Hautkrebsrisiko senken – 7 Mythen auf dem Prüfstand


Hautkrebsrisiko senken – 7 Mythen auf dem Prüfstand

Mehr als 276.000 Menschen erkranken pro Jahr an Hautkrebs. Viele Mythen umgeben das Sonnenbad und sorgen dafür, dass man das eigene Hautkrebsrisiko leicht unterschätzt. Lesen Sie hier, welches Risiko das Sonnenbad mit sich bringt und wie Sie sich vor künstlichen und natürlichen UV-Strahlen schützen können.

1. Ein Besuch im Solarium schützt vor Sonnenbrand

Das stimmt leider nicht. Die künstliche Bräune ist, bedingt durch das dort eingesetzte spezielle Strahlenspektrum, extrem kurzlebig. Nach nur wenigen Tagen werden Sie bereits wieder blasser. Gleichzeitig sind Sie im Solarium einer extremen Strahlenbelastung, vergleichbar mit der zur Mittagszeit am Äquator, ausgesetzt. Hierdurch erhöht sich Ihr Hautkrebsrisiko sogar. Verzichten Sie deshalb, wenn möglich komplett auf den Besuch von Solarien.

2. Durch Sonnenbrand wird die Haut „abgehärtet“

Das Gegenteil ist der Fall. Ungeschützte Haut wird durch UV-Strahlen sofort und tiefgehend geschädigt. Bis zu einem gewissen Grad kann der Körper dies ausgleichen. Es besteht jedoch die Gefahr, dass geschädigte Zellen in der Haut bleiben, was das Hautkrebsrisiko erhöht, auch wenn die Tumore teilweise erst Jahrzehnte später entstehen. Kinderhaut ist besonders gefährdet. Wer in jungen Jahren häufig lange Sonnenbäder nimmt, erhöht nachweislich sein späteres Hautkrebsrisiko. Tragen Sie deshalb beim Aufenthalt in der Sonne lange, luftige Kleidung.

3. Sonnencreme macht stundenlange Sonnenbäder möglich

Leider ist das nicht korrekt. Wenn Sie ein Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von 30 oder mehr wählen, wird ein Großteil der UV-Strahlung „geschluckt“. Trotzdem erhöhen Sie ihr Hautkrebsrisiko, da Strahlen in die Haut eindringen und dort Schäden in den Zellen anrichten. Der Schutz wird zusätzlich durch unsachgemäße Anwendung (oftmals wird eine zu geringe Menge genutzt), vergessene Stellen, Schwitzen und Bewegung gemindert. Sonnencreme ist deshalb stets nur als Ergänzung anzusehen: Kleidung, die Schultern und Nacken bedeckt und Kopfbedeckungen sind wichtiger. Um mit einem weiteren Mythos aufzuräumen: Nachcremen verlängert den UV-Schutz nicht. Es hilft zwar den UV-Schutz aufrecht zu erhalten, sorgt aber nicht dafür, dass die Wirkungsdauer wieder von vorne beginnt.

4. Bei Wolken am Himmel bedarf es keines Schutzes

Diese Annahme ist trügerisch. Wolken beeinflussen den Grad der UV-Strahlung zwar, jedoch sehr unterschiedlich. Während dunkle Gewitterwolken die Strahlen stark abschwächen, gibt es andere Wolkenarten, die den Effekt der Sonne sogar noch verstärken. Im Allgemeinen mindern Wolken die Intensität der UV-Strahlung maximal um 10 bis 50 Prozent. Deshalb sollten Sie auch an bewölkten Tagen zusätzliche Schutzmaßnahmen zur Reduzierung Ihres Hautkrebsrisikos ergreifen, vor allem in der Mittagszeit. Der UV-Index des Bundesamts für Strahlenschutz bietet Ihnen tagesaktuelle Prognosen für verschiedene Regionen Deutschlands.

5. Bräune schützt die Haut vor UV-Strahlung

Auch das ist leider ein Mythos. Vielmehr handelt es sich um eine Stressreaktion der Haut. So versucht der Körper sich vor den krebserregenden Strahlen zu schützen. Wenn diese auf die Haut treffen entsteht Melanin, ein Farbpigment, das sich um die Zellkerne legt, um das enthaltene Erbgut zu schützen. Die oftmals als attraktiv und gesund empfundene Bräune zeigt somit eine hohe UV-Belastung an. Der Lichtschutzfaktor von gebräunter Haut liegt ungefähr bei vier. Deshalb sollten Sie, auch wenn Sie bereits gebräunt sind, weiterhin zu Sonnenschutzmitteln und –maßnahmen greifen.

6. Babys dürfen in die Sonne, wenn sie gut eingecremt sind

Besser nicht. Säuglinge im ersten Lebensjahr sollten generell nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Sie haben eine besonders empfindliche Haut, weshalb sie auch besser nicht mit belastenden Sonnenschutzmitteln eingecremt werden sollten. Um das spätere Hautkrebsrisiko der Kleinsten zu minimieren, achten Sie darauf, dass diese lange Kleidung tragen und im Schatten bleiben.

7. Nur ältere Menschen erkranken an Hautkrebs

Hautkrebs entsteht nicht von einem Tag auf den anderen. Die meisten Menschen sind deshalb auch schon über 70, wenn sie ihre Hautkrebsdiagnose erhalten. Aber: Zunehmend jüngere Menschen erkranken am gefährlichen „schwarzen Hautkrebs“. Bei Frauen zwischen 20 und 29 Jahren ist der, auch als malignes Melanom bekannte Tumor, sogar die häufigste Krebserkrankung. Bis zu einem Alter von 55 Jahren ist das Risiko an Hautkrebs zu erkranken von Frauen höher als von Männern, dann dreht sich das Verhältnis um.

Weitere Informationen

Grundlegende Informationen zum Thema Hautkrebs– von der Diagnose, über die Therapie bis hin zur Nachsorge – finden Sie im Ratgeber „Hautkrebs“ der Deutschen Krebshilfe.

 

Patienten und Patientinnen, bei denen Brustkrebs im metastasierten Stadium festgestellt wurde oder bei denen der Verdacht darauf besteht, finden darüber hinaus wichtige Informationen in der Patientenleitlinie „Melanom“.

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