Leben mit Metastasen: Nadjas Erfahrungen


Leben mit Metastasen - Nadjas Erfahrungen

Metastasierter Brustkrebs: Diese Diagnose war für Nadja ein Schock. In diesem Beitrag berichtet die 46-Jährige von ihren Erfahrungen und ihrem Leben mit Metastasen.

Die in der Rubrik „Erzähl Deine Geschichte“ vorgestellten Texte schildern die individuellen Erfahrungen von Krebspatienten und lassen sich nicht auf andere Fälle übertragen. Fachliche Informationen der Deutschen Krebshilfe finden Sie im Text verlinkt.

Seit 7 Jahren Krebs

„Ich heiße Nadja, bin 46 Jahre alt, und habe seit 7 Jahren Krebs. Im September 2015 bekam ich meine Erstdiagnose Brustkrebs. Für mich war das damals furchtbar. Nie zuvor war ich mit dieser Krankheit konfrontiert. Meine Tochter war zarte 5 Jahre alt und musste dann meinen Weg der Therapie miterleben. Sie sah, dass ich durch die Chemotherapie meine Haare verlor, sie besuchte mich im Krankenhaus und in der Reha. Zum Glück habe ich eine tolle Familie, die mich voll und ganz unterstützt.

Als ich all die Therapien und unzähligen Operationen überstanden hatte, fing ich wieder an, Vollzeit zu arbeiten. Zunächst ging es mir gut. Ich machte viel Sport, absolvierte einen Mitteldistanz-Triathlon und galt nach 5 Jahren als geheilt.

Doch dieser Zustand hielt bloß ganze drei Monate! Dann kam der Schock. Diagnose: metastasierter Brustkrebs.“

Hinweis: Metastasen sind Tochtergeschwulste, die entstehen, wenn Tumorzellen aus dem ursprünglichen Krankheitsherd verstreut werden. Eine Metastasierung kann über den Blutweg (hämatogen) oder mit dem Lymphstrom (lymphogen) erfolgen.

Metastasierter Brustkrebs: Nadjas Symptome

„Ich hatte starke Atemnot und ein Kratzen im Hals. Auch psychisch war ich in dieser Zeit stark angeschlagen. Wir hatten noch einen Kinderwunsch, den ich leider nicht erfüllen konnte. Zu viel hatte die Chemo meinem Körper angerichtet, mein Alter von Anfang 40 spielte auch noch eine Rolle.

Monatelang ging es mir nicht mehr gut. Damals ging ich völlig naiv zu meinem Hausarzt, als es mir einfach nicht besser gehen wollte. Er überwies mich sofort in ein Krankenhaus. Ich verstand zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht, warum er so einen Stress machte. Nie hätte ich mit solch einer Diagnose gerechnet. Denn mir hatte vorher niemand gesagt, dass es so kommen könnte und dass ich nach der Diagnose Brustkrebs auf bestimmte Anzeichen achten solle.“

„Ich hatte schließlich einen Pleuraerguss mit 3,7l Flüssigkeit im Oberkörper. In einer Operation wurde mir die Flüssigkeit entfernt und das Rippenfell mit dem Brustfell verklebt. In der Flüssigkeit wurden bösartige Zellen gefunden. Nach zahlreichen Untersuchungen stellte man fest, dass ich Metastasen in Lunge, Leber, Knochen und Lymphen habe.“

Hinweis: Als Pleuraerguss bezeichnet man eine krankhafte Flüssigkeitsansammlung im Spalt zwischen Lunge und Brustwand, die zu Atemstörungen führen kann; häufig bei Tumorbefall des Brustfells.

Ich bin Palliativpatientin

Leben mit Metastasen - Nadja

„Aber seit dieser Operation geht es bergauf mit mir. Ich bin nun Palliativpatientin, aber ich lebe. Es geht mir gut, meine Therapie schlägt an. Ich bekomme eine Tablettenchemo, die ich täglich und den Rest meines Lebens nehmen muss.“

Die Palliativmedizin ist dann wichtig, wenn die Erkrankung so weit fortgeschritten ist, dass sie nicht mehr heilbar ist. In diesem Fall kann die lindernde Behandlung für die Betroffenen noch sehr viel tun, damit es ihnen in der ihnen verbleibenden Lebenszeit gutgeht. Viele Betroffene leben mit der Tumorerkrankung inzwischen über lange Zeit auch mit guter Lebensqualität. Dank der modernen Therapieverfahren ist die palliative Lebenszeit zunehmend länger geworden.

Was ich anderen Betroffenen sagen möchte

„Mein Anliegen ist, dass über diese heimtückische Krankheit geredet wird und ich möchte Mut machen, dass es trotz dieser Diagnose weitergeht. Deswegen bin ich motiviert und engagiert in den sozialen Netzwerken unterwegs. Ich berichte von möglichen Nebenwirkungen und zeige mein Leben mit all seinen Facetten. Ich bin zufrieden!“

Ich bin zufrieden!

„Im Mai war ich sogar in Spanien auf dem Camino pilgern. Es sollte mein letzter Wunsch sein. Aufgrund eines Wadenbeinbruches musste ich nach drei Wochen abreisen, mein Wunsch ist somit nicht erfüllt. Ist dies ein Zeichen, dass es noch nicht vorbei ist?

Jedenfalls schiebe ich nichts mehr vor mir her und traue mich inzwischen, wieder etwas weiter in die Zukunft zu planen. Wir bauen gerade einen Transporter zum Van aus, dass ich gemeinsam mit meiner Familie noch viele Urlaube verbringen kann. Ich lebe im Hier und Jetzt.“

Weitere Informationen

Hier finden Sie grundlegende Informationen zum Thema Brustkrebs – von der Diagnose, über die Therapie bis hin zur Nachsorge.

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