Volker

berichtet über seinen Leidensweg und wie er sich mit Laufen über Wasser hielt.

Kein Alkohol, gesunde Ernährung, ich sollte krank werden? Wie denn, wovon denn?

Am 1. April 2005 erhielt ich die Diagnose: Krebs, Non Hodgins, ein Lymphom. Schlagartig verschoben sich die Prioritäten. Von Anfang an standen recht praktische Dinge im Vordergrund: wie kommen wir, Frau, Kinder, Familie und letztendlich auch ich, durch die Sache durch, wie geht es danach weiter.

Drei Tage nach der Diagnose lag ich bereits in der Leipziger Uniklinik mit der deprimierenden Aussicht auf sechs Zyklen Chemotherapie, die jeweils drei Wochen dauren sollten.

Ich versuchte jeden Tag etwas zu tun, was aber nicht immer gelang. Zeitweise ging es mir so schlecht, dass ich nur liegen konnte, vor Übelkeit, Schmerzen oder weil man mich mit Morphium betäubte.

Irgendwann konnte ich nicht mehr laufen, die Belastung war zu groß. Also die Entscheidung: nur noch Radfahren und Ergometer, die Belastung ist leichter zu steuern.

Nach acht Monaten Klinikaufenthalt durfte ich endlich wieder nach Hause. Meine erste Laufrunde drehte ich bereits einen Tag später gemeinsam mit unserer großen Tochter. Monate später lief ich meinen ersten 10-km-Lauf nach der Krankheit. Einem Halbmarathon stand nun nichts mehr im Wege.

Was ich gelernt habe aus dieser Zeit: Viele Dinge im Leben sind wichtig. Das A und O jedoch ist eine funktionierende Familie, die für einen da ist, einem den Rücken freihält – auch wenn's mal richtig schlecht läuft.