Julia

Auch Glatzen haben ihren Reiz!

Mein Leben änderte sich im September 2016, als ich die Diagnose Morbus Hodgkin erhielt.
Hiernach war ich vollkommen aus meinem bisherigen Leben herausgerissen.
Der Marathon ging los: Entnahme von Eierstockgewebe, Einsetzen des Portes und Gewinnung von Eizellen. Als alles abgeschlossen war begann Ende Oktober die Chemotherapie. Anfang November fingen die Haare an, auszufallen. Da dies kein schönes Gefühl war, schnitt ich sie mir noch am selben Tag ab. Hiernach hatte ich eine schicke Kurzhaarfrisur, die sich nach und nach zu einer Glatze wandelte.
Mir war von Anfang an klar, dass ich mich nicht verstecken muss und möchte und für mich somit keine Perücke in Frage kam. Ich habe für mich die Beanie-Mütze entdeckt und trug diese häufig und oft in verschiedenen Farben oder meine selbst genähte Mütze. Ebenso kam es vor, dass ich auch mal ganz ohne die Mütze unterwegs war, da das für mich genauso natürlich war, wie mit Mütze oder Haaren.
In dieser Zeit sagte mir meine Freundin Sabine, dass man die wahre Schönheit erst erkennt, wenn nichts anderes mehr davon ablenkt. Und ich muss ihr Recht geben, eine Glatze zu haben bedeutet nicht, dass man nicht schön ist. Auch Glatzen haben ihren Reiz!
Ich bekam 6 Zyklen Chemotherapie, wonach eine Bestrahlung glücklicherweise nicht mehr notwendig war. Am 14. Februar erhielt ich das letzte Mal Chemotherapie und trat kurze Zeit danach die Anschlussheilbehandlung an. Diese war für mich sehr kraftspendend und aufbauend.
Im Juni 2017 begann die Wiedereingliederung und ich konnte damit meine Arbeit wieder aufnehmen, da für mich auch dieser Schritt zurück in den Alltag sehr wichtig war.
Ich bin von Anfang an mit meiner Diagnose offen umgegangen. Hierdurch habe ich oft mit Familie, Freunden und Bekannten über meine Krebserkrankung gesprochen, wodurch ich diese gut verarbeiten konnte. In dieser Zeit waren mir mein Mann, meine Familie, sowie meine Freunde eine große Unterstützung, da mich immer einer von ihnen zu den verschiedenen Therapien begleitet hat. Auch dieser Umstand war für mich sehr wichtig, da ich nie alleine in der Klinik war.
Heute, knapp ein Jahr nach erfolgreich überstandener Chemotherapie haben sich viele meiner Ansichten verändert, aber trotzdem versuche ich, mein „normales“ altes Leben mit dem Leben nach erfolgreich überstandener Therapie wieder zu vereinen.
Mein Kredo: Der gemeinsame Kampf gegen den Krebs verbindet!

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