandlung des Bauchspeicheldrüsenkrebses werden Sie gemeinsam mit den behandelnden Ärzten treffen. Dabei ist es von Anfang an wichtig, dass sich ein vertrauensvolles Patienten-Arzt-Verhältnis entwickelt.

Hinweis: Fühlen Sie sich allerdings bei Ihrem behandelnden Arzt nicht gut aufgehoben oder möchten Sie, dass ein anderer Arzt die vorgeschlagene Behandlung bestätigt, dann scheuen Sie sich nicht, eine zweite Meinung bei einem anderen (Fach-)Arzt einzuholen (Stichwort: Patientenrechte).

Ihre Krankengeschichte (Anamnese)

Im Rahmen der Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs wird der Arzt nach Ihren aktuellen Beschwerden fragen und wie lange Sie diese schon haben. Er wird sich auch danach erkundigen, welche Krankheiten Sie früher bereits hatten und welche Sie vielleicht im Augenblick gerade haben. Auch Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs sind für ihn wichtig. Denken Sie auch daran, dass Sie Ihrem Arzt sagen, welche Medikamente Sie einnehmen, auch ergänzende Mittel, die Ihnen kein Arzt verordnet hat (zum Beispiel Johanniskraut oder Ginkgopräparate oder grüner Tee). Denn diese Substanzen können Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen.

Tipp: Vielleicht machen Sie sich vor dem Arztbesuch schon ein paar Notizen, damit Sie in dem Gespräch auch an alles denken.

Beschreiben Sie Ihrem Arzt all Ihre Beschwerden und Vorerkrankungen. Selbst Einzelheiten, die Ihnen unwichtig erscheinen, können für Ihren Arzt wichtig sein. Dazu gehören auch Informationen darüber, ob Sie vielleicht in Ihrem Beruf Faktoren ausgesetzt sind, die das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöhen können. Der Arzt wird Sie aber auch nach bestimmten Dingen fragen und sich so ein umfassendes Bild machen.

Wichtig: Auch wenn Bauchspeicheldrüsenkrebs kein medizinischer Notfall ist: Sollten Sie typische Symptome haben und deshalb der Verdacht bestehen, dass Sie ein Pankreaskarzinom haben, sollte Ihr Arzt schnell weitere Untersuchungen veranlassen, damit die Behandlung beginnen kann.

 

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Blutwerte

Ihr Blut ist eine wichtige Informationsquelle: Es gibt zum Beispiel Auskunft über Ihren Allgemeinzustand und über die Funktion einzelner Organe. Diese Informationen braucht der behandelnde Arzt unter anderem, um die Narkose für die Operation vorzubereiten.

Außerdem lassen sich im Blut sogenannte Tumormarker bestimmen. Diese können eine wichtige Information sein, wenn es darum geht, einen bösartigen Tumor zu entlarven. Tumormarker sind Stoffe, welche die Tumorzellen selbst bilden. Aber – und das ist das Problem – nicht alle Krebspatienten haben erhöhte Tumormarker. Umgekehrt haben manchmal auch Menschen ohne Tumorerkrankung erhöhte Werte. Um eine sichere Diagnose zu stellen, reicht es also nicht aus, nur die Tumormarker zu untersuchen.

Hinweis: Daher eignen sich Tumormarker nur für die Kontrolle des Krankheitsverlaufes.

Ultraschalluntersuchung (Sonographie)

Zur Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs kann Ihr Arzt eine Ultraschalluntersuchung des Bauchs (Abdomensonographie) durchführen und innere Organe wie Leber, Nieren, Nebennieren, Milz und Lymphknoten betrachten.

Allerdings können die Ultraschallwellen zum Beispiel Luft im Darm nicht durchdringen, so dass die Bauchspeicheldrüse dadurch schlecht zu beurteilen ist. Deshalb ist es besser, wenn Sie am Tag vor der Untersuchung auf blähende Speisen verzichten. Essen Sie am Tag der Untersuchung nichts und trinken Sie auch keine Getränke mit Kohlensäure. Dann stoßen die Ultraschallwellen nicht auf eine Wand aus Luft, sondern reichen bis zur Bauchspeicheldrüse heran. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie nüchtern zur Untersuchung kommen sollen.

