Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie 2020

Prämierte Studien untersuchen Faktoren für die psychische Gesundheit Krebsüberlebender und die Folgen krebsbedingter finanzieller Einbußen

Pressemitteilung Weiterbildung Psychosoziale Onkologie – WPO e.V. – 17.09.2020

Der Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie 2020, dotiert mit 2.500 €, wird dieses Jahr in gleichen Teilen an zwei Preisträgerinnen vergeben. Am 17.09.20 erhält Dr. Sara Lena Lückmann vom Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die Auszeichnung für ihre Arbeit zum Thema „Coping mechanisms for financial toxicity: a qualitative study of cancer patients’ experiences in Germany“. Als 2. gleichwertige Preisträgerin erhält Dr. Mareike Ernst von der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Mainz die Auszeichnung für Ihre Arbeit zu Risiko- und Schutzfaktoren der psychischen Gesundheit Langzeitüberlebender „What's past is prologue: Recalled parenting styles are associated with childhood cancer survivors' mental health outcomes more than 25 years after diagnosis“. In ihrer Promotionsarbeit spezifiziert Mareike Ernst die nachhaltige Bedeutung des elterlichen Erziehungsverhaltens für die psychische Gesundheit der Langzeitüberlebenden und unterstreicht die Bedeutsamkeit der Eltern-Kind Beziehung im Kontext einer pädiatrischen Krebserkrankung. Von den Gutachtern wird besonders hervorgehoben, dass fast 1.000 Langzeit-Überlebende des deutschen KinderKrebsregisters umfassend medizinisch und psychologisch untersucht wurden. „Die Arbeit wurde international sehr gut publiziert und unterstreicht die Notwendigkeit psychoonkologischer Angebote für Angehörige“, so Prof. Joachim Weis, Vorsitzender des Vereins für Fort- und Weiterbildung Psychosoziale Onkologie (WPO), in seiner Laudatio.

Die Arbeit von Sara Lena Lückmann widmet sich dem aktuellen und hochrelevanten Thema der finanziellen Einbußen infolge einer Krebserkrankung. Thematisiert werden ebenfalls entsprechende psychische und soziale Folgeproblemen sowie Verarbeitungsstrategien im Umgang damit. Der qualitative Untersuchungsansatz mit differenzierter Methodik und elaborierter qualitativer Datenanalyse wurden von den Gutachtern besonders hervorgehoben. „Zu dieser Thematik gibt es in Deutschland bisher noch kaum methodisch hochwertige Studien“, so Joachim Weis. „Die Ergebnisse zeigen, dass viele Krebspatienten auch in Deutschland, mit einem hochentwickelten System der sozialen Absicherung, durch die Erkrankung finanziell stark belastet sind“, so Weis weiter.

Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen einer Videokonferenz der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie (PSO) der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG).

Kurzbiografie Dr. Sara Lena Lückmann: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Sie studierte von 2001 - 2006 Diplombetriebswirtschaftslehre an der Martin-LutherUniversität Halle-Wittenberg. Im Anschluss absolvierte sie ein Traineeprogramm im KrankenhausManagement beim Berufsbildungswerk Deutscher Krankenhäuser. Darauf folgten Anstellungen als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Projekten zu Themen der Versorgungsforschung an der Medizinischen Hochschule Hannover und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, wo sie zu Versorgungsungleichheiten bei Herzerkrankungen promovierte und in einem von der Deutschen Krebshilfe geförderten Projekt arbeitete, aus dem die prämierten Publikationen hervorgegangen sind. Die Originalarbeiten wurden in den Zeitschriften Supportive Care in Cancer 2020 sowie in Health and Social Care 2019 veröffentlicht.

Kurzbiografie Dr. Mareike Ernst: seit 2017 als Psychologin wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Mainz. Dort koordiniert sie ein interdisziplinäres Projekt zu Spätfolgen, Nachsorge und Gesundheitsverhalten Langzeitüberlebender nach Krebs im Kindes- und Jugendalter, das von der Deutschen Krebshilfe gefördert wurde und aus dem die prämierte Publikation hervorgegangen ist. Ihren Masterabschluss in Psychologie absolvierte sie mit Auszeichnung an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Ende 2019 promovierte sie mit der jetzt prämierten Arbeit an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Die Originalarbeit wurde in der Zeitschrift Social Science & Medicine 2020 veröffentlicht.

Der Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie wird seit 2013 durch die Weiterbildung Psychosoziale Onkologie e.V. (WPO) sowie die Familie Schwarz vergeben und dient der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und zur Weiterentwicklung der Psychoonkologie. Die WPO bietet seit 1994 deutschlandweit Seminare und Curricula an, die aktuelles Fachwissen zu onkologischen und psychosozialen Themen vermitteln. Ziel der WPO ist es, die praktischen Handlungskompetenzen zu erweitern sowie die interdisziplinäre Kooperation zwischen den verschiedenen psychoonkologisch tätigen Berufsgruppen zu fördern.
 

Quelle: Weiterbildung Psychosoziale Onkologie – WPO e.V. 

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