Krebs + Information

Krebs vorbeugen

Kann man tatsächlich Krebs vorbeugen? Ja! Dies gilt immerhin für eine Reihe besonders häufig auftretender Krebsarten wie Haut-, Lungen-, Darm- und Brustkrebs. Wir zeigen Ihnen, was Sie selbst zur Vorbeugung von Krebs und für Ihre Gesundheit tun können.

Gesund leben - Krebsrisiko senken

Krebs vorbeugen durch eine gesunde Lebensweise – das ist das Ziel der Krebsprävention. 

Experten schätzen, dass rund 40 Prozent aller Krebserkrankungen durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden könnten. Im Umkehrschluss bedeutet das nicht, dass Krebspatienten ihre Erkrankung selbst verschuldet haben. Denn Krebs entsteht nicht nur aufgrund bekannter und somit vermeidbarer Risikofaktoren. Auch zufällige genetische Fehler bei der Zellteilung können zu Krebs führen. Diese treten mit zunehmendem Alter immer häufiger auf und können nicht immer vom körpereigenen Reparatursystem behoben werden.

Ein gesunder Lebensstil lohnt sich dennoch immer: Damit tragen Sie nicht nur dazu bei, Krebs vorzubeugen. Sie fördern auch insgesamt Ihre Gesundheit – und das ist die Basis für ein Leben voller Energie und Lebensfreude. 

Prävention fängt im Kindesalter an

Kinder sind Profis im Nachmachen. Gehen Sie deshalb mit gutem Beispiel voran und legen Sie den Grundstein für eine gesunde nächste Generation. 
Um gezielt Kinder zu einem gesunden Lebensstil zu motivieren, unterstützt die Deutsche Krebshilfe verschiedene Präventionsprojekte. Dazu gehören das Unterrichtsprogramm „Eigenständig werden“ zur Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheitsförderung, das Präventionsprogramm „Gesund l(i)eben“ für Jungs und junge Männer, der Wettbewerb für rauchfreie Schulklassen „Be Smart – Don’t Start“ sowie „Clever in Sonne und Schatten“, ein Programm zur Hautkrebsprävention.

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Krebs vorbeugen: 10 Tipps für ein gesundes Leben

Viel bewegen

Bewegen Sie sich täglich mindestens 30 Minuten. Auch kleine Veränderungen im Alltag sind gut: Fahren Sie öfter mal Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß; nehmen Sie die Treppe anstelle des Fahrstuhls. Unterbrechen Sie sitzende Tätigkeiten durch kleine Gänge.

Warum?
Körperlich aktive Menschen erkranken nachweislich seltener an Tumoren des Dickdarms, der Brust und der Gebärmutterschleimhaut.  Bei weiteren Krebsarten wird ein Zusammenhang vermutet.

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Krebs vorbeugen: Viel bewegen

Auf das Körpergewicht achten

Wenn Sie übergewichtig sind, reduzieren Sie Ihr Gewicht - und nehmen Sie nicht weiter zu.

Warum?
Das Körpergewicht spielt eine wichtige Rolle bei der Krebsentstehung. Studien zeigen, dass starkes Übergewicht das Risiko für 13 Krebsarten erhöht, darunter des Darms, der Nieren, der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblasse. Übergewichtige Frauen leiden zudem häufiger an Brust-, Gebärmutterschleimhaut- und Eierstockkrebs. 

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Krebs vorbeugen: Auf das Körpergewicht achten

Gesund ernähren

Essen Sie häufig Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst. Meiden Sie kalorienreiche Lebensmittel, die viel Zucker und Fett enthalten. Bereiten Sie Ihre Mahlzeiten frisch zu, möglichst aus regional-saisonalen Zutaten. Halten Sie den Anteil an rotem Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) gering und meiden Sie verarbeitete Fleischwaren.

Warum?
In unserer Nahrung sind unzählige verschiedene Stoffe enthalten. Einige fördern das Wachstum von Krebszellen, sehr viele bremsen es. Wissenschaftlich gut belegt ist beispielsweise, dass ballaststoffreiche Lebensmittel das Darmkrebsrisiko senken. Andererseits kann der häufige Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch das Darmkrebsrisiko erhöhen.

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Krebs vorbeugen: Gesund ernähren

9. bis 15. September 2024 Nationale Krebspräventionswoche

Jedes Jahr im September findet die Krebspräventionswoche von Deutscher Krebshilfe, Deutschem Krebsforschungszentrum und Deutscher Krebsgesellschaft statt. Im Fokus der Aktionswoche steht immer ein anderer Lebensstil-Faktor, der das Krebsrisiko beeinflusst. Vom 9. bis 15. September 2024 dreht sich alles um das Thema Bewegung.

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Wenig Alkohol

Trinken Sie grundsätzlich nur wenig Alkohol – und nicht täglich. Wählen Sie öfter alkoholfreie Getränke. Der völlige Verzicht auf Alkohol ist noch besser zur Verringerung Ihres Krebsrisikos.

Warum?
Alkohol ist an der Entstehung von über 200 Krankheiten beteiligt. Und er steigert das Risiko für Mund-, Rachen-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Brust-, Darm- und Leberkrebs. Alkohol schadet der Gesundheit in jeder Menge. Deswegen gilt: Weniger ist immer besser!

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Krebs vorbeugen: Wenig Alkohol

Rauchfrei

Rauchen Sie nicht und verzichten Sie auf jeglichen Tabakkonsum. Sorgen Sie für ein rauchfreies Zuhause und unterstützen Sie Rauchfreiheit am Arbeitsplatz.