Endoskopische Ultraschalluntersuchung (Endosonographie)

Der endoskopische Ultraschall ist eine der empfindlichsten Untersuchungsmethoden für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse wie dem Pankreaskarzinom. Bei dieser Untersuchung wird wie bei der Magenspiegelung ein Endoskop, an dessen Ende sich ein kleiner Ultraschallkopf befindet, durch den Mund bis in den Magen und Zwölffingerdarm vorgeschoben. Weil Bauchspeicheldrüse, Magen und Zwölffingerdarm nahe beieinanderliegen, können selbst sehr kleine Veränderungen dargestellt werden. Insbesondere kann der Arzt auch gut beurteilen, wie weit sich der Bauchspeicheldrüsenkrebs ausgedehnt hat und ob er in angrenzendes Gewebe vorgewachsen ist.

Bei der Endosonographie kann der Arzt außerdem mit Hilfe einer feinen Nadel Gewebe entnehmen (Feinnadelpunktion). Diese Gewebeproben (Biopsie) werden von einem Gewebespezialisten (Pathologen) unter dem Mikroskop feingeweblich (histologisch) auf Zellen von Bauchspeicheldrüsenkrebs untersucht.

Computertomographie (CT) und Kernspintomographie (MRT)

Die Computertomographie (CT) ist im Rahmen der Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs eine spezielle Röntgenuntersuchung, die innere Organe im Bauch- und Brustraum, das Schädelinnere und auch vergrößerte Lymphknoten darstellen kann.

Die Kernspintomographie (auch Magnetresonanztomographie, MRT, genannt) kann die Gangsysteme von Bauchspeicheldrüse und Galle besonders gut darstellen. Diese Untersuchung wird als Magnetresonanz-Cholangio-Pankreatikographie, kurz MRCP, bezeichnet.

Für die Diagnostik von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind die Kernspin- und Computertomographie in etwa gleich bedeutsam. Welches Verfahren eingesetzt wird, hängt von den jeweiligen Gegebenheiten ab und auch davon, welche Geräte zur Verfügung stehen.

Spiegelung von Bauchspeicheldrüsen- und Gallengang (ERCP)

Bei der endoskopischen Darstellung des Bauchspeicheldrüsen- und Gallengangs (Endoskopisch Retrograde Cholangio-Pankreatikographie – ERCP) im Rahmen der Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs entstehen ähnliche Aufnahmen wie bei der zuvor beschriebenen MRCP.

Bei dieser Untersuchung wird wie bei einer Magenspiegelung ein dünner, weicher und biegsamer Schlauch (Endoskop) vorsichtig durch den Mund, die Speiseröhre und den Magen bis in den Zwölffingerdarm eingeführt. In diesem Schlauch befindet sich eine Lupe, die mit einer Lichtquelle verbunden ist. Für diese Untersuchung müssen Sie nüchtern sein, das heißt Sie dürfen außer wenig klarem, kohlensäurefreiem Wasser in den zwölf Stunden vor der Untersuchung nichts essen oder trinken. Sollten Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, sollten Sie diese allerdings mit etwas Wasser schlucken.

Unmittelbar vor der Untersuchung wird Ihr Rachen mit einem örtlichen (lokalen) Betäubungsmittel eingesprüht, so dass kein Würgereiz entsteht, wenn der Schlauch eingeführt wird. In der Regel können Sie ein Beruhigungsmittel bekommen, das Ihnen in die Vene (intravenös) gespritzt wird. Dieses Mittel sorgt dann dafür, dass Sie die Untersuchung entspannt und weitgehend schmerzfrei erleben.

Mit dem Endoskop lassen sich die auf der Vater’schen Papille mündenden Bauchspeicheldrüsen- und Gallengänge unter Röntgenkontrolle mit Kontrastmittel füllen und darstellen. Engstellen oder Verschlüsse im Gangsystem weisen darauf hin, dass ein Tumor der Bauchspeicheldrüse vorhanden ist.

Diese Untersuchungsmethode hat zwei Vorteile: Erstens kann der Arzt dabei Flüssigkeit (Sekret) aus der Galle und der Bauchspeicheldrüse gewinnen, die er auf Tumorzellen untersuchen kann. Behindert der Tumor den Abfluss von Gallenflüssigkeit, kann der Arzt zweitens dieses Hindernis überbrücken (Stent-Anlage). Für die reine Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die ERCP allerdings nicht erforderlich.

