Chronische lymphatische Leukämie (CLL)

Jedes Jahr erkranken in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts etwa 2.010 Frauen und 2.910 Männer neu an einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL). Die Erkrankung ist in der Regel auch in fortgeschrittenem Stadium gut zu behandeln. Sie schreitet meist nur langsam voran, sodass viele Betroffene ein normales Lebensalter erreichen können.

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Was ist eine Leukämie?

Leukämien sind eine Gruppe von Krebserkrankungen des blutbildenden Systems. Hierbei sind verschiedene Vertreter weißer Blutkörperchen betroffen. Es wird zwischen chronischen und akuten Leukämien unterschieden.

Der Begriff Leukämie heißt wörtlich übersetzt „weißes Blut“. Wie der Name vermuten lässt, sind bei einer Leukämie die weißen Blutkörperchen im Blut zu zahlreich vertreten.

Grundsätzlich unterscheidet man einerseits zwischen akuten und chronischen Leukämien sowie andererseits zwischen lymphatischen und myeloischen Leukämien. Das erste Begriffspaar beschreibt, wie die Erkrankung verläuft, das zweite charakterisiert, woher die fehlerhaften, im Blut vermehrt auftretenden Zellen stammen.

Chronische Leukämien sind schleichende Erkrankungen, die die Betroffenen oft über einen längeren Zeitraum gar nicht bemerken. Bei diesen Blutkrebsarten treten die Leukämiezellen in ausgereifteren Formen auf, als dies bei den akuten Leukämien der Fall ist. Dagegen sind akute Leukämien lebensbedrohliche Erkrankungen, die unbehandelt innerhalb weniger Wochen oder Monate zum Tode führen.

Nach dieser Einteilung gibt es

  • Die chronische lymphatische Leukämie (CLL)
  • Die chronische myeloische Leukämie (CML)
  • Die akute lymphatische Leukämie (ALL)
  • Die akute myeloische Leukämie (AML)

In diesem Artikel wird nur die chronische lymphatische Leukämie behandelt. Sie ist in Deutschland die häufigste Form der Leukämie. Die CLL macht bei Frauen etwa 36 Prozent und bei Männern 40 Prozent aller Leukämieerkrankungen aus. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 4,8 von 100.000 Frauen und 7,1 von 100.000 Männern an CLL. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Frauen bei 74 Jahren und für Männer bei 72 Jahren.

Chronische lymphatische Leukämie – Was sind die Ursachen?

Die Ursachen für die chronische lymphatische Leukämie (CLL) sind nicht eindeutig geklärt. 

Krebs ist der Überbegriff für bösartige Gewebeneubildungen (Tumoren), die aus entarteten Zellverbänden entstehen. Diese Veränderungen entstehen am Erbgut der Zelle und sind der entscheidende Schritt von einer normalen Zelle zu einer bösartigen Tumorzelle. Eine so entstandene Tumorzelle vermehrt sich dann ungehindert.

Bei der CLL wirken sich die Veränderungen am Erbgut auf die Vorstufen der Lymphozyten – die Lymphoblasten – aus. Die Zellen vermehren sich schneller und sterben langsamer ab als normale Lymphozyten. Außerdem reifen sie nicht vollständig aus und können daher ihre Funktion nicht mehr richtig ausüben.

Was ist eine chronische lymphatische Leukämie (CLL)?

In unserem Körper sterben ständig Zellen ab, neue entstehen dafür. Auf diese Art bilden sich auch neue Blutzellen. Bei der chronischen lymphatischen Leukämie allerdings vermehren sich bösartig veränderte lymphatische Zellen ungehemmt ohne abzusterben.

Wenn unser Körper alte durch neue Zellen ersetzt, teilen sich die neuen Zellen zunächst und reifen dann aus, um ihre Aufgaben übernehmen zu können. Bei gesunden Menschen funktioniert dieser Ablauf so perfekt, dass genauso viele neue Zellen gebildet werden, wie zugrunde gegangen sind. Bestimmte Hemmfaktoren verhindern eine Überproduktion.

Für die Blutbildung läuft diese Zellerneuerung im Knochenmark ab, wo je nach Bedarf die entsprechende Menge an Blutkörper­chen aus unreifen Vorläuferzellen, den sogenannten Stammzel­len, gebildet wird.

Wenn Sie an einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) erkrankt sind, ist der Austausch alter durch neue Zellen gestört: Die Zellen teilen sich stattdessen unkontrolliert. Bei einer CLL finden sich im Blut, aber auch in den Lymphknoten, in der Milz, in der Leber und im Knochenmark auffallend viele lymphatische Zellen. Diese stammen alle von einer Ursprungszelle ab. Da diese Zelle bösartig verändert ist, teilt sie sich ungehemmt und kann ihre Funktion als Abwehrzelle nicht mehr ausführen.

Die gestei­gerte Teilung der kranken Zellen in Lymphknoten und lymphati­schen Organen wie zum Beispiel der Milz kann dazu führen, dass diese sich deutlich vergrößern.

Bei der CLL läuft diese ungehemmte Teilung typischerweise schleichend ab. Veränderungen der Blutwerte und vergrößerte Lymphknoten ergeben sich verhältnismäßig langsam. Es kann gut sein, dass es mehrere Jahre dauert, bis sich Anzeichen der Erkrankung (Symptome) bemerkbar machen.

Info: Unter den bösartigen Erkrankungen gehört die CLL zu den soge­nannten niedrigmalignen Lymphomen, das heißt zu den wenig aggressiven Lymphdrüsenkrebserkrankungen.

Zum Namen Leukämie kommt es, weil bei der Krankheit immer größere Mengen Zellen ins Blut ausgeschwemmt werden. Rich­tig ist beides: Da die Erkrankung Lymphknoten befällt, hat sie Eigenschaften eines Lymphoms. Da sie Lymphozyten ins Blut ausschwemmt, hat sie auch Eigenschaften einer Leukämie.

In selteneren Fällen werden nicht so viele Zellen ins Blut ausge­schwemmt. Dann spricht man von einem kleinzelligen lymphozy­tischen Lymphom (englisch small lymphocytic lymphoma, SLL). Dieses wird wie die CLL behandelt.

Gesunde neue Blutzellen werden im Knochenmark gebildet, und zwar je nach Bedarf aus unreifen Vorläuferzellen, den sogenann­ten Stammzellen. Da sich die CLL-Zellen auch im Knochenmark ausbreiten können, verdrängen sie hier die Zellen der gesun­den Blutbildung. Diese werden dadurch nicht mehr ausreichend gebildet, und es treten entsprechende Krankheits­anzeichen auf. Zu wenig neutrophile Granulozyten beeinträch­tigen die Infektionsabwehr: Sie sind dann anfälliger für Infek­tionen. Zu wenig rote Blutkörperchen führen zu Blutarmut: Sie fühlen sich dann schwach und sind nicht mehr so leistungsfähig. Fehlende Blutplättchen erhöhen das Risiko für Blutungen.

Weitere Informationen Patientenleitlinie CLL

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Die wesentlichen Bestandteile des Blutes

Die Blutmenge eines Erwachsenen beträgt etwa ein Zwölftel seines Körpergewichts. Blut besteht aus verschiedenen Teilen und erfüllt im Körper zahlreiche lebenswichtige Aufgaben. Wofür wird es benötigt? Wie ist es zusammengesetzt?