Warum?
Jedes Jahr sterben in Deutschland immer noch rund 127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. 
Rauchen ist der wichtigste vermeidbare Krebsrisikofaktor. Rund 90 Prozent aller Lungenkrebs-Fälle sind durch das Rauchen verursacht. Auch die Betroffenen von Rachen- oder Kehlkopfkrebs sind überwiegend Raucherinnen und Raucher.

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Krebs vorbeugen: Rauchfrei

UV-Schutz

Wenn Sie in die Sonne gehen, achten Sie auf ausreichenden Schutz durch Schatten, Kleidung und Sonnencreme. Tragen Sie eine Sonnenbrille mit UV-Schutz und eine Kopfbedeckung. Meiden Sie, insbesondere im Sommer, die Mittagssonne und schützen Sie Ihre Kinder. Gehen Sie nicht ins Solarium.

Warum?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die natürliche und künstliche UV-Strahlung aus Sonne und Solarien als eindeutig krebserzeugend ein. Sie ist der größte Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. 

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Krebs vorbeugen: UV-Schutz

Krebserregende Stoffe meiden

Tabakrauch ist ein „Innenraumgift“. Erklären Sie daher neben der Wohnung auch das Auto zur rauchfreien Zone – insbesondere dann, wenn Kinder mitfahren. 

Wenn Sie an Ihrem Arbeitsplatz in Kontakt mit krebserregenden Stoffen kommen, befolgen Sie unbedingt die geltenden Sicherheitsvorschriften wie beispielsweise das Tragen von Schutzausrüstung.

Wenn Sie in einer Region Deutschlands leben, in der die natürliche Radonkonzentration in der Bodenluft hoch ist, schützen Sie sich durch häufiges Lüften und gegebenenfalls bauliche Maßnahmen. Nähere Informationen bietet das Bundesamt für Strahlenschutz.

Krebs vorbeugen: Schutzausrüstung © Adobe Stock / Sherry Young

Für Frauen:
Stillen / Hormontherapie vermeiden

Stillen kann das Brustkrebsrisiko bei Müttern senken. Falls möglich, stillen Sie daher Ihr Kind.
Eine Hormontherapie gegen Wechseljahresbeschwerden kann bei längerer Anwendung möglicherweise das Brustkrebsrisiko erhöhen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt.

Krebs vorbeugen: Für Frauen

Impfungen für Kinder

Durch die Hepatitis-B-Impfung für Neugeborene kann das Risiko für Leberkrebs gesenkt werden. Die Impfung gegen humane Papillomviren für Mädchen und Jungen senkt das Risiko für Gebärmutterhalskrebs, aber zum
Beispiel auch für Penis-, Rachen und Analkrebs.

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Krebs vorbeugen: Impfungen für Kinder © Adobe Stock / Africa Studio

Informationen zur Früherkennung

Die gesetzliche Krebsfrüherkennung hat das Ziel, Krebserkrankungen in möglichst frühen Stadien aufzuspüren. Diese lassen sich dann meist schonender und erfolgreicher behandeln als in späten Stadien. Informieren Sie sich über die Untersuchungen und entscheiden Sie, ob Sie teilnehmen wollen.

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Krebs vorbeugen: Früherkennung

Unsere Empfehlungen zur Krebsprävention basieren im Wesentlichen auf dem Europäischen Kodex gegen Krebs.

Krebs vorbeugen: So wird dazu geforscht

Beobachtungsstudien

In sogenannten epidemiologischen Untersuchungen sammeln Wissenschaftler viele verschiedene Daten aus der Bevölkerung. Auf dieser Basis treffen sie Aussagen darüber, wie häufig Krebs zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlichen Gruppen auftritt und inwieweit sich die Merkmale der Gruppe der erkrankten Menschen von denen der Nichterkrankten unterscheiden. Aus diesen bevölkerungsbezogenen Informationen lassen sich Zusammenhänge ableiten – zum Beispiel zwischen bestimmten Lebensgewohnheiten und Erkrankungshäufigkeiten – und Präventionsempfehlungen geben. 
Die Forscher arbeiten jedoch mit Wahrscheinlichkeiten. Sichere Beweise, was die Krebserkrankung im Einzelfall ausgelöst hat, können sie nicht liefern. 

Forschung im Labor

Bei manchen Substanzen oder Faktoren können Wissenschaftler im Labor untersuchen, ob sie Krebs verursachen oder nicht – zum Beispiel bei Tabakrauch oder UV-Strahlung. Andere Faktoren – wie beispielsweise Übergewicht – sind jedoch komplexer. Hier muss die Grundlagenforschung untersuchen, welche biochemischen Vorgänge letztlich die Krebsentstehung auslösen. 

Nationales Krebspräventionszentrum

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Deutsche Krebshilfe werden ein Nationales Krebspräventionszentrum in Heidelberg errichten. Hier soll unter einem Dach verstärkt Präventionsforschung gebündelt durchgeführt werden sowie eine Präventionsambulanz und ein Informationszentrum entstehen. Ziel ist es, zielgruppengerechte Präventionsprogramme für den bundesweiten Einsatz zu entwickeln. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit 25 Millionen Euro.

Krebs vorbeugen - was kann ich tun?

Ratgeber Krebs vorbeugen – Was kann ich tun?

Krebs vorbeugen – das muss nicht nur Vermeiden, Verzichten oder gar Enthaltsamkeit heißen. Jeder Einzelne kann an "Stellschrauben" drehen und etwas für die persönliche Gesundheit tun. In dieser Broschüre können Sie nachlesen, wie heute die wissenschaftlich fundierten Empfehlungen zur Krebsprävention aussehen.

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