Skelettszintigramm

Das Skelettszintigramm kann Tumorabsiedelungen in den Knochen (Knochenmetastasen) darstellen. Dafür wird Ihnen ein schwach radioaktives Kontrastmittel gespritzt, das sich auf charakteristische Weise in den Knochen anreichert. Röntgenaufnahmen zeigen dann, ob Knochen befallen sind beziehungsweise, ob die Metastasen operiert oder bestrahlt werden müssen, um einem Knochenbruch (Fraktur) vorzubeugen.

Positronenemissionstomographie (PET)

Die Positronenemissionstomographie ist ein bildgebendes Verfahren, das die Stoffwechselaktivität der Zellen sichtbar macht.

Mit der PET lassen sich beispielsweise Gewebe mit besonders aktivem Stoffwechsel von solchen mit weniger aktiven Zellen unterscheiden. Zellen eines Pankreaskarzinoms benötigen aufgrund ihres schnellen Wachstums meist viel Energie. Sie nehmen zum Beispiel Traubenzucker oder Sauerstoff oft viel rascher auf als gesundes Gewebe.

Ein Stoff mit chemisch veränderten Molekülen, die der Körper bei vielen Stoffwechselprozessen umsetzt oder als Energiequelle braucht (Tracer, engl. to trace = ausfindig machen), wird mit einer leicht radioaktiven Substanz beladen. Die Spur dieser kleinsten Teilchen wird durch die besondere Technik der PET sichtbar wird. Auf diese Weise lassen sich auch Tochtergeschwülste besser erkennen. Manche Tumoren zeigen jedoch keine erhöhte Stoffwechselaktivität. Dann hilft eine PET-Untersuchung nicht weiter.

Andererseits kann auch entzündetes Gewebe eine erhöhte Stoffwechselaktivität haben und somit vermehrt Tracer anreichern. Eine PET allein reicht daher nicht aus, um Pankreaskrebs festzustellen. Heute wird das Bild der PET-Untersuchung oft mit der CT kombiniert zur PET-CT.

Die PET-Untersuchung ist kein Standardverfahren bei der Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs und wird deshalb in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Stadieneinteilung (Staging)

Eine zielgerichtete, wissenschaftliche gesicherte Therapie von Bauchspeicheldrüsenkrebs kann nur erfolgen, wenn genau bekannt ist, wie weit sich das Pankreaskarzinom ausgebreitet hat. Die Untersuchungen, die klären sollen, wie groß der Tumor ist, wo er sitzt und ob Metastasen entstanden sind, nennt man Staging. Die Einteilung in die verschiedenen Stadien erfolgt nach einen international gültigen System für Ärzte, der TNM-Klassifikation.

Patientenleitlinie Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse

Sie suchen mehr Informationen? Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse

In der Patientenleitlinie „Bauchspeicheldrüse” finden Sie weitere Informationen zum Diagnostik und Therapie des Pankreaskarzinoms.

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Bauchspeicheldrüsenkrebs: Klassifikation und Stadieneinteilung

Der Körper eines Menschen besteht aus sehr vielen unterschiedlichen Geweben und Zellen. Dementsprechend unterschiedlich fällt auch das bösartige Wachstum eines Tumors aus. Für die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist es wichtig, den genauen Steckbrief Ihrer Erkrankung zusammenzustellen.

Dazu gehören die Informationen darüber, zu welchem Zelltyp der Pankreaskrebs gehört, wie bösartig er ist, wie schnell er wächst, ob er bereits die Organgrenzen überschritten oder sich sogar im Körper ausgebreitet hat.

Hinweis: Es ist sehr wichtig, diese Einzelheiten genau zu kennen. Erst dann lässt sich eine Bauchspeicheldrüsenkrebs-Behandlung zusammenstellen, die für Sie und den Verlauf Ihrer Erkrankung maßgeschneidert ist.

Aus den Ergebnissen aller bisher durchgeführten Untersuchungen ermittelt der Arzt das genaue Krankheitsstadium (Staging, Stadieneinteilung). Um dieses so zu beschreiben, dass jeder Arzt es richtig einordnen kann, gibt es international einheitliche Einteilungen (Klassifikationen). Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist dies die TNM-Klassifikation.