Ein Erwachsener hat normalerweise – je nach Körpergewicht – etwa fünf bis sechs Liter Blut. Über den Blutkreislauf versorgt es die Gewebe: Es transportiert Kohlendioxid und Stoffwechselprodukte ab, reguliert die Körperwärme und verteilt lebenswichtige Nährstoffe wie Enzyme, Mineralstoffe und Hormone. Blut nimmt im Darm Stoffe und in der Lunge Sauerstoff auf und bringt sie zu den Organen, die sie benötigen, zum Beispiel dem Gehirn, den Muskeln, den Drüsen. Verarbeitete Stoffe leitet es zur Speicherung, verbrauchte zur Ausscheidung weiter. Die verschiedenen Bestandteile des Blutes müssen richtig zusammengesetzt sein, damit ein Mensch sich wohlfühlt und gesund ist.

Etwa die Hälfte des gesamten Blutes besteht aus Blutplasma. Dieses setzt sich zu über neunzig Prozent aus Wasser und Eiweißkörpern zusammen. Die andere Hälfte des Blutes besteht aus Zellen, den sogenannten Blutkörperchen. Von ihnen gibt es drei Arten: die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die Blutplättchen (Thrombozyten) und die weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Blut ist bei Frauen und Männern geringfügig anders zusammengesetzt.

Blutzellen werden im Knochenmark – genauer gesagt im roten Knochenmark – gebildet. Das Knochenmark ist ein schwammartiges Gewebe, das die Hohlräume vieler Knochen ausfüllt. Die Blutkörperchen und die Blutplättchen entwickeln sich hier aus gemeinsamen Vorläuferzellen, den Blutstammzellen. Aus ihnen entwickeln sich myeloische Stammzellen, aus denen sich die roten Blutkörperchen, die Blutplättchen und ein Teil der weißen Blutkörperchen (Granulozyten und Monozyten) bilden und die lymphatischen Stammzellen, aus denen die Lymphozyten hervorgehen. Die Lymphozyten sind eine weitere Untergruppe der weißen Blutkörperchen.

Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten)

Am zahlreichsten sind im Blut die roten Blutkörperchen vorhanden: Ein gesunder Erwachsener besitzt zirka 25 Billionen (als Ziffer 25.000.000.000.000) davon. Die roten Blutkörperchen werden im Knochenmark gebildet und in der Milz abgebaut. Sie leben durchschnittlich 120 Tage.

Die wichtigste Aufgabe der roten Blutkörperchen besteht darin, den Sauerstoff, der in den Lungen aufgenommen wird, durch die Blutgefäße in die Gewebe zu transportieren. Dafür benötigen sie den in ihnen enthaltenen roten Blutfarbstoff, das Hämoglobin (Hb). Wenn zu wenig Blutfarbstoff vorhanden ist, besteht eine sogenannte Blutarmut (Anämie). Dann werden zu wenig Sauerstoff und Kohlendioxid ausgetauscht, und der betroffene Mensch leidet unter Müdigkeit, Atemnot, Schwäche oder Kopfschmerzen. Das Auftreten dieser Symptome hängt sehr stark von der Menge des Hämoglobins ab. Deshalb entscheidet der Arzt beispielsweise anhand des Hb-Wertes darüber, ob eine Blutübertragung (Transfusion) notwendig ist.

Die Blutplättchen (Thrombozyten)

Die Blutplättchen sind die kleinsten Blutkörperchen und haben ihren Namen nach ihrer Form erhalten (griechisch thrombos: Klumpen, Pfropf). Sie werden im Knochenmark gebildet, in der Milz abgebaut und leben durchschnittlich acht bis zwölf Tage.

Die Blutplättchen sorgen für die Blutgerinnung (Hämostase) und damit für die Blutstillung. Bei einer Verletzung dichten sie die Wände der Blutgefäße ab, indem sie innerhalb kürzester Zeit an der verletzten Stelle Plättchenpfropfen bilden. Später zerfallen diese Plättchen und setzen Substanzen frei, die die Gerinnungsfaktoren des Blutplasmas aktivieren.

Wenn ein Mensch zu wenig Blutplättchen hat, macht sich dies zum Beispiel durch Nasenbluten und kleine Hautblutungen (Petechien) bemerkbar. Bei Frauen treten dann außerdem verstärkte Regelblutungen auf.

Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten)

Die weißen Blutkörperchen sind bei gesunden Menschen nur in geringer Menge im Blut vorhanden (zwischen 4.000 und 9.000 je Mikroliter, μl). Leidet ein Mensch an einer Infektion, bei der eine akute Entzündung vorliegt, ist ihre Zahl deutlich erhöht (über 10.000 je Mikroliter, μl).

Die weißen Blutkörperchen übernehmen quasi die Polizeifunktion im Körper: Sie wehren Krankheitserreger ab. Außerdem beseitigen sie Abfallstoffe, die entstehen, wenn Körperzellen zerfallen.

Die Leukozyten teilt man wiederum in drei Gruppen auf. Jede Untergruppe erfüllt eine andere Funktion.

Aufteilung der weißen Blutkörperchen
Granulozyten Anteil im Blut 60 bis 70 Prozent
Lymphozyten

Anteil im Blut 20 bis 30 Prozent

  • B-Lymphozyten
  • T-Lymphozyten
Monozyten Anteil im Blut 2 bis 6 Prozent

Granulozyten

Die Granulozyten haben ihren Namen nach den in ihnen vorhandenen Körnchen (lateinisch granula). Sie leben fünf bis sechs Tage im Blut, verlassen dann die Blutbahn und wandern in die Gewebe, wo sie noch ein bis zwei Tage leben. Granulozyten können Keime abtöten. Sie sind daher sehr wichtig für die Infektionsabwehr.

Wenn Sie einen Laborausdruck mit Ihren Blutwerten erhalten, kann es sein, dass die Granulozyten auch mit anderen Namen bezeichnet und noch weiter unterteilt werden. Für die Infektabwehr am wichtigsten ist die Gruppe der sogenannten neutrophilen Granulozyten, kurz Neutrophile. Neutrophil beschreibt eine bestimmte Anfärbung der Granula. Sie werden noch weiter unterteilt in Stabkernige und Segmentkernige. Es gilt also: Stabkernige + Segmentkernige = Zahl der neutrophilen Granulozyten.

Lymphozyten

Die weißen Blutkörperchen werden im Knochenmark, in den Lymphknoten, im Thymus und in der Milz gebildet. Sie gelangen hauptsächlich über die Lymphbahnen ins Blut. Allerdings befindet sich nur ein sehr geringer Prozentsatz (zirka vier Prozent) im Blut selbst; etwa 70 Prozent sind in den Organen des lymphatischen Systems (Thymus, Lymphknoten, Milz). Zehn Prozent befinden sich im Knochenmark und der Rest in anderen Organen. Es gibt B- und T-Lymphozyten. Die B-Lymphozyten und die aus ihnen entstehenden sogenannten Plasmazellen haben eine wichtige Funktion in der Produktion von Eiweißmolekülen (Antikörpern), die sich gegen bestimmte Krankheitserreger richten.

Gut zu wissen: Bei einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) ist einer dieser B-Lymphozyten krankhaft verändert, reagiert nicht mehr auf Abschaltsignale des Körpers und teilt sich hemmungslos, sodass immer mehr bösartige lymphatische Zellen entstehen. Obwohl diese Zellen äußere Eigenschaften von reifen Zellen haben, sind sie nicht funktionstüchtig, tragen also nicht zur Immunabwehr bei.

