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Anatomie und Funktion der Prostata

Die Prostata gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Wie ist sie aufgebaut? Welche Aufgaben hat sie? Manche Warnsignale, die der Körper Ihnen gibt, lassen sich aus diesen anatomischen Gegebenheiten erklären.

Bei Männern und Frauen unterscheidet man zwischen den äußeren und den inneren Geschlechtsorganen. Die äußeren Geschlechtsorgane beim Mann sind Penis und Hodensack mit Hoden und Nebenhoden, die inneren Geschlechtsorgane sind Samenleiter, Samenbläschen und Vorsteherdrüse (Prostata).

Die Prostata ist eine Drüse und etwa so groß wie eine Walnuss. Bei einem 20-jährigen Mann wiegt sie etwa 20 Gramm. Sie gehört zu den männlichen Fortpflanzungsorganen und liegt vor dem Mastdarm und unterhalb der Blase. Die Prostata umschließt die männliche Harnröhre, die den Urin von der Harnblase durch den Penis bis zur Eichel leitet.

Die Prostata wird in verschiedene Zonen eingeteilt; am wichtigsten ist die Unterscheidung zwischen der äußeren (peripheren) und der inneren Zone. Prostatakrebs entsteht am häufigsten in der äußeren Zone.

Welche Funktion hat die Prostata?

Die Prostata verzweigt sich wie die Äste eines Baumes. Sie ist von einer Kapsel aus festem Bindegewebe umgeben und von Bindegewebe und Muskulatur durchsetzt. Die Muskulatur sorgt dafür, dass die Drüsenflüssigkeit entleert werden kann. Diese Drüsenflüssigkeit transportiert und aktiviert die Samenfäden. Die Samenflüssigkeit tritt über den Samenhügel in die Harnröhre ein. Beim Samenerguss (Ejakulation) gelangen gespeicherte Samenfäden mit der Drüsenflüssigkeit der Prostata in die Harnröhre und werden vom Blasenhals in Richtung Penis und Eichel geschleudert.

Weil sich die Harn- und Samenwege in der Prostata kreuzen, können bei Prostataerkrankungen der Urintransport und der Samenerguss gestört sein.

Darüber hinaus produziert die Prostata eine Substanz, die den Samen verflüssigt. Diese Substanz heißt PSA (Prostata-spezifisches Antigen) und wird nur in der Vorsteherdrüse gebildet. Dieser Umstand wird bei der Früherkennung von Prostatakrebs genutzt.

Ursachen von Prostatakrebs

Die genauen Ursachen von Prostatakrebs (medizinisch: Prostatakarzinom) sind noch nicht eindeutig geklärt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben aber einige Faktoren nachweisen können, die das Erkrankungsrisiko für ein Prostatakarzinom erhöhen. Dazu gehören das steigende Alter, bestimmte Ernährungsweisen und eine familiäre Belastung. Testosteron und häufiger Geschlechtsverkehr beeinflussen dagegen das Erkrankungsrisiko nicht.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland statistisch gesehen 151,3 von 100.000 Männern neu an Prostatakrebs. Insgesamt erhalten 61.200 Männer jährlich die Diagnose Prostatakarzinom. Der Prostatakrebs ist damit die häufigste Krebsart beim Mann. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 72 Jahren.

„Krebs” ist der Überbegriff für bösartige Neubildungen beziehungsweise Tumoren, die aus veränderten Zellverbänden entstehen. Diese Veränderung ist der entscheidende Schritt von einer normalen Zelle zu einer bösartigen Tumorzelle. Bei Prostatakrebs verändern sich Zellen in der männlichen Vorsteherdrüse (Prostata) krankhaft, und sie beginnen, sich unkontrolliert zu teilen, bis schließlich viele Millionen Zellen eine Geschwulst bilden. Schreitet die Erkrankung weiter fort, können Tumorzellen dann auch in benachbarte Gewebe und Organe wandern und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.

Wie häufig ist Prostatakrebs?

Die Häufigkeit von Prostatakrebs steigt mit dem Alter. Er wird bei Männern meist im fortgeschrittenen Alter gefunden. Bei jungen Männern wird er deutlich seltener diagnostiziert. Dass heute mehr Prostatakarzinome entdeckt werden, liegt zum einen an neuen Diagnosemethoden, zum anderen an der steigenden Lebenserwartung, denn mit dem Älterwerden wächst das Risiko für diesen Krebs. Nicht alle Männer, bei denen durch Früherkennung ein Prostatakrebs entdeckt wird, hätten im Laufe ihres Lebens dadurch Beschwerden bekommen oder wären daran verstorben (sogenannte Überdiagnose).

Die Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre Prostatakrebs entdeckt wird, beträgt bei Männern:

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ZUM RATGEBER

Gibt es Risikofaktoren für Prostatakrebs?

Es gibt verschiedene Faktoren, die Ihr Risiko, dass Sie an Prostatakrebs erkranken, erhöhen. Dazu gehört auch der individuelle Lebensstil.

So haben neuere Forschungsergebnisse gezeigt, dass ausgewogene Ernährung, ein gesundes Körpergewicht und regelmäßige körperliche Bewegung bei der Vorbeugung (Prävention) von Prostatakrebs eine wesentliche Rolle spielen. Legen Sie bei der Ernährung besonderen Wert auf eine ausgewogene Kost mit viel Obst und Gemüse und wenig tierischen Fetten aus Fleisch und Wurst.

Neuere Untersuchungen weisen außerdem darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen Entzündungsprozessen im Körper und einem Prostatakarzinom geben könnte. Näheres ist allerdings noch nicht bekannt. Es wurden jedoch verschiedene Gene identifiziert, die sowohl bei Entzündungsprozessen als auch bei Prostatakrebs vermehrt aktiviert werden.

Weitere Informationen Vorbeugen durch Bewegung

Der Präventionsratgeber „Schritt für Schritt – Mehr Bewegung – Weniger Krebsrisiko” enthält Tipps für einen bewegungsreichen Alltag.

ZUM RATGEBER

Familiärer Prostatakrebs

Prostatakrebs kann auch durch Genveränderungen auf dem ersten Chromosom begünstigt werden. Wenn einer oder sogar mehrere Ihrer männlichen Blutsverwandten – also Ihr Großvater, Vater, Onkel oder Bruder – daran erkrankte, besteht für Sie ein erhöhtes Risiko, auch Prostatakrebs zu bekommen, und zwar in einem früheren Lebensalter. Aber auch wenn weibliche Vorfahren wiederholt an Brustkrebs erkrankt sind, steigt für Sie als männlicher Nachfahre das Prostatakrebsrisiko an. Allerdings tritt nur ein relativ kleiner Teil aller Prostatakarzinome familiär gehäuft auf.

Einfluss von Testosteron bei Prostatakrebs

Früher wurde angenommen, dass das männliche Geschlechtshormon Testosteron zu Prostatakrebs führen kann; diese Ansicht ist heute überholt. Neuere Untersuchungen zeigen, dass der Testosteronspiegel, der sich im Blut