Solarium: So schädlich ist die künstliche Sonne


Solarium schaedlich

Ist der Gang ins Solarium schädlich? Verursacht das Sonnen im Solarium Hautkrebs? Oder ist der Besuch im Solarium gesund? Im folgenden Beitrag klären wir zum Thema Solarium und Hautkrebs auf.

Solarien sind schädlich

Die UV-Strahlung aus Solarien gehört in die höchste Kategorie krebserregender Faktoren, so Weltgesundheitsorganisation (WHO). Damit sind Solarien ebenso krebserzeugend wie Tabak oder Asbest.

Durch die Nutzung von Solarien erhöht sich das Risiko an Hautkrebs zu erkranken nachweislich. Besonders aggressiv ist der schwarze Hautkrebs. Ein Beispiel: Für Personen, die bis zu einem Alter von 35 Jahren regelmäßig Solarien nutzen, verdoppelt sich das Risiko für schwarzen Hautkrebs.

Hinweis: Die Bestrahlungsstärke von Solarien entspricht in der Regel einem UV-Index von 12, was mit der Intensität der Äquatorsonne mittags um 12 Uhr bei wolkenlosem Himmel und senkrecht stehender Sonne gleichzusetzen ist. Bei diesem UV-Index-Wert sollte man sich laut den Empfehlungen der WHO der UV-Strahlung nicht aussetzen.

Jede Solariennutzung schadet

Jede Nutzung eines Solariums verursacht gesundheitliche Schäden und trägt zur vorzeitigen Hautalterung bei. Einen Schwellenwert für unbedenkliche UV-Strahlung gibt es nicht – egal, ob natürlich oder künstlich. Innerhalb von Sekunden werden Schäden in der DNA verursacht. Somit entstehen Schäden lange bevor man sie sehen kann – und auch lange, bevor ein Sonnenbrand auftritt.

Der Körper kann diese Schäden in der DNA bis zu einem gewissen Maß reparieren. Doch ist das körpereigene Reparatursystem überlastet, bleiben geschädigte Zellen im Körper zurück. Sie können sich später zu Hautkrebs entwickeln. Wie viele Schäden der Körper ausbessern kann, ist sehr individuell und von verschiedenen Faktoren abhängig.

Solarien DNA Schaeden

Hinweis: Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 275.000 Menschen neu an Hautkrebs. Über 40.000 davon am besonders gefährlichen malignen Melonom (schwarzer Hautkrebs).

Solarium und Corona

In Zeiten von Corona ist es wichtig, auf sein Immunsystem zu achten. Wer Solarien nutzt, schwächt seine körpereigene Immunabwehr. UV-Strahlen wirken in komplizierter Wechselwirkung auf verschiedene Zelltypen der Haut und der Immunabwehr. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt daher beispielsweise, vorbeugend und bereits bei einfachen Erkältungen, UV-Strahlen zu meiden.

Gerade in Zeiten einer allgegenwärtigen Infektionsgefahr mit dem Coronavirus sollten wir darauf achten, dass unsere körpereigene Immunabwehr bestmöglich funktioniert und nicht durch Solarienbesuche unnötig geschwächt wird.

Bräune ist nicht gesund

Solarium vorbraeunen ist schaedlich

Ein häufiger Irrtum ist, dass braune Haut gesund ist. Hautbräune ist kein Zeichen von Gesundheit, sondern immer eine Schutzreaktion der Haut. Obwohl die schädliche Wirkung intensiver UV-Strahlung bekannt ist, ist das Thema „Gebräunte Haut und Gesundheit“ ein lukratives Geschäftsmodell. Solarien findet man in jeder Stadt.

Im Solarium „vorbräunen“?

Ein weiterer Irrtum ist, dass man vor dem Urlaub seine Haut im Solarium auf die Sonne „vorbereiten“ kann. Gesunde Bräune gibt es nicht. Egal ob durch Sonne oder Solarien: färbt sich die Haut durch UV-Bestrahlung dunkler, ist dies eine Stressreaktion des Körpers gegen potenziell krebserregende Strahlung. Wenn Haut gebräunt ist, erreicht sie höchstens einen Eigenschutz von Lichtschutzfaktor 4 – und dabei kommt es trotzdem zu Zellschäden.

Solarium und Vitamin D-Mangel

Ist es sinnvoll, durch Besuche im Solarium seinen Vitamin D-Mangel auszugleichen? Nein. Solarien sollten grundsätzlich nicht dazu genutzt werden, Vitamin D zu bilden. Für eine ausreichende Vitamin D-Bildung genügt es, im Sommer, Gesicht, Hände und Arme zwei- bis dreimal die Woche unbedeckt 10 bis 15 Minuten der Sonne auszusetzen. Bitte beachten Sie, dass ein Mangel an Vitamin D nur von ärztlicher Seite diagnostiziert und behandelt werden sollte.