  • T (Tumor) beschreibt, wie groß der Primärtumor ist
  • N (Nodi = Knoten) beschreibt, ob Lymphknoten befallen sind, wie viele es sind und wo
  • M (Metastasen) beschreibt, ob Fernmetastasen vorliegen und wo

Kleine Zahlen, die den Buchstaben jeweils zugeordnet sind (Indexzahlen) geben an, wie weit sich der Bauchspeicheldrüsenkrebs bereits ausgebreitet hat.

TNM-Klassifikation für Bauchspeicheldrüsenkrebs
Die Bedeutungen für T Tx = Tumor kann nicht beurteilt werden
T0 = kein Nachweis von Primärtumor
Tis = Carcinoma in situ (Frühstufe des Krebses aus Schleimhautzellen)
T1 = Tumor ist kleiner als 2 cm und auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt
T2 = Tumor ist größer als 2 cm, aber auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt
T3 = Tumor ist in umliegendes Gewebe ausgedehnt, jedoch nicht in die Arterien im Oberbauch
T4 = Tumor ist in umliegendes Gewebe einschließlich der Arterien im Oberbauch ausgedehnt
Die Bedeutungen für N Nx = Lymphknoten können nicht beurteilt werden
N0 = keine Lymphknotenmetastasen
N1 = benachbarte Lymphknoten sind befallen
Die Bedeutungen für M Mx = Fernmetastasen können nicht beurteilt werden
M0 = keine Fernmetastasen
M1 = Fernmetastasen nachweisbar

Ein Pankreaskarzinom im Frühstadium ohne Lymphknoten- und Fernmetastasierung würde damit zum Beispiel als T1N0M0 bezeichnet.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Therapie

Die Behandlung von Bauchspeicheldüsenkrebs soll die Erkrankung dauerhaft heilen oder das Pankreaskarzinom zumindest in Schach halten. Wenn Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht behandelt wird, breitet er sich aus, streut im Körper Tochtergeschwülste und führt früher oder später zum Tod.

Die Behandlung soll den Pankreaskrebs – und wenn Tochtergeschwülste vorliegen, möglichst auch diese – vollständig entfernen oder vernichten, so dass der Betroffene dauerhaft geheilt ist. Eine solche Behandlung heißt kurative Therapie. Lässt sich dieses Ziel nicht erreichen, versucht man, den Bauchspeicheldrüsenkrebs möglichst lange zu kontrollieren und gleichzeitig die Lebensqualität zu erhalten. Diese Behandlung heißt palliative Medizin.

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Bauchspeicheldrüsenkrebs: Operation

Sitzt der Tumor im Kopf der Bauchspeicheldrüse, fällt die – nach den Chirurgen Kausch und Whipple benannte – Operation sehr umfangreich aus. Dabei entfernt der Arzt in der Regel den Tumor, einen Teil der Bauchspeicheldrüse und des Magens, den Zwölffingerdarm sowie die Gallenblase mit Gallengang. Zahlreiche Chirurgen versuchen allerdings in den letzten Jahren, die Teilentfernung des Magens zu vermeiden und nur noch den Zwölffingerdarm und die Gallenblase zu entfernen. So bleibt der Magenpförtner (Pylorus) erhalten und damit auch der gesamte Magen (pyloruserhaltende Whipple-Operation). In manchen Fällen muss die Bauchspeicheldrüse insgesamt herausgenommen werden (totale Pankreatektomie).

Verdauungssystem wiederherstellen

Durch die Operation des Bauchspeicheldrüsenkrebses ist die Verbindung vom Magen zum Dünndarm ebenso unterbrochen wie der Abfluss der Galle in den Zwölffinger- beziehungsweise Dünndarm. Dadurch wird das Verdauungssystem des Betroffenen und somit die Nahrungsaufnahme empfindlich gestört. Im zweiten Teil der Operation muss der Chirurg deshalb dieses System wiederherstellen (Rekonstruktion). Hierbei bringt der Operateur eine Dünndarmschlinge an dem verbliebenen Restmagen (Gastroenterostomie) beziehungsweise am Gallengang (Bilio-digestive Anastomose) an. Der Gang des verbliebenen Teils der Bauchspeicheldrüse wird entweder ebenfalls mit einer Darmschlinge verbunden (Pankreatiko-Jejunostomie) oder verschlossen.