Monozyten

Die Monozyten sind die größten im Blutausstrich sichtbaren Zellen. Sie bilden zusammen mit den sogenannten Fresszellen (Makrophagen) der Gewebe das Monozyten-Makrophagen-System. Dieses Abwehrsystem findet sich sogar bei sehr niederen Tieren. Die Monozyten beziehungsweise Makrophagen nehmen feste Teilchen wie Gewebetrümmer, Fremdkörper oder kleinste Organismen auf. Die Zelle selbst kann dadurch geschädigt oder sogar abgetötet werden. Abgestorbene Monozyten können ebenfalls von Makrophagen aufgenommen werden. Diese zerkleinern das Material und geben es als sogenanntes Antigen an Lymphknoten weiter – ein wichtiger Schritt zur Anregung des lymphatischen Systems.

Das Blutbild

Wenn Ihr Arzt bei Ihnen ein Blutbild macht, erfährt er genau, wie Ihr Blut zusammengesetzt ist.

Beim Differenzialblutbild wird unter dem Mikroskop ausgezählt, in welcher Menge die verschiedenen weißen Blutkörperchen (Granulozyten, Monozyten, Lymphozyten) sowie unreife Vorstufen (Blasten) oder andere auffällige Zellen vorhanden sind. Jedes Labor kann unterschiedliche Grenzwerte haben. Lassen Sie sich von Ihrem Behandlungsteam aufklären, ob sich die Werte Ihres Blutbildes im Normbereich befinden.

Normalwerte eines Blutbildes
Erythrozyten   4 – 5 Mio / μl
Thrombozyten   150.000 – 300.000 / μl
Leukozyten   4.000 – 9.000 / μl
Hämoglobin Männer 8,44 – 10,67 mmol/l (14 – 18 g / 100 ml)
  Frauen 7,45 – 9,30 mmol/l (12 – 16 g / 100 ml)

1 μl ist ein Mikroliter, also ein millionstel Liter (0,000001 l), mmol/l = Millimol pro Liter

Chronische lymphatische Leukämie – Welche Risikofaktoren gibt es?

Bei den meisten Betroffenen lässt sich nicht feststellen, warum sie an einer chronischen lymphatischen Leukämie erkrankt sind. Aber es gibt verschiedene Faktoren, die Ihr Risiko, dass Sie an einer CLL erkranken, erhöhen.

CLL durch erbliche Veranlagung?

Verwandte ersten Grades von Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie haben ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer CLL und für die Entstehung eines anderen Lymphoms.

Eine eindeutige Veränderung des Erbguts (genetische Veränderung) ließ sich dafür bisher aber noch nicht nachweisen. Vielmehr scheint eine Kombination aus mehreren genetischen Veränderungen die Entstehung der CLL zu begünstigen. So sind beispielsweise Menschen asiatischer Herkunft deutlich seltener von einer chronischen lymphatischen Leukämie betroffen.

Chemische Stoffe als Risikofaktor für CLL

Zu den erworbenen Erkrankungsrisiken für CLL – also solche, die mit Ihren Lebensumständen zusammenhängen – gehört zum Beispiel der Kontakt zu bestimmten chemischen Stoffen. Dies sind beispielsweise Insektenbekämpfungsmittel (Insektizide), Pflanzenschutzmittel (Herbizide) und andere biologische Stoffe (Biozide) sowie Benzol und andere organische Lösungsmittel oder auch Benz(a)pyren.

Wenn Sie durch Ihren Beruf solchen Stoffen ausgesetzt waren, kann die chronische lymphatische Leukämie unter bestimmten Voraussetzungen als Berufskrankheit anerkannt werden. Wenden Sie sich an Ihre Berufsgenossenschaft. Inwieweit der Kontakt zu anderen Stoffen zu Leukämien geführt haben kann, wird gegebenenfalls von den zuständigen Unfallversicherungsträgern im Sinne der Quasi-Berufskrankheiten Regelung (§ 9 (2) SGB VII) behandelt.

Weitere Risikofaktoren für CLL

Auch manche Medikamente, wie etwa bestimmte Zellgifte (Zytostatika) und Medikamente, die das körpereigene Abwehrsystem schwächen (Immunsuppressiva), werden mit dem Entstehen einer chronischen lymphatischen Leukämie in Zusammenhang gebracht.

Häufig wird vermutet, dass der Lebensstil – zum Beispiel Ernährung, Arbeitsbelastung und Stress sowie psychische Belastungen – die Entstehung von Leukämien beeinflusst. Nach heutigem Wissensstand gibt es keinen Zusammenhang zwischen Lebensstil und der Entstehung einer CLL.

Hinweis: Sollte auf Sie einer oder sogar mehrere der zuvor genannten Risikofaktoren zutreffen, dann bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass Sie an einer Leukämie erkranken müssen. Aber: Ihr persönliches Risiko kann erhöht sein.

Chronische lymphatische Leukämie: Symptome

Die Symptome bei einer chronischen lymphatischen Leukämie sind zu Beginn der Erkrankung so allgemein und uncharakteristisch, dass sie auch eine ganz andere Ursache haben können. Deshalb ist es wichtig, dass Sie bei bestimmten Symptomen frühzeitig eine Arztpraxis aufsuchen. Dort kann untersucht werden, woran es liegt – und die nächsten Schritte eingeleitet werden.

Bei einer CLL beginnt die Krankheit fast immer schleichend, und Betroffene fühlen sich im Alltag zunächst gar nicht beeinträchtigt. Die Diagnose wird häufig als Zufallsbefund im Rahmen von Blutbilduntersuchungen festgestellt. Zusätzliche Krankheitszeichen können Lymphknotenschwellungen und / oder eine Milzvergrößerung sein.

Wichtig: Suchen Sie bei den im Folgenden genannten allgemeinen Beschwerden auf jeden Fall eine Arztpraxis auf. Nur dort kann die Ursache dafür festgestellt werden.

Die häufigsten Krankheitszeichen bei einer chronischen lymphatischen Leukämie

  • Geschwollene Lymphknoten
  • Vergrößerte Milz / Leber
  • Wiederholter Nachtschweiß mit Wäschewechsel
  • Fieber unklarer Ursache
  • Ungeplante Gewichtsabnahme trotz unveränderter Kalorienzufuhr
  • Blässe
  • Blutarmut (Anämie) und infolgedessen verminderte Leistungsfähigkeit / Müdigkeit / Abgeschlagenheit / uncharakteristische Kopfschmerzen
  • Atemnot selbst bei mäßiger körperlicher Belastung
  • Schwindel
  • Häufige und / oder schwer verlaufende Infekte
  • Häufiger blaue Flecken
  • Nasenbluten, Zahnfleischbluten
  • Blutungen, die sich schwer stillen lassen oder winzige, punktartige Blutungen (Petechien) vor allem an Armen und Beinen

Weitere Informationen Patientenleitlinie CLL

Ausführliche Informationen über die Erkrankung finden Sie auch in der Patientenleitlinie "Chronische lymphatische Leukämie". Sie können die Leitlinie hier kostenfrei bestellen oder als PDF lesen.

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Diagnose der chronischen lymphatischen Leukämie

Eine frühzeitige Diagnose der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) ist wichtig, um eine sinnvolle Behandlung zu planen. Allerdings haben viele Menschen Angst davor, in eine medizinische Mühle zu geraten, wenn sie den Verdacht haben, dass sie an Krebs erkrankt sein könnten. Deshalb schieben sie den Besuch beim Arzt immer weiter hinaus. So verständlich diese Angst auch ist: Es ist wichtig, dass Sie möglichst bald zum Arzt gehen. Jeder Verdacht einer bösartigen Erkrankung sollte fachärztlich abgeklärt werden.

