Susanne

Im Mai 2017 erhielt ich die Diagnose Eierstockkrebs und die eines neuroendokrinen Tumors am Blinddarm. Das war natürlich zunächst ein Schock. Ich musste viel weinen, einfach so, aus „heiterem Himmel“, mein Körper gehorchte mir nicht, meine Nerven gingen mir regelrecht durch.
Während man auf die Diagnose wartet, scheint die Zeit still zu stehen. Tage fühlen sich wie Monate an. Mit dem Tag der Diagnose hingegen beginnt die Zeit zu rennen, so dass man kaum mehr Zeit hat darüber nachzudenken. Krankenhaus, Operation, Port, erste Chemotherapie. Alles stürzt über einen herein und man funktioniert nur noch irgendwie.
Ich habe zunächst vieles mit mir selbst ausgemacht, aber ich brauchte etwas mit dem ich „reden“ konnte, dem ich erzählen konnte, was mich bewegt, was ich denke und fühle. Auf Du und Du ist nicht meine Stärke wenn es darum geht meine Gefühle, Ängste oder Sorgen zu äußern, deshalb begann ich eine Art Tagebuch zu schreiben. Man spricht wohl nicht umsonst von „sich von der Seele schreiben“.
So entstand der Blog „Maadlas Welt“ bei Facebook (https://www.facebook.com/Maadlas/). Wann immer ich das Bedürfnis habe mich mitzuteilen, mich aufzuregen, zu erzählen oder in Kontakt zu treten, dann schreibe ich aus meiner Welt und jeder der möchte darf lesen und bei mir sein.
Auch wenn die Zeit schwer war und ich viele Tränen gelassen habe, so hatte ich weder zu Beginn der Krebsdiagnose, noch jetzt den Krebs jemals als Bedrohung gesehen. Es gab zu keinem Zeitpunkt eine Angst es nicht zu schaffen, vielleicht sogar bald sterben zu müssen. Ich bin davon überzeugt davon, dass sobald ich den Krebs als Bedrohung oder Feind sehe, genau diese Angst bekomme nicht mehr lange zu leben.
Ich sehe meine Krebsdiagnose eher wie eine Art chronische Krankheit, für die es in der heutigen Zeit Behandlungsmöglichkeiten gibt und die mich den Rest meines Lebens begleiten wird. So bin ich davon überzeugt, dass es Ziele, Lebensqualität und eine positive Einstellung braucht. Was nicht heißt, dass man nicht auch mal Wut oder keine Lust hat, dass man sauer sein oder auch mal weinen darf. Wichtig dabei ist nur, nicht im „tiefen, düsteren Loch“ sitzen zu bleiben.
Ich bin überzeugt, dass es bei einer Krebsdiagnose genau zwei Möglichkeiten gibt.
Die positiv zu sein, nach vorne zu sehen, alles durchzuziehen was die Diagnose mit sich bringt und immer ein nächstes Ziel vor Augen zu haben.
Oder die, sich zu bemitleiden, sich in Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit zu verlieren, alles über sich ergehen zu lassen, sich aufzugeben und seine Lebensfreude zu verlieren.
Manchmal braucht es aber auch noch Menschen, die einen an die Hand nehmen, in den Allerwertesten treten, den Kopf waschen oder in die richtige Richtung schieben, wenn man sich „verlaufen“ und sein Ziel vor Augen, seine Lebensfreude verloren hat.
So versuche ich anderen Betroffenen, welche mir auf meinem Weg begegnen, die Hand zu reichen und sie zu begleiten, wenn sie Unterstützung brauchen. Ich versuche sie zu motivieren, trotz aller Schwierigkeiten und Tragik, positiv zu bleiben und Lebensqualität zu gewinnen.
Denn eines ist wirklich sicher: So schnell stirbt man nicht und bis dahin gibt es noch ganz viel Leben zu füllen.

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