Die Operation ist weniger umfangreich, wenn der Tumor am Schwanz der Bauchspeicheldrüse sitzt. Der Chirurg entfernt dann nur den Teil der Bauchspeicheldrüse, in dem der Tumor sitzt (Linksresektion der Bauchspeicheldrüse), und in der Regel die Milz. Größere Eingriffe, um das Verdauungssystem wiederherzustellen, sind in diesem Fall nicht erforderlich.

Nach der Operation

Je nach Alter und Kräftezustand bewältigen die Betroffenen eine Operation bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und ihre Folgen unterschiedlich schnell. Manchmal können im Heilungsverlauf aber auch Komplikationen entstehen, die mit dem umfangreichen Eingriff zusammenhängen. Ihr Arzt wird Ihnen dann mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wurde ein größerer Teil der Bauchspeicheldrüse entfernt, kann sich eine Zuckerkrankheit entwickeln, die mit Insulin behandelt werden muss. Nach der Operation fehlen die bisher von der Bauchspeicheldrüse gebildeten, für die Verdauung notwendigen Enzyme. Anfangs können durch einen solchen Mangel Verdauungsprobleme wie Durchfälle oder Fettstühle auftreten.

Hinweis: Die Enzyme müssen dauerhaft medikamentös ersetzt werden. Es ist wichtig, dass Sie die Enzyme während der Mahlzeiten einnehmen, nicht davor oder danach.

Die teilweise Entfernung des Magens kann zu einem Früh- oder Spät-Dumpingsyndrom führen (engl. to dump = hineinplumpsen). Vor allem im Zusammenhang mit Mahlzeiten treten dann Kreislaufbeschwerden auf und der Blutzuckerspiegel sinkt ab. Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt beraten, was Sie dagegen tun können.

Blauer Ratgeber Magenkrebs

Die Blauen Ratgeber Magenkrebs

Betroffene, denen der Magen bei einer Operation eines Pankreaskarzinoms ganz oder teilweise entfernt werden musste, finden im blauen Ratgeber „Magenkrebs” weitergehende Informationen. Sie können den Ratgeber kostenfrei bestellen oder als PDF lesen.

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Ernährung nach der Operation

Sicherlich erhalten Sie bereits im Krankenhaus von Ärzten und Diätassistenten Anweisungen und Empfehlungen für Ihre Ernährung. Wurde Ihnen ein Teil des Magens entfernt, wird Ihr Kalorienbedarf zukünftig höher sein, weil Sie die aufgenommene Nahrung schlechter verwerten als andere Menschen.

Wichtig ist eine hochwertige Nahrung mit vielen Vitaminen und Mineralien. Etwa 50 bis 60 Prozent der täglichen Energiezufuhr sollten durch Kohlenhydrate abgedeckt sein, 20 Prozent durch Eiweiß und 30 Prozent durch Fett. Dabei sollten Sie etwa die gleiche Menge an gesättigten und ungesättigten Fettsäuren zu sich nehmen. Günstig ist der Verzehr von MCT-Fetten (engl. medium-chain triglycerides, MCTs). Das sind Fette mit einem hohen Gehalt an mittelkettigen Fettsäuren, die vom Dünndarm besonders gut aufgenommen werden. Es gibt diese Fette als Diätmargarine und Speiseöl im Handel. MCT-Fette eignen sich gut, insbesondere wenn Betroffene unter Fettstühlen leiden und zunehmen möchten.

Stellen Sie sich Ihren Speiseplan nach Ihren individuellen Bedürfnissen und eventuellen Beschwerden zusammen. Im Übrigen werden Sie selbst vermutlich am besten wissen, was Ihnen bekommt und was nicht. Besonders wichtig ist, dass Ihnen das Essen schmeckt. Im Folgenden finden Sie eine Reihe von grundsätzlichen Tipps und Hinweisen.

Ernährung nach Operation am Verdauungssystem

  • Meiden Sie Extreme beim Essen: zu große Portionen, zu heiße und zu kalte Speisen.
  • Essen Sie häufig (bis zu achtmal am Tag) kleine Portionen.
  • Lassen Sie sich Zeit beim Essen und kauen Sie gründlich, damit die Nahrung gut mit Speichel vermischt wird (die Fermente des Speichels haben ähnliche Funktionen wie die der Bauchspeicheldrüse).
  • Verzichten Sie auf fette Speisen.
  • Verwenden Sie bei der Zubereitung Ihrer Speisen vorzugsweise Spezialfette (MCT-Fette).
  • Trinken Sie während des Essens nichts.
  • Meiden Sie kohlensäurehaltige Getränke und trinken Sie stattdessen Wasser, Tee und Gemüsesäfte.
  • Meiden Sie grundsätzlich zu heiße und zu kalte Nahrungsmittel und Getränke.
  • Legen Sie sich nicht unmittelbar nach dem Essen hin.
  • Meiden Sie große Mengen Rohkost (Salate, Steinobst).
  • Verzichten Sie auf blähende Nahrungsmittel (Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln, Knoblauch).
  • Verzehren Sie keine geräucherten Wurstwaren.