Jedes Solarium schadet der Gesundheit

Der aufkommende Trend von Solarienbetreibern, „natürliche“ UV-Spektren für ihre Geräte zu verwenden, vermindert die Hautschädigung nicht. Darüber hinaus sind Werbeclaims wie „Bio-Solarium“, „Smart Tanning“ oder „Comfort Cooling“ irreführend. Denn egal, wie die künstliche Strahlung kombiniert wird, sie ist in jedem Fall schädlich.

Sonnen im Solarium kann tödlich enden

Insgesamt erkranken in Deutschland etwa 275.000 Menschen jährlich neu an weißem Hautkrebs oder schwarzem Hautkrebs. Hauptursache dafür ist die UV-Strahlung, sowohl die natürliche der Sonne als auch die künstliche der Solarien.

Hinweis: Solarien verursachen in Europa rund 3.400 Fälle des besonders gefährlichen schwarzen Hautkrebses pro Jahr. In etwa 800 Fällen führt dies zum Tod.

UV Strahlung und Hautkrebs

Solarien: für Jugendliche verboten

Besonders problematisch ist die Nutzung von Solarien im Jugendalter. Seit 2009 ist es Solarienbetreibern per Gesetz untersagt, Minderjährigen die Nutzung von Solarien zu ermöglichen. Trotzdem nutzen Jugendliche Solarien. Im Jahr 2018 waren es ca.140.000.

„Schätzungsweise 140.000 Minderjährige erhielten 2018 trotz gesetzlichem Nutzungsverbot ungehindert Zugang zu Solariengeräten“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.

Hinweis: Da die Strahlung im Solarium – insbesondere für Jugendliche – so schädlich ist, fordert die Deutsche Krebshilfe ein Solarienverbot für Deutschland.

Zahlen und Fakten: Solarium verursacht Hautkrebs

Studien zeigen, dass mehrmalige Solarienbesuche das Risiko erhöhen, an schwarzem oder weißem Hautkrebs zu erkranken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagt:

  • Wer vor dem 35. Geburtstag damit beginnt, ins Solarium zu gehen, erhöht sein Melanom-Risiko um 60%.
    Mit jedem weiteren Solarienbesuch innerhalb eines Jahres erhöht sich das Risiko, an einem Melanom zu erkranken um 1,8%.
  • Wer vor dem 25. Geburtstag damit beginnt ins Solarium zu gehen, erhöht das Risiko für ein Plattenepithelkarzinom um 102% und das für ein Basalzellkarzinom um 40%.

UX-Index: Kennzahl zur Stärke der UV-Strahlung

Mithilfe des UV-Index lässt sich die Intensität der UV-Stahlen kennzeichnen. Der UV-Index beschreibt den am Boden erwarteten Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen UV-Bestrahlungsstärke. Je höher der UV-Index ist, desto schneller kann bei ungeschützter Haut ein Sonnenbrand auftreten.

UV-Index (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz)

Kampagne: Solarien. Voll verstrahlt.

Die UV-Strahlung aus Solarien gehört in die höchste Kategorie krebserregender Faktoren. Trotzdem sind Solarien weit verbreitet. Mit der Kampagne „Solarien. Voll verstrahlt“ informieren die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) insbesondere junge Menschen über die Gefahren künstlicher UV-Bestrahlung.

Gefährliche Kunst gegen gefährliche Illusionen

Um in die Öffentlichkeit auf die Risiken der Solarien aufmerksam zu machen, wurde das Kunstwerk „Spectrum. The most dangerous artwork.“ entwickelt und im Januar 2020 ausgestellt. Die überdimensionale Lichtkonstruktion durfte nur im UV-Ganzkörperschutzanzug angesehen werden.

Selbstbräuner statt Solarium?

Für Menschen, die nicht auf gebräunte Haut verzichten wollen, können Selbstbräuner eine Alternative zum Solarium sein. Allerdings vermitteln diese Produkte keinerlei Schutz vor UV-bedingten Schäden der Haut. Selbstbräuner färbt die oberste Hautschicht ein. Da sich die Haut erneuert, muss der Vorgang alle zwei bis drei Tage wiederholt werden.

Achten Sie bei der Auswahl des Selbstbräuners bitte auf die Inhaltsstoffe. Hier finden Sie eine Liste mit krebserregenden Inhaltsstoffen, die Sie vermeiden sollten.

Hinweis: Die Deutsche Krebshilfe engagiert sich für Hautkrebsprävention in Kitas, Kindergärten und Schulen – mit dem Projekt „Clever in Sonne und Schatten“.

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