Die Untersuchungen im Rahmen der Diagnose einer chronischen lymphatischen Leukämie sollen folgende Fragen klären

  • Habe ich eine Leukämie?
  • Wenn ja, welche Leukämie ist es genau?
  • Wie weit ist die CLL fortgeschritten?
  • Mit welcher Behandlung der CLL kann für Sie der beste Erfolg erreicht werden?
  • Wie ist Ihr Allgemeinzustand?
  • Welche Behandlung kann Ihnen zugemutet werden?

Um den Verdacht, dass Sie an einer chronischen lymphatischen Leukämie erkrankt sind, zu bestätigen oder auszuräumen, sind eine Reihe von Untersuchungen erforderlich. Je nach Art der vermuteten Leukämie / Lymphomerkrankung, müssen die Untersuchungen mehr oder weniger rasch erfolgen.

Wenn alle Ergebnisse vorliegen, wird Ihre Behandlung geplant. Ihr Arzt wird Ihnen genau erklären, welche Möglichkeiten es gibt, wie sich die Behandlung der CLL auf Ihr Leben auswirkt und mit welchen Nebenwirkungen Sie rechnen müssen. Die endgültige Entscheidung über Ihre Behandlung werden Sie gemeinsam mit den behandelnden Ärzten treffen. Dabei ist es von Anfang an wichtig, dass sich ein vertrauensvolles Patienten-Arzt-Verhältnis entwickelt.

Hinweis: Fühlen Sie sich bei Ihrem behandelnden Arzt nicht gut aufgehoben? Oder möchten Sie, dass ein anderer Arzt die vorgeschlagene Behandlung bestätigt? Dann scheuen Sie sich nicht, eine zweite Meinung bei einem anderen (Fach-)Arzt einzuholen. Diese steht Ihnen unter bestimmten Umständen laut Patientenrechtegesetz zu.

Ihre Krankengeschichte (Anamnese)

In einem ausführlichen Gespräch wird der Arzt im Rahmen der Diagnose einer chronischen lymphatischen Leukämie nach Ihren aktuellen Beschwerden fragen und wie lange Sie diese schon haben. Er wird sich auch danach erkundigen, welche Krankheiten Sie früher bereits hatten und welche Sie vielleicht gerade haben. Auch Faktoren, die Ihr Risiko für eine CLL erhöhen sind wichtig. Denken Sie daran, dass Sie Ihrem Arzt sagen, welche Medikamente Sie einnehmen, auch ergänzende Mittel, die Ihnen kein Arzt verordnet hat (zum Beispiel Johanniskraut, Ginkgopräparate oder grüner Tee). Denn diese Substanzen können Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen.

Tipp: Vielleicht machen Sie sich vor dem Arztbesuch schon ein paar Notizen, damit Sie in dem Gespräch auch an alles denken.

Beschreiben Sie Ihrem Arzt all Ihre Beschwerden und Vorerkrankungen. Selbst Einzelheiten, die Ihnen unwichtig erscheinen, können für Ihren Arzt wichtig sein. Dazu gehören auch Informationen darüber, ob Sie vielleicht in Ihrem Beruf Faktoren ausgesetzt sind, die das Krebsrisiko erhöhen können. Der Arzt wird Sie aber auch nach bestimmten Dingen fragen und sich so ein umfassendes Bild machen.

Körperliche Untersuchung

Nach dem Gespräch wird Ihr Arzt Sie gründlich körperlich untersuchen. Dabei achtet er auf mögliche Zeichen einer chronischen lymphatischen Leukämie (zum Beispiel vergrößerte Lymphknoten, vergrößerte Milz) oder auf vielleicht bereits eingetretene Komplikationen (etwa Infektionen, Blutungen). Alle Informationen, die der Arzt hierdurch erhält, werden ihm helfen, die richtige Diagnose zu stellen.

Blutuntersuchungen

Um festzustellen, ob Sie an einer chronischen lymphatischen Leukämie erkrankt sind, muss Ihr Blut umfassend untersucht werden. Dabei wird ein Blutausstrich gemacht und die Zellen unter dem Mikroskop beurteilt (peripherer Blutausstrich). Die Immunphänotypisierung ist eine weitere notwendige Untersuchung, um herauszufinden, ob Sie eine CLL haben. Dabei werden bestimmte Oberflächenmerkmale (zum Beispiel CD20) der Zellen mithilfe von fluoreszierenden Antikörpern gefärbt. Man kann damit die meisten Lymphomerkrankungen sowie Leukämien bereits recht genau diagnostizieren und in spezielle Untergruppen einteilen. Für die Stellung der Diagnose CLL ist eine Immunphänotypisierung in aller Regel ausreichend.

Im Übrigen ist Ihr Blut auch sonst eine wichtige Informationsquelle: Es gibt zum Beispiel Auskunft über Ihren Allgemeinzustand und über die Funktion einzelner Organe wie Nieren und Leber. Diese Informationen können eventuell wichtig für die bevorstehende Behandlung sein.

Knochenmarkuntersuchung

Eine Knochenmarksuntersuchung ist in der Regel nicht erforderlich, da die Diagnose der chronischen lymphatischen Leukämie aus dem Blut gestellt wird.

Lymphknotenpunktion / -entnahme

In seltenen Fällen kann es sein, dass in Blut und Knochenmark keine CLL-Zellen nachweisbar sind, bei Ihnen aber durch vergrößerte Lymphknoten dennoch der Verdacht auf eine chronische lymphatische Leukämie besteht. Auch kann es sein, dass sich die Diagnose der CLL aus dem Blut nicht ganz eindeutig mittels Immunphänotypisierung bestimmen lässt. In diesen Fällen kann es notwendig sein, Zellen aus Lymphknoten zu entnehmen (Lymphknotenpunktion) oder einen ganzen Lymphknoten zu entfernen. Dieser Eingriff wird üblicherweise in örtlicher (lokaler) Betäubung durchgeführt.

Bildgebende Untersuchungen

Bildgebende Untersuchungen sind für die Diagnose einer CLL nicht notwendig. Sie können aber in Einzelfällen veranlasst werden, um festzustellen, wie stark sich die Erkrankung aus¬gebreitet hat. Zu diesen weiterführenden, bildgebenden Untersuchungen gehören zum Beispiel die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) und die Computertomographie.

Ultraschall

Mit einer Ultraschalluntersuchung im Rahmen der Diagnose einer chronischen lymphatischen Leukämie kann der Arzt in Ihren Bauch (Abdomen) hineinsehen und innere Organe wie Leber, Nieren, Milz und Darm betrachten. Auch vergrößerte Lymphknoten, die auf ein Lymphom hinweisen können, lassen sich auf dem Bild¬schirm erkennen.

Comutertomographie

Die Computertomographie (CT) ist eine spezielle Röntgenuntersuchung, die innere Organe im Bauch- und Brustraum, das Schädelinnere und auch vergrößerte Lymphknoten darstellen kann. Bei dem Verfahren wird ein Röntgenstrahl in einem Kreis um den liegenden Patienten herumgeführt und dessen Körper durchleuchtet. Aus den Röntgensignalen werden dann durch komplizierte Rechenverfahren Schnittbilder hergestellt. Diese Bilder zeigen den Körper im Querschnitt und können darüber informieren, wie weit sich die Erkrankung im Körper ausgebreitet hat.