Tipp: Um sich auf die neuen Lebens- und Essgewohnheiten einzustellen, kann eine Kur helfen. Aber auch eine Ernährungsberatung am Wohnort kann Ihnen wertvolle Tipps vermitteln.

Tipps für Betroffene, die Insulin erhalten

  • Wenn Sie Insulin bekommen, spritzen Sie regelmäßig und so oft, wie Ihr Arzt es mit Ihnen besprochen hat. Spritzen Sie Insulin jeweils vor den Mahlzeiten.
  • Halten Sie Ihren Diätplan in Bezug auf Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß genau ein.
  • Achten Sie darauf, dass Sie in regelmäßigen Abständen etwas essen.
  • Kontrollieren Sie Ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig. Achten Sie darauf, dass Sie weder über- noch unterzuckert sind. Vor allem Unterzuckerungen können auftreten, wenn Sie unregelmäßig essen. Im Extremfall können Sie dadurch bewusstlos werden.
  • Lernen Sie, die besonderen Anzeichen einer beginnenden Unterzuckerung rechtzeitig zu erkennen: Gereiztheit, Konzentrationsschwäche, Heißhunger, Schwitzen, Zittern, innere Unruhe bis hin zur Bewusstlosigkeit (Schock). Stellen Sie sicher, dass Sie immer Traubenzucker oder eine Zuckerlösung bei sich haben, damit Sie den Blutzuckerspiegel normalisieren können. Informieren Sie Ihre Familie, Kollegen, Freunde und Bekannten, was es mit der Unterzuckerung auf sich hat, wie sie sich bemerkbar macht und wie sie Ihnen im Notfall helfen können.

Wichtig: Wenn Sie Probleme haben, schildern Sie Ihrem Arzt diese frühzeitig. Oft hilft es, wenn Sie ihre Ernährung umstellen oder Medikamente einnehmen. Lassen Sie die Zuckerkrankheit von einem Diabetologen behandeln.

Blauer Ratgeber Ernährung bei Krebs

Die Blauen Ratgeber Ernährung bei Krebs

Ausführliche Informationen gibt der blaue Ratgeber „Ernährung bei Krebs”. Sie können den Ratgeber kostenfrei bestellen oder als PDF lesen.

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Chemotherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs besteht ein großes Risiko, dass die Erkrankung wieder auftritt oder dass sich bereits Tochtergeschwülste  in entfernten Organen gebildet haben. Aus diesem Grund wird in der Regel nach der Operation innerhalb von zwölf Wochen eine Chemotherapie begonnen.

Wenn die Bildgebung nicht eindeutig zeigt, dass der Tumor vollständig entfernt werden kann, so kann auch vor der Operation eine Chemotherapie durchgeführt werden. Ziel ist hier, den Tumor zu verkleinern. So ist es wahrscheinlicher, dass er in der anschließenden Operation vollständig entfernt werden kann.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist schwer zu behandeln. Da die Tumorzellen den Medikamenten (Zytostatika) gegenüber recht unempfindlich sind, sprechen sie unterschiedlich auf eine Chemotherapie an.

Strahlentherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bei der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs kommt die Strahlentherapie als Standardverfahren nur selten in Betracht, sondern in der Regel nur im Rahmen von klinischen Studien. Fragen Sie Ihren Arzt danach.

Im fortgeschrittenen Stadium von Bauchspeicheldrüsenkrebs lassen sich mit der Strahlenbehandlung Schmerzen erfolgreich lindern. Dies gilt insbesondere, wenn Tochtergeschwülste (Metastasen) Schmerzen verursachen, etwa in den Knochen.

Lindernde (palliativmedizinische) Behandlung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs so weit fortgeschritten, dass er nicht mehr heilbar ist, kann die Palliativmedizin für die Betroffenen noch sehr viel tun, damit es ihnen in der ihnen verbleibenden Lebenszeit gut geht.

