Sigrid

kämpfte sich Schritt für Schritt ins Leben zurück.

Ich heiße  Sigrid und bin 54 Jahre alt. Am 12. Januar 2017 bekam ich die Diagnose Krebs, vermutlich vom rechten Eierstock ausgehend. Ich war dann fünf Tage zur Anamnese im Klinikum Traunstein, wo sich die Anfangsdiagnose bestätigte und leider noch viel mehr.
Ich durfte dann 5 Tage nach Hause und wurde am 25.1.2017 operiert. Entfernung beider Eierstöcke, Eileiter sowie  Gebärmutter, 47 Lymphknoten, 7 davon waren befallen. Es wurden auch viele kleine und große Tumore im Bauchfell entfernt sowie Teile des Dünndarms und des Dickdarms, die auch schon befallen waren. Bei der 7,5 Stunden dauernden OP wurde ein Iestostoma angelegt, das nach 9 Monaten wieder entfernt wurde (was für ein Plus an Lebensqualität!)
Leider war meine Prognose nicht sehr gut, Stadium 3C, aber mir war klar, dass ich kämpfen werde.
Ich bin verheiratet und habe zwei Söhne mit 10 und 23 Jahren und ich war nicht bereit, sie allein zu lassen.
Nach 5 Tagen Intensivstation, anschließend Normalstation wurde ich am 6. Februar entlassen.
Den Alltag konnten wir nur mit Hilfe meiner Schwester, die die ersten vier Wochen bei uns wohnte und kochte und putzte, für mich da war, und meiner Mami, die auch mehrmals die Woche vorbei kam, um für mich zu sorgen, aber viel wichtiger noch, mich mental unterstützte, bewältigen. (Beide wohnen 40 km entfernt.) Mein Mann und meine Kinder waren immer an meiner Seite und mit ihrer Liebe und Zuversicht hat meine Familie mich getragen.

Mitte März begann ich mit der Chemotherapie in einer onkologischen Praxis. Ich habe Höhen und Tiefen während dieser Therapie durchgemacht aber immer wurde ich vom zuständigen Arzt und den zuständigen Krankenschwestern getragen und aufgefangen, wenn es mal nicht so gut lief. Die Stimmung dort war aber immer gut und wir haben auch viel gelacht.

Im November war ich 4 Wochen auf Reha und bin wieder fit und, das allerbeste, momentan tumorfrei. Ich weiß, dass der Krebs wiederkommen wird, aber die Zeit  dazwischen werde ich leben.

Ich habe während meiner Erkrankung viel Unterstützung und Zuspruch von meiner Familie, meinen Freunden, meinen Ärzten und Krankenschwestern  und lieben Menschen aus unserem Dorf und auch via Facebook erhalten. Ich danke Euch von ganzem Herzen dafür. Auch hatte ich viel Zeit zu lesen, ein eindeutiges Plus.

An Euch, die Ihr auch betroffen seid, wende ich mich, um Euch Mut zuzusprechen, denn Krebs ist nichts für Feiglinge. Denkt in kleinen Schritten, von Tag zu Tag, und verliert nicht die Freude an der Schönheit des Lebens, die allgegenwärtig ist. Schritt für Schritt könnt Ihr Euch wieder ins Leben zurückkämpfen, gebt nicht auf.
Ich wünsche Euch Mut, Kraft und Zuversicht.

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