Im Vergleich zur Ultraschalluntersuchung hat die Computertomographie den Vorteil, dass sie auch lufthaltige Organe darstellen kann. Sie ist jedoch durch die Röntgentechnik mit einer Strahlenbelastung verbunden.

Spezielle Laboruntersuchungen vor Beginn einer CLL-Therapie

Bevor mit der Therapie einer chronischen lymphatischen Leukämie begonnen wird, sollten die CLL-Zellen auf bestimmte genetische Veränderungen untersucht werden. Je nach Ergebnis können die Ärzte besser entscheiden, welche CLL-Therapie bei Ihnen am besten durchgeführt wird. Man weiß heute zum Beispiel, dass der Verlust oder die Veränderung eines bestimmten Gens (TP53) beziehungsweise das Chromosom (17p) dazu führt, dass bei diesen Betroffenen die Behandlung nicht so lange wirkt. Eine konkrete Aussage zum Krankheitsverlauf per se lässt sich jedoch nicht treffen.

Wie geht es nach der Diagnose CLL weiter?

Wenn feststeht, dass Sie eine CLL haben, sollten Sie in einer Klinik oder einem Zentrum mit hämatoonkologischem Schwerpunkt versorgt werden, die auf die Behandlung von Krebserkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems spezialisiert sind. Die Diagnostik und Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) finden im Regelfall ambulant statt. Betreut werden Sie dabei in einer Klinik oder Praxis für Hämatologie / Onkologie. Sie müssen üblicherweise nur in wenigen Fällen einige Nächte im Krankenhaus verbringen.

Lassen Sie sich genau erklären, welches Vorgehen Ihre Ärzte für sinnvoll und am besten geeignet halten. Lassen Sie sich auch die einzelnen Behandlungsmöglichkeiten erläutern. Die Ärzte werden dann gemeinsam mit Ihnen die für Sie am besten geeignete Behandlungsstrategie festlegen. Wenn Sie bei der vorgeschlagenen Behandlung Bedenken haben, fragen Sie nach, ob es noch andere Möglichkeiten gibt.

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Klassifikation und Stadieneinteilung bei chronischer lymphatischer Leukämie

Der Verlauf der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Anhand des Krankheitsstadiums, des Alters und verschiedener Blutuntersuchungen kann dieser besser abgeschätzt und entsprechende Behandlungsansätze ausgewählt werden.

Das Krankheitsstadium der chronischen lymphatischen Leukämie wird durch die körperliche Untersuchung sowie das Blutbild festgelegt. Hierbei werden zwei ähnliche Systeme zur Einteilung des Krankheitsstadium genutzt: in Europa die Klassifikation nach Binet (Stadium A, B oder C), in den USA die Klassifikation nach Rai (Stadium 0 – IV).

Stadium nach Binet Beschreibung
A Weniger als drei befallene Lymphknotenregionen, Hämoglobin mindestens 10 g / dl, Thrombozyten mindestens 100.000 / μl
B Drei oder mehr befallene Lymphknotenregionen, Hämoglobin mindestens 10 g / dl, Thrombozyten mindestens 100.000 / μl
C Hämoglobin niedriger als 10 g / dl und/oder Thrombozyten unter 100.000 / μl, unabhängig von der Zahl der befallenen Lympnkotenregionen

1 dl = 1 Deziliter gleich 0,1 Liter (l), 1 μl = 1 Mikroliter, ein millionstel Liter (0,000001 l)

Zusätzlich kann im Falle einer behandlungsdürftigen CLL mithilfe der zuvor im Rahmen der Diagnose durchgeführten Blutuntersuchungen die CLL-Therapie besser an das individuelle Risiko angepasst werden (Internationaler Prognostischer Index, CLL-IPI). Hierbei werden fünf Risikofaktoren kombiniert und bewertet.

Risikofaktor
Alter 65 Jahre und jünger Älter als 65 Jahre
Stadium Binet A oder Rai 0 Binet B-C oder Rai I-IV
Serum-ß2-Mikroglobulin ≤ 3,5 mg / l > 3,5 mg / l
IGHV-Status Mutiert Nicht mutiert
TP53-Status Unauffällig Verlust des Genabschnitts (Deletion) 17p (FISH) und / oder TP53-Mutation

 

Therapie der chronischen lymphatischen Leukämie

Bei einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) ist anfangs häufig keine oder nur eine schonende Therapie notwendig. Damit unterscheidet sich ihre Behandlung wesentlich von der bei akuten Leukämien, bei denen unmittelbar nach der Diagnosestellung eine aggressive Chemotherapie beginnt.

Sind Sie an chronischer lymphatischer Leukämie erkrankt, wundern Sie sich nicht, wenn Sie anfangs noch gar nicht oder vielleicht sogar nie behandelt werden. Es bedeutet nicht, dass eine Behandlung nicht mehr aussichtsreich ist oder Ihnen sogar aus Kostengründen vorenthalten wird.

Die Entscheidung, wann bei einer CLL eine Therapie notwendig wird, hängt von vielen Faktoren ab. Im frühen Stadium ist in aller Regel keine Behandlung nötig. Oft werden Betroffene mit CLL über viele Jahre hinweg nur regelmäßig ambulant kontrolliert (Watch & Wait-Strategie), weil eine CLL-Therapie noch nicht notwendig ist. In Studien konnte wiederholt gezeigt werden, dass eine frühzeitigere Therapie der chronischen lymphatischen Leukämie keinen Überlebensvorteil gegenüber dem abwartenden Verhalten bringt. Daher stellt die Watch & Wait-Strategie weiterhin das Standardvorgehen dar.

Eine Behandlung ist im Stadium Binet C erforderlich (Hämoglobin, kurz Hb, < 10 g / 100 ml und / oder Thrombozyten < 100.000 pro mm3).

In den Stadien Binet A und B (Hb > 10 g / 100 ml, Thrombozyten normal) sollte eine CLL-Therapie begonnen werden, wenn

  • B-Symptome (Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust) aufgetreten sind
  • Die Lymphknoten groß sind oder rasch wachsen
  • Die Milz zunehmend größer wird und / oder Beschwerden verursacht
  • Ein Mangel an Blutplättchen oder roten Blutkörperchen vorliegt, der durch das eigene Immunsystem verursacht wird und nicht auf Kortison anspricht.

Auch bei der CLL ist es in den letzten Jahren gelungen, den wahrscheinlichen Verlauf der Erkrankung besser vorhersagen zu können. Das gelang durch spezielle Untersuchungen der Leukämiezellen. Damit ist es möglich, diejenigen Betroffenen herauszufiltern, bei denen mit einem ungünstigeren Krankheitsverlauf zu rechnen ist. Diese werden dann mit der für sie passenden Therapie behandelt.

Hierdurch können aber vor allem Aussagen darüber getroffen werden, wie gut Sie auf die Therapie ansprechen – nicht über den Krankheitsverlauf per se. Daher können diese Untersuchungen erst erfolgen, wenn eine behandlungsbedürftige CLL vorliegt.

Sollte Ihre Erkrankung noch nicht behandlungsbedürftig sein, werden Sie nach dem „Watch & Wait“-Vorgehen dennoch regelmäßig untersucht. Anhand einer Blutuntersuchung wird überprüft, ob Sie im Verlauf doch behandelt werden müssen. Viele Patienten haben zudem das Bedürfnis, in der Watch & Wait-Phase selbst etwas gegen die Krebserkrankung zu tun. Folgende Möglichkeiten haben Sie dabei, Ihre Krankheit oder Ihren Fitnesszustand positiv zu beeinflussen, teilweise sogar mit nachgewiesenem Vorteil auf das Gesamtüberleben:

Übrigens: Bei Rauchern ist der Körper schlechter durchblutet als bei Nichtrauchern. Bei krebskranken Menschen, die weiter rauchen, führt das zum Beispiel dazu, dass eine medikamentöse Therapie weniger gut wirkt.