Ist ein Pankreastumor zu dem Zeitpunkt, an dem er festgestellt wird, schon so weit fortgeschritten, dass er nicht mehr operativ entfernt werden kann, drohen über kurz oder lang Komplikationen. Zum Beispiel können der Gallengang, der Magenausgang oder der Zwölffingerdarm durch die Geschwulst eingeengt sein. Dann leidet der Betroffene an Gelbsucht beziehungsweise an Übelkeit und Erbrechen, da der Magen-Darm-Trakt keine Nahrung mehr aufnehmen kann. Heute können vielfach nicht-operative Eingriffe dem Betroffenen helfen: Über ein Endoskop kann der Arzt ein Kunststoffröhrchen durch die Einengung hindurch bis in den Gallengang schieben oder eine Einengung des Magenausgangs aufweiten. Diese Eingriffe belasten den Kranken wenig und helfen auch längerfristig sehr gut.

Ein gestauter Gallengang lässt sich auch ohne Endoskop entlasten: Der Arzt kann von außen durch die Haut einen Drainageschlauch in den Gallengang einführen.

Ist der Magenausgang stark eingeengt, kann ein dünner Schlauch durch die Nase oder durch die Bauchhaut über die Einengung hinweg in den Dünndarm gelegt werden, so dass der Betroffene über den Darm ernährt werden kann (enterale Ernährung). Darüber hinaus kann er auch auf Dauer über spezielle Infusionssystem (zum Beispiel das port-a-cath-System) über die Venen mit Nährflüssigkeiten versorgt werden (parenterale Ernährung).

Schmerztherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Viele Betroffene mit Bauchspeicheldrüsenkrebs leiden unter Schmerzen. Bei ihnen hat die Schmerztherapie Vorrang. Sie erfolgt am besten unter der Aufsicht eines darauf spezialisierten Arztes.

Wichtig: Die moderne Medizin bietet heute zahlreiche und sehr wirksame Möglichkeiten, Betroffene mit einem Pankreaskarzinom dauerhaft von ihren Schmerzen zu befreien und ihre Lebensqualität damit wesentlich zu verbessern. Angst vor Schmerzmitteln und eventuell auftretenden Nebenwirkungen brauchen Sie nicht zu haben.

Ausführliche Informationen erhalten Sie im Artikel „Schmerzen bei Krebs”.

Blauer Ratgeber Schmerzen bei Krebs

Die Blauen Ratgeber Schmerzen bei Krebs

Sie können außerdem die Broschüre „Schmerzen bei Krebs” kostenfrei bestellen oder als PDF lesen.

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Neben den schulmedizinischen Methoden werden bei Bauchspeicheldrüsenkrebs auch komplementäre und alternative Behandlungsmethoden angeboten. Worin sich diese unterscheiden und auf was Sie dabei achten sollten, erfahren Sie im Artikel „Unkonventionelle Behandlungsmöglichkeiten”.

Rehabilitation und Nachsorge

Rehabilitation und Nachsorge sind wesentliche Bestandteile der onkologischen Versorgung nach Bauchspeicheldrüsenkrebs. Nach der Akutversorgung im Krankenhaus sind Rehabilitationskliniken, Fach- und Hausarzt wichtig für die weitere Betreuung und Begleitung. Viele Betroffene wenden sich zusätzlich auch an eine Selbsthilfegruppe.

Rehabilitation bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Wenn Sie die erste Behandlungsphase (Primärbehandlung) des Bauchspeicheldrüsenkrebs – also Operation und / oder medikamentöse Tumortherapie und / oder Strahlentherapie – geschafft haben, beginnt mit der Rehabilitation die nächste Phase. Diese kann sich als Anschlussrehabilitation (AR) / Anschlussheilbehandlung (AHB) direkt oder zeitnah anschließen.

Ausführliche Informationen erhalten Sie im Text „Rehabilitation“.

Nachsorge bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Ziel der Nachsorge bei einem Pankreaskarzinom ist es, rechtzeitig erkennen zu können, wenn es zu einem Rückfall der Erkrankung kommt (Tumorrezidiv) oder Begleit- oder Folgeerkrankungen auftreten. Außerdem ist es Aufgabe der Nachsorge, Ihnen bei Ihren körperlichen, seelischen und sozialen Problemen zu helfen. Dazu gehört auch, dass Folgen oder Behinderungen, die durch die Krankheit beziehungsweise Therapie entstanden sind, so weit wie möglich behoben werden und Sie – wenn Sie es wünschen – gegebenenfalls wieder berufstätig sein können.

