Anja

kämpft mit Humor gegen den Tumor.

„Hallo! Können Sie mich verstehen?“ Verschwommen erkenne ich einen Mann in Signalfarben. Ist es ein Notarzt? Offenbar liege ich auf einer Trage in einem Rettungswagen. Ich höre das Martinshorn. Träume ich? Alles wirkt so unwirklich. „Sie hatten einen epileptischen Anfall und sind zusammengebrochen. Hatten Sie so etwas schon mal?“ „Nein“, höre ich mich antworten. „Wir fahren Sie jetzt ins Krankenhaus. Dort werden Sie durchgecheckt. Bleiben Sie ganz ruhig!“
Mit diesem Alptraum beginnt meine Geschichte. Doch der Alptraum ist real. Ich habe mit 33 Jahren einen faustgroßen Tumor in meinem Kopf. Ohne Vorankündigung.
Fortsetzung folgt. Acht Jahre später: Das gleiche Spiel. Diesmal werden mir acht Tumore aus meinem Kopf rausoperiert. Die Folge: Epilepsie. Und doch kann ich von Glück reden. Die Tumore sind gutartig, beide Hammer-Operationen überlebt. 31 Bestrahlungen überstanden.
Aber wie? Ich bin Journalistin. Plötzlich habe ich Sprachausfälle, plötzlich kann ich keine Sätze mehr zu Ende sprechen, plötzlich weiß ich nicht mehr, wieviel drei Mal drei ist. Angst! So fühlt sich das also an – irre zu sein. Hatte ich jahrelang über Schicksalsschläge der anderen berichtet, befand ich mich nun selbst in dieser Geisterbahn.
Wie habe ich die Geister besiegt? Habe ich sie tatsächlich besiegt? Ich muss sie immer wieder aufs Neue besiegen. Und wie: Mit Galgenhumor! Mit Mut! Mit Kampfgeist!
Geister ertragen es nicht, wenn man lächelt. Geister ertragen es nicht, wenn man es aus dem Bett schafft und am Fenster feststellt: Das Leben da draußen ist schön. Geister ertragen es nicht, wenn man plötzlich beginnt, sich jeden Tag zwar kleine, aber schöne Momente zu schaffen. Wie wäre es mit einem Milchkaffee? Finden Sie schöne Worte für das, was ihnen Angst macht. Ich habe nie gesagt, ich muss zur Bestrahlung. Stattdessen hab ich den Strahlenkeller Sonnenstudio genannt. In der Raumkapsel stellte ich mir vor, ich wäre die erste Frau, die zur Marsmission aufbricht.
Und plötzlich habe ich wieder Kraft. Und plötzlich schaffe ich es, ein Buch zu schreiben. Ein Mutmach-Buch. „Feinde in meinem Kopf“ ist mein Ratgeber, der andere zum Lachen bringen soll. Tatsächlich, denn Humor ist meine Waffe. Mein Tipp zum Schmunzeln. Denken Sie an Goldfisch Georg! Das ist auch eine wahre Gesichte. Ein Tierarzt hat Georg einen lebensgefährlichen Tumor aus seinem Köpfchen entfernt. Georg hat überlebt. Wie der Tierarzt gemerkt hat, dass der Goldfisch einen Tumor hat – das frage ich mich bis heute. Wahrscheinlich ist er orientierungslos rückwärts geschwommen, hat komische Blasen geblubbert und war jähzornig.  

Eine wahre Geschichte, die Mut macht. Ich möchte etwas zurückgeben von meinem Glück und meiner Dankbarkeit.  
Ich wünsche Ihnen Glückskekse, Plüschtiere und Humor!

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