Sybille

geht offen mit ihrer Erkrankung um und hilft so sich und anderen.

Mein Name ist Sybille. Ich bin 45 Jahre alt und Mama von zwei Kindern.
Meine Geschichte beginnt im Jahr 1996 mit der Diagnose einer Form der chronischen myeloischen Leukämie. 2006 wurde in meinem Blut eine monoklonale Gammopathie festgestellt, die bis August 2014 relativ stabil blieb. In den Monaten danach ging es mir stetig schlechter. Ich wurde immer müder und kraftloser. Im Januar 2015 wurde dann ein Multiples Myelom im Stadium III festgestellt, welches über 80% Knochenmark in der kurzen Zeit zerstörte. Sofort musste mit der Therapie begonnen werden, da ich mich kurz vor dem „Point of no return“ befand. Ein Schock für mich, da ich seit Dezember 2014 alleinerziehend war.

Ich habe aber diese Herausforderung des Krebses an mich angenommen, nicht gehadert ihm entgegenzutreten. Habe mir viel Wissen über meine Erkrankung angeeignet, um bestmöglich in der Therapie mitwirken zu können. Vor allem aber habe ich viel Aufklärungsarbeit in meinem Umfeld geleistet, nachdem ich selbst erfahren musste, welch große Berührungsängste Nichtbetroffene mit Krebspatienten haben, die die Folge von Unwissenheit sind. Ich bin sehr offen und positiv motiviert in die Gespräche mit interessierten Mitmenschen gegangen. Darüber zu sprechen und mich auf keinen Fall zu verstecken, auch während meiner „Glatzenzeit“ nicht, hat mir selbst sehr geholfen mit dieser Erkrankung gut umzugehen. Das Wichtigste was ich für mich erfahren konnte war, wie stark mein Körper und mein Wille sind!!!

Durch mein positives Denken und meine motivierende Einstellung habe ich indirekt meiner Familie geholfen, mit meiner Krebserkrankung gut umgehen zu können.

Im April 2017 musste nach über 40 Chemos meine Therapie wegen Knochenmarksermüdung gestoppt werden. Geheilt bin ich nicht, gelte als Hochrisikopatient wegen der Aggressivität des Myeloms in Kombination mit meinem noch jungen Alter für diese Erkrankung. Doch ich habe mein neues Leben angenommen und meinen neuen Körper, welcher jetzt nur mit einer defekten Software funktioniert.

Besonders die Gespräche mit Betroffenen empfinde ich als sehr bereichernd und es gibt keine Gesprächspartner für ein besseres Verständnis füreinander. Immer wieder gerne helfe ich mit meinem Wissen, meiner Kraft und Motivation anderen Krebspatienten und mache ihnen Mut, wenn dieser sie gerade etwas verlassen hat. Denn wir können uns gegenseitig sehr viel Kraft geben! Gemeinsam sind wir stark! Und Krebs kann jeden von uns treffen!

Unterstützen auch Sie den Kampf gegen Krebs!