Deshalb raten wir Betroffenen dringend: Hören Sie auf zu rauchen.

Wenn Sie es alleine nicht schaffen, holen Sie sich professionelle Hilfe, zum Beispiel bei einer telefonischen Beratung.

BIÖG-Telefonberatung zur Rauchentwöhnung (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit)
Telefon: 0800 8313131
(Mo bis Do 10 – 22 Uhr, Fr bis So 10 – 18 Uhr, kostenfrei aus dem deutschen Festnetz)

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Zielgerichtete Therapien

Die Möglichkeiten der CLL-Therapie haben sich In den letzten Jahren weiterentwickelt. Inzwischen werden sogenannte zielgerichtete Therapien (englisch targeted therapies) eingesetzt und kaum mehr Chemotherapien.

Im Gegensatz zur Chemotherapie schädigen zielgerichtete Therapien nicht alle sich teilenden Zellen. Sie greifen gezielt in den Teilungszyklus der CLL- Zellen ein, indem sie deren Signalwege hemmen.

Die Behandlung der CLL hängt stark von Ihrem individuellen Krankheitsverlauf und Allgemeinzustand sowie von spezifischen genetischen Merkmalen der Leukämiezellen ab. Bei der Auswahl der Therapie werden auch die erwarteten Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten berücksichtigt. Daher ist eine enge Zusammenarbeit mit einem hämatologischen Spezialisten unerlässlich, um die bestmögliche Therapie zu finden.

Für die zielgerichtete Therapie stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Sie gehören zu den Gruppen der sogenannten Signalwegehemmer und Antikörper.

Zielgerichtete Therapie
Gruppe Untergruppe Wirkstoff
Signalwegehemmer BTK-Hemmer
  • Ibrutinib
  • Acalabrutinib
  • Zanubrutinib
  • Pirtobrutinib
  BCL2-Hemmer
  • Venetoclax
Antikörper CD20-Antikörper
  • Obinutuzumab
  • Rituximab

Signalwegehemmer

Signalwegehemmer sind Medikamente, die Botenstoffe innerhalb der CLL-Zellen so blockieren, dass sich diese nicht mehr teilen und vermehren können. Signalwegehemmer dringen in die Zellen ein, blockieren den Informationsfluss in der Zelle und sorgen dafür, dass diese abstirbt.

Die Medikamente greifen an unterschiedlichen Stellen der Krebszellen an. Die zur Behandlung der CLL zugelassenen BTK-Hemmer Ibrutinib, Acalabrutinib, Zanubrutinib und Pirtobrutinib hemmen das BTK-Enzym (BTK steht für Bruton-Tyrosinkinase) in den B-Lymphozyten. Dadurch werden Wachstumssignale und das gezielte Verweilen und Aktivwerden (Nistverhalten) der bösartigen Lymphozyten unterbrochen. Die Krebszellen wandern aus den Lymphknoten und der Milz ins Blut in den Adern und sterben dort ab. Die Erkrankung wird dadurch aufgehalten.

Der Signalwegehemmer Venetoclax hingegen bindet an ein Eiweiß namens Bcl-2, welches für das verlängerte Überleben von CLL-Zellen verantwortlich ist. Wird das Eiweiß blockiert, sterben die Krebszellen und die Erkrankung wird zurückgedrängt.

Antikörper

Die B-Lymphozyten und damit auch die CLL-Zellen tragen ein spezielles Merkmal auf ihrer Oberfläche (CD20). CD20-Antikörper binden an diese Struktur auf der Oberfläche der Krebszelle, die daraufhin abstirbt. Die Therapie mit Venetoclax und in selteneren Fällen mit BTK-Hemmern wird daher mit einem CD20- Antikörper (z. B. Obinutuzumab, Rituximab) kombiniert.

Wie läuft die zielgerichtete Therapie ab?

BTK-Hemmer gibt es als Tablette oder Kapsel. Sie können die Medikamente täglich von zu Hause aus einnehmen und verbringen somit auch weniger Zeit in der Arztpraxis. Wenn sie alleine (als Monotherapie) verordnet werden, werden diese Medikamente dauerhaft eingenommen, auch über mehrere Jahre, solange sie wirken und gut vertragen werden. Bei bestimmten Nebenwirkungen kann die Dosis verringert werden oder ein Wechsel auf einen anderen BTK-Hemmer sinnvoll sein.

Ibrutinib war der erste zugelassene BTK-Hemmer. Zanubrutinib und Acalabrutinib hemmen das BTK-Enzym spezifischer und führen so zu weniger Nebenwirkungen, insbesondere solcher am Herzen. Sie werden daher bei älteren Patienten mit bekannten Herzerkrankungen bevorzugt eingesetzt.

Pirtobrutinib ist ein neuerer BTK-Hemmer, der im Unterschied zu den vorherigen Medikamenten das Enzym an einer anderen Stelle und nicht dauerhaft blockiert. Dadurch wirkt es auch bei Patienten, bei denen die anderen Hemmer nicht mehr greifen. Pirtobrutinib wird bisher nur dann eingesetzt, wenn die Erkrankung erneut auftritt (Rezidiv). Der BTK-Hemmer wird also nicht als erste Therapie eingesetzt.

Venetoclax erhalten Sie täglich als Tablette für zwölf Monate. Da Venetoclax zu einem schnellen und unter Umständen lebensbedrohlichen Zerfall der CLL-Zellen führen kann (Tumorlysesyndrom), wird die Medikamentendosis schrittweise erhöht. Zu Beginn der Medikamenteneinnahme wird Ihnen häufiger Blut abgenommen. Damit lässt sich eine Schädigung der Nieren durch Zellzerfall vermeiden beziehungsweise rechtzeitig erkennen. Achten Sie an den 2 Tagen vor und während der Aufdosierungsphase von Venetoclax auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Haben Sie die Zieldosis erreicht, können Sie die Tabletten dann ohne gehäufte Blutentnahmen täglich einnehmen.

Die ersten sechs Monate wird Venetoclax mit dem CD20-Antikörper Obinutuzumab kombiniert. Obinutuzumab erhalten Sie als Flüssigkeit in eine Vene (Infusion). Im ersten Zyklus wird der Antikörper dreimal in wöchentlichen Abständen gegeben, ab dem zweiten Zyklus dann nur noch alle 28 Tage.

Als weitere Option können die zwei Signalwegehemmer Ibrutinib und Venetoclax kombiniert für einen festgelegten Zeitraum von meist 15 Monaten verabreicht werden. Die Dosis von Venetoclax wird dabei schrittweise erhöht. Diese Kombination ist die bislang einzige zugelassene Tabletten-Therapie, die nicht dauerhaft eingenommen werden muss. Sie ist bislang nur für die Kombination von Ibrutinib und Venetoclax zugelassen.

Während allen Therapien werden Ihre Blutwerte regelmäßig kontrolliert. Falls notwendig, erhalten Sie außerdem vorbeugend Medikamente gegen spezifische Nebenwirkungen der Krebsbehandlung.

Wann wird welches Medikament eingesetzt?