Ausführliche Informationen erhalten Sie im Text „Nachsorge“.

Selbsthilfegruppen

Die meisten Betroffenen trifft die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs völlig überraschend. Die Behandlung und alles, was sich daran anschließt, die Befürchtung, dass das Leben früher als erwartet zu Ende sein könnte, die praktischen, alltäglichen Folgen der Krankheit – all das sind neue, unbekannte Probleme.

Hinweis: Für viele ist dann der Kontakt zu anderen Betroffenen, die sie zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe finden, eine große Hilfe. Denn sie kennen die Probleme aus eigener Erfahrung und können Ihnen mit Rat und Tat helfen.

Der Arbeitskreis der Pankreatektomierten e. V. (AdP), die Selbsthilfeorganisation für Menschen nach Bauchspeicheldrüsenoperation, berät und unterstützt Sie gern. Die Mitglieder der Selbsthilfegruppe sind kompetente Ansprechpartner für alle Betroffenen, bei denen eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse vorliegt oder vermutet wird. Die Gruppe möchte allen Betroffenen helfen, mit ihrer Situation zu leben. Besonders intensiv bemüht sich der AdP um Menschen, denen die Bauchspeicheldrüse wegen eines Tumors teilweise oder total entfernt werden musste.

Der Vorstand dieses Arbeitskreises setzt sich aus Betroffenen zusammen. Ein wissenschaftlicher Beirat, dem Experten aus den Gebieten Ernährung, Diätberatung, Chirurgie, Innere Medizin und Tumortherapie angehören, steht allen Mitgliedern für Auskünfte zur Verfügung. Ein Netz von Kontaktstellen organisiert Regionaltreffen und garantiert eine wohnortnahe Betreuung. Die Deutsche Krebshilfe misst der Arbeit dieser Vereinigung einen großen Wert bei und unterstützt sie in erheblichem Umfang.

Sie können bereits während der Behandlungszeit Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe aufnehmen oder aber erst, wenn Ihre Therapie abgeschlossen ist. Wenn Ihnen Ihr Arzt oder Pflegepersonal im Krankenhaus bei der Suche nach einer Selbsthilfegruppe nicht helfen kann, wenden Sie sich an das INFONETZ KREBS der Deutschen Krebshilfe.

Blauer Ratgeber Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die Blauen Ratgeber Bauchspeicheldrüsenkrebs

Unseren blauen Ratgeber Bauchspeicheldrüsenkrebs können Sie auch als PDF herunterladen oder kostenfrei als Broschüre zu sich nach Hause bestellen.

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Quellen

Zur Erstellung dieser Broschüre wurde die nachstehend aufgeführte Informationsquelle herangezogen:

  • Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften): S3-Leitlinie Exokrines Pankreaskarzinom, 2013, AWMF Registernummer: 032-010OL
  • Krebs in Deutschland für 2015/2016. 12. Ausgabe. Robert Koch-Institut und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg), Berlin, 2019
  • Berufliche Rehabilitation: Ihre neue Chance. Deutsche Rentenversicherung Bund, 13. Auflage (4/2018)
  • Mit Rehabilitation wieder fit für den Job. Deutsche Rentenversicherung Bund, 12. Ausgabe (8/2017)
  • Klinische Studien. Stiftung Deutsche Krebshilfe, 2017
  • Krebswörterbuch. Stiftung Deutsche Krebshilfe, 2017
  • Wegweiser zu Sozialleistungen. Stiftung Deutsche Krebshilfe, 2020
  • Hilfen für Angehörige. Stiftung Deutsche Krebshilfe, 2020
  • Ernährung bei Krebs. Stiftung Deutsche Krebshilfe, 2019

Benötigen Sie Hilfe?

Das INFONETZ KREBS steht Betroffenen nach einer Krebsdiagnose bei! Eine persönliche, kostenfreie Krebsberatung erhalten Sie montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr unter der Telefonnummer 0800 / 80 70 88 77 oder per E-Mail: krebshilfe@infonetz-krebs.de.