Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung

Auch eine gesunde Lebensweise kann nicht garantieren, dass Sie nicht irgendwann einmal ernsthaft krank werden, etwa an Krebs erkranken. Je früher eine Krebskrankheit dann entdeckt und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Dazu dienen die Krebsvorsorge und die Krebsfrüherkennung.

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Was bedeutet Krebsvorsorge?

Der umgangssprachlich verwendete Begriff „Krebsvorsorge“ meint meistens die „Krebsfrüherkennung“. Die Begriffe Krebsvorsorge oder Krebsvorsorgeuntersuchungen erwecken den Eindruck, dass eine Krebserkrankung durch diese Untersuchungen verhindert werden kann. Das ist nicht richtig.

Daher ist der korrekte Begriff Krebsfrüherkennung oder Krebsfrüherkennungsuntersuchung.

Der Begriff Krebsvorsorge wird von Fachleuten verwendet, wenn es tatsächlich darum geht, Krebs zu verhindern. Das kann etwa der Fall sein, wenn bei der Früherkennungsuntersuchung Krebsvorstufen entdeckt und entfernt werden.

Wenn Sie eine Früherkennungsuntersuchung wahrnehmen, gibt es folgende Möglichkeiten:

  1. Bei der Früherkennungsuntersuchung wird keine Gewebeveränderung festgestellt.
  2. Bei der Früherkennungsuntersuchung wird eine Krebsvorstufe festgestellt und entfernt. Das ist möglich bei Hautkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Darmkrebs. Dies bezeichnen Fachleute als Krebsvorsorge – die Krebsvorstufe wurde erkannt und entfernt.
  3. Bei der Früherkennungsuntersuchung wird ein Tumor entdeckt und kann frühzeitig behandelt werden.

Zuletzt gibt es noch den Begriff der Krebsprävention (umgangssprachlich Krebsvorbeugung): Prävention bedeutet, Krebs und auch anderen Krankheiten mit einer gesunden Lebensweise vorzubeugen. Erfahren Sie hier, wie man Krebs vorbeugen kann.

Was bedeutet Krebsfrüherkennung?

Die Krebsfrüherkennung dient dazu, bereits vorhandene Krebserkrankungen möglichst früh zu entdecken. Frühe Stadien lassen sich nämlich meist erfolgreicher und auch schonender behandeln als späte Stadien, in denen möglicherweise sogar schon Tochtergeschwülste (Metastasen) entstanden sind.

Dennoch sollten Sie vor jeder Früherkennungsuntersuchung abwägen, ob diese Untersuchung für Sie geeignet ist, denn die Untersuchungen können auch Nachteile haben.

Stellen Sie daher für jedes Verfahren die Vorteile den Nachteilen gegenüber. Am Ende einer solchen Nutzen­-Risiko­-Abwägung können Sie dann entscheiden, ob Sie an dieser Krebsfrüherkennungsuntersuchung teilnehmen möchten oder nicht. Wenn Sie Fragen haben, Ihnen etwas unklar ist oder Sie sich damit überfordert fühlen, dann lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

 

Kernfragen für Ihre Bewertung

Ihre Bewertung können Sie anhand dieser Fragen vornehmen:

  • Wie groß ist mein persönliches Risiko, an dieser Krebsart zu erkranken?
  • Wie oft kommt es vor, dass die Untersuchungsmethode eine bereits bestehende Krebserkrankung wirklich erkennt (richtig-­positives Ergebnis)?
  • Wie oft kommt es vor, dass die Untersuchungsmethode eine bereits bestehende Krebserkrankung nicht erkennt (falsch­-negatives Ergebnis)?
  • Wie oft ergibt der Test einen Krebsverdacht, obwohl keine Krebserkrankung vorliegt (falsch­-positives Ergebnis)?
  • Wenn dieser Tumor früh erkannt wird, sind dann die Heilungsaussichten tatsächlich besser, als wenn er später entdeckt würde?
  • Wie viele Teilnehmer tragen Schäden durch die Früherkennungsuntersuchung?
  • Wie bei jeder Früherkennung gibt es das Problem der sogenannten Überdiagnose. Welche Nachteile kann diese mit sich bringen?

Zu den jeweiligen Untersuchungen gibt die Deutsche Krebshilfe Faltblätter mit den wichtigsten Informationen heraus, die Sie benötigen, um zu Ihrer informierten Entscheidung zu kommen. Basierend auf den oben genannten Kernfragen finden Sie in diesen Faltblättern auch die Empfehlungen der Experten der Deutschen Krebshilfe.

Früherkennungsuntersuchungen im Überblick

Folgende Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung (umgangssprachlich Krebsvorsorge) werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Organ Frau Mann Häufigkeit
Gebärmutterhals
  • Von 20-30 Jahren PAP-Test
  • Ab 35 Jahren Co-Test aus PAP- und HPV-Test
-

Jährlich

Alle drei Jahre

Brust
  • Ab 30 Jahren Tastuntersuchung
  • Von 50-69 Jahren Mammographie
-

Jährlich

Alle zwei Jahre

Haut
  • Ab 35 Jahren Screening bei zertifizierten Ärzten.
Alle zwei Jahre
Darm
  • Von 50-54 Jahren immunologischer Test auf verborgenes Blut im Stuhl
  • Ab 55 Jahren immunologischer Test auf verborgenes Blut im Stuhl, solange keine Darmspiegelung verfolgt ist
Jährlich
 

Ab 55 Jahren (Frauen) bzw. ab 50 Jahren (Männer):

  • Insgesamt zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren 
  • Erfolgt die erste Darmspiegelung mit 65 Jahren oder älter, Anspruch auf eine Untersuchung
Alle zwei Jahre
Prostata - Ab 45 Jahren Tastuntersuchung Jährlich

 

Früherkennungsuntersuchungen im Detail

Detaillierte Informationen zur Früherkennung finden Sie bei der jeweiligen Krebsart:

 

Benötigen Sie Hilfe?

Das INFONETZ KREBS steht Betroffenen nach einer Krebsdiagnose bei! Eine persönliche, kostenfreie Krebsberatung erhalten Sie montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr unter der Telefonnummer 0800 / 80 70 88 77 oder per E-Mail: krebshilfe@infonetz-krebs.de.