Bisher liegen keine verlässlichen Studienergebnisse vor, die zeigen, ob die eine CLL-Therapie wirksamer ist als die andere. Daher richtet sich die Behandlungsstrategie nach Ihren individuellen Voraussetzungen. Berücksichtigt werden dabei:

  • Alter bzw. Fitness
  • Begleiterkrankungen
  • Begleitmedikamente
  • Genetische Risikofaktoren der CLL-Zellen
  • Persönliche / soziale Faktoren

Das Zusammenspiel dieser Faktoren ist individuell sehr unterschiedlich. Deshalb eignen sich bestimmte Medikamente für manche Menschen besser als für andere. Wurde beispielsweise bei Ihnen eine TP53-Mutation festgestellt, erhalten Sie in der Regel BTK-Hemmer. Leiden Sie jedoch an einer Herzerkrankung, sind diese Medikamente nicht die erste Wahl. Auch Venetoclax wird eher nicht gegeben, wenn bei Ihnen eine Nierenfunktionsstörung vorliegt. Das heißt aber nicht, dass Sie diese Medikamente keinesfalls erhalten. Sprechen Sie hierfür offen mit Ihrem Behandlungsteam. Auch der mögliche Wunsch nach einer Therapiepause wird dabei berücksichtigt.

Hinweis: Um Ihren Fitnesszustand und Ihre Organfunktionen besser einschätzen zu können, sind zusätzliche Untersuchungen notwendig. So können zum Beispiel ein EKG oder eine Voruntersuchung in einer kardiologischen Praxis erfolgen. Mit speziellen Laboruntersuchungen lassen sich Ihre Leber- und Nierenfunktionen überprüfen. Gegebenenfalls wird eine CT-Untersuchung veranlasst, um abzuschätzen, wie stark sich die Krebszellen ausgebreitet haben. Besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, welche Therapie für Sie infrage kommt.

Nebenwirkungen von zielgerichteten Therapien

Zielgerichtete Therapien sind deutlich verträglicher als Chemotherapien. Dennoch können auch diese medikamentösen Krebstherapien Nebenwirkungen verursachen.

Häufige Nebenwirkungen sind:

  • Durchfall
  • Muskel-, Kopf- und Gelenkschmerzen
  • Hautausschlag
  • Schwindel
  • Müdigkeit / Fatigue
  • Bluthochdruck
  • Blutungen bzw. Hauteinblutungen
  • Allergische Reaktion mit Fieber und Schüttelfrost
  • Zahl der weißen Blutzellen ist verringert
  • Blutarmut – Zahl der roten Blutzellen ist verringert
  • Zahl der Blutplättchen ist verringert
  • Infektionen

Seltener treten Herzrhythmusstörungen auf und / oder es kommt zu einem raschen Zerfall von Krebszellen, der Nieren und Herz schädigen kann (Tumorlysesyndrom).

Nebenwirkungen treten überwiegend zu Beginn der Behandlung auf. Hat der Körper sich an die Medikamente gewöhnt, werden diese meist besser vertragen. Bestimmte Nebenwirkungen entwickeln sich jedoch auch erst über die Zeit. Bleiben Sie daher im stetigen Austausch mit Ihrem Behandlungsteam.

Bei BTK-Hemmern ist das Blutungsrisiko erhöht, da die Blutplättchen nicht voll funktionsfähig sind. Daher sollten blutverdünnende Medikamente, wie zum Beispiel Heparin, vermieden werden.

Auch frei zugängliche Medikamente, wie zum Beispiel Johanniskraut oder Fischölkapseln, können zu relevanten Wechselwirkungen mit der medikamentösen Krebstherapie führen. Besprechen Sie daher alle Medikamente, die Sie einnehmen, mit Ihrem Behandlungsteam.

Ihr Arzt wird Sie in jedem Fall vor Beginn einer CLL-Therapie über mögliche Nebenwirkungen aufklären und Ihnen erläutern, worauf Sie achten sollten. Treten bei Ihnen Nebenwirkungen auf, besprechen Sie immer mit ihm, was Sie dagegen tun können. Vielleicht muss die Therapie unterbrochen oder die Dosis verringert werden. Falls die Nebenwirkungen zu schwerwiegend sind, muss die Behandlung abgebrochen werden.

Wenn die CLL fortschreitet

Eine Heilung der chronischen lymphatischen Leukämie ist derzeit bei den meisten Patienten nicht möglich. Allerdings haben sich die Behandlungsmöglichkeiten durch zielgerichtete Therapien deutlich verbessert, was die Lebensqualität und die Lebenserwartung der Betroffenen erheblich erhöht.

Zielgerichtete Therapien können die Krankheit oft über lange Zeiträume kontrollieren und die Symptome lindern. Für manche Patienten kann dies zu langanhaltender Krankheitskontrolle (Remission) führen.

Unter bestimmten Umständen kommt für junge und ansonsten gesunde Patienten eine Stammzelltransplantation infrage. Diese Behandlung bietet eine mögliche Heilung, ist jedoch mit erhebli¬chen Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Daher wird sie nur in ausgewählten Fällen angewendet.

Bei einigen Betroffenen schreitet die Krankheit jedoch nach der ersten Therapie nach einiger Zeit wieder fort. Genau wie bei der Erstdiagnose bedeutet die alleinige Zunahme von Lymphozyten jedoch nicht, dass wieder eine Therapie eingeleitet werden muss. Auch hier wird zunächst so lange abgewartet (Watch & Wait) bis sich erste Symptome entwickeln.

Wenn die Erkrankung einige Zeit nach der Therapie erneut auftritt (Rezidiv) und wieder behandlungspflichtig wird, richtet sich die Behandlung wie bei der Ersttherapie nach individuellen Faktoren sowie nach der bereits verabreichten Therapie. Sind seit Therapieende mehr als drei Jahre vergangen, kann die erste Therapie aufgrund der guten Wirksamkeit wiederholt werden. Sollte die Krankheit früher wiederkehren oder haben Sie die erste Behandlung nicht gut vertragen, muss auf eine andere Behandlung gewechselt werden. Dabei wird zumeist auf die Therapie-Art gewechselt, die zuvor noch nicht gegeben wurde. War die erste Behandlung beispielsweise eine Dauertherapie mit BTK-Hemmern, kann im Rezidiv der Signalweg-Hemmer Venetoclax eingesetzt werden. Venetoclax wird dann über zwei Jahre gegeben und in den ersten sechs Monaten mit dem CD20-Antikörper Rituximab kombiniert. Ist als erstes eine Therapie mit Venetoclax erfolgt, kann ein Wechsel auf BTK-Hemmer sinnvoll sein.

Tipp: Informieren Sie sich, ob Sie möglicherweise für eine klinische Studie infrage kommen. Neue Therapiemöglichkeiten werden häufig zunächst bei erneut aufgetretener CLL erprobt.

Übertragung fremder Stammzellen (allogene Stammzelltransplantation)

Die Übertragung von Stammzellen eines verwandten oder nicht verwandten Spenders (allogene Stammzelltransplantation) wird aufgrund ihrer hohen Risiken und Nebenwirkungen nur in seltenen Fällen als CLL-Therapie durchgeführt.

Wenn bei Ihnen eine Stammzelltransplantation in Betracht kommt und Sie ausführlichere Informationen dazu möchten, können Sie diese bei Ihrem behandelnden Arzt erhalten, bei den Zentren für Knochenmark- beziehungsweise Stammzelltransplantation oder bei der Deutschen Leukämie- & Lymphom-Hilfe e. V. (DLH), dem Bundesverband der Selbsthilfeorganisationen zur Unterstützung von Erwachsenen mit Leukämien und Lymphomen. Die Adresse des Ihrem Wohnort nächstgelegenen Zentrums erfahren Sie ebenfalls bei der DLH oder beim INFONETZ KREBS der Deutschen Krebshilfe.

Supportive Therapie und Infektionsschutz

Infektionen sind eine häufige Komplikation bei der CLL. Grund dafür ist ein gestörtes Immunsystem infolge der Erkrankung. Zusätzlich können die Medikamente zur Behandlung der CLL das Immunsystem schwächen.

Eine Vorbeugung gegen Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen wird nicht generell empfohlen. In bestimmten Situationen, zum Beispiel bei bekannter Hepatitis-B-Erkrankung, sollten jedoch bei gleichzeitiger Therapie mit CD20-Antikörpern vorbeugende Maßnahmen getroffen werden.

CLL-Patienten wirksam zu impfen, ist eine große Herausforderung. Dennoch sind Schutzimpfungen sehr wichtig, um Infektionen vorzubeugen. Einige Impfungen können verhindern, dass Ihr geschwächtes Immunsystem anfällig für zum Beispiel Viruserkrankungen ist. Inaktivierte Impfstoffe sind sicher und können im Allgemeinen ohne Risiko eingesetzt werden. Lebendimpfstoffe sollten nur mit Vorsicht verwendet werden, da sie grundsätzlich eine Infektion auslösen können. Sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt.

Ergänzende Behandlungsmöglichkeiten bei CLL

Neben den schulmedizinischen Methoden werden bei chronisch lymphatischer Leukämie auch komplementäre und alternative Behandlungsmethoden angeboten. Worin unterscheiden sich diese und auf was sollten Sie dabei achten? 

 

Mehr erfahren

Rehabilitation und Nachsorge

Rehabilitation und Nachsorge sind wesentliche Bestandteile der onkologischen Versorgung nach einer chronischen lymphatischen Leukämie. Rehabilitationskliniken, Fach- und Hausarzt betreuen und begleiten Betroffene nach der stationären oder ambulanten Akutversorgung. Viele wenden sich zusätzlich auch an eine Selbsthilfegruppe. Rehabilitationssport ist ein fester Bestandteil der Angebote.

Rehabilitation

Wenn Sie die erste Behandlungsphase (Primärbehandlung) der chronischen lymphatischen Leukämie beendet ist, beginnt die nächste Phase: die Rehabilitation. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt darüber, ob und wann eine Rehabilitation für Sie sinnvoll ist.

Viele Betroffene treffen sich in speziellen Rehabilitations-Sport¬gruppen. Diese treffen sich regelmäßig, eine ärztliche Aufsicht ist jedoch nicht notwendig.

Ausführliche Informationen erhalten Sie im Text Rehabilitation.

Nachsorge

Ziel der Nachsorge bei einer chronischen lymphatischen Leukämie ist es, rechtzeitig zu erkennen, wenn die Krankheit wieder auftritt (Rezidiv) sowie Begleit- oder Folgeerkrankungen festzustellen und zu behandeln. Inhalt der Nachsorge ist auch, Ihnen bei Ihren körperlichen, seelischen und sozialen Problemen zu helfen. Dazu gehört auch, dass Folgen oder Behinderungen, die durch die Krankheit entstanden sind, so weit wie möglich behoben werden und Sie – wenn Sie es wünschen – wieder berufstätig sein können.

Ausführliche Informationen erhalten Sie im Text Nachsorge.

Selbsthilfegruppen

Die meisten an chronischer lymphatischer Leukämie Erkrankten trifft die Diagnose völlig überraschend. Die Behandlung und alles, was sich daran anschließt, die Befürchtung, dass das Leben früher als erwartet zu Ende sein könnte, die praktischen, alltäglichen Folgen der Krankheit – all das sind neue, unbekannte Probleme.

Für viele ist dann der Kontakt zu anderen Betroffenen, die Sie zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe finden, eine große Hilfe. Denn sie kennen die Probleme aus eigener Erfahrung und können Ihnen mit Rat und Tat helfen.

Eine Selbsthilfegruppe können Sie bereits aufsuchen, wenn Ihre CLL noch nicht behandlungsbedürftig ist (Watch & Wait). Auch während der Behandlungszeit oder nach Abschluss der Therapie ist eine Kontaktaufnahme jederzeit möglich. Wenn Ihnen Ihr Arzt oder das Pflegepersonal im Krankenhaus bei der Suche nach einer Selbsthilfegruppe nicht helfen kann, wenden Sie sich an das INFONETZ KREBS der Deutschen Krebshilfe.

Sie können sich außerdem an das Haus der Krebs-Selbsthilfe – Bundesverband e. V. wenden. Dieser leitet Sie an die entsprechende Selbsthilfeorganisation oder -gruppe weiter. Die Selbsthilfeverbände, die dem Bundesverband angeschlossen sind, werden von der Deutschen Krebshilfe finanziell unterstützt: Die Hilfe von Betroffenen für Betroffene und der Austausch untereinander können wertvolle Bausteine zur Bewältigung der Erkrankung und im Genesungsprozess sein.

Weitere Informationen

Text und Redaktion

  • Sandra von dem Hagen, Stiftung Deutsche Krebshilfe
  • Dr. Désirée Maßberg, Stiftung Deutsche Krebshilfe
  • Gabriela Wolff-Bosio, Stiftung Deutsche Krebshilfe

Medizinische Beratung

Prof. Dr. med. M. Hallek
Direktor der Klinik I für Innere Medizin
Universitätsklinikum Köln
Kerpener Straße 62
50937 Köln

Dr. med. P. Langerbeins
Klinik I für Innere Medizin
Universitätsklinikum Köln
Kerpener Straße 62
50937 Köln

Bei der Erstellung der Broschüre wurde die Deutsche Krebshilfe zudem unterstützt von der Deutschen Leukämie- & Lymphom-Hilfe – Bundesverband der Selbsthilfeorganisationen zur Unterstützung von Erwachsenen mit Leukämien und Lymphomen e. V.

Quellen

Zur Erstellung dieses Textes wurden die nachstehend aufgeführten Informationsquellen herangezogen:

  • Krebs in Deutschland für 2021 -2023. 15. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg) und Deutsche Krebsregister e. V. (Hrsg), Berlin, 2025.
  • S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patient*innen mit einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL). Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Version 2.0, 2024, AWMF-Registernummer: 018-032OL
  • Onkopedia Leitlinien – Chronische Lymphatische Leukämie (CLL). www.on¬kopedia.com/de/onkopedia/guidelines/chronische-lymphatische-leukaemie-cll/@@ guideline/html/index.html, Stand: September 2024
  • Berufliche Rehabilitation: Ihre neue Chance. Deutsche Rentenversicherung Bund, 19. Auflage, 4/2024
  • Mit Rehabilitation wieder fit für den Job. Deutsche Rentenversicherung Bund, 19. Auflage, 8/2024
  • Klinische Studien. Stiftung Deutsche Krebshilfe, 2019
  • Krebswörterbuch. Stiftung Deutsche Krebshilfe, 2021
  • Sozialleistungen bei Krebs. Stiftung Deutsche Krebshilfe, 2025
  • Hilfen für Angehörige. Stiftung Deutsche Krebshilfe, 2020
  • Ernährung bei Krebs. Stiftung Deutsche Krebshilfe, 2023

Letzte Aktualisierung

  • Wissenschaftliche Überarbeitung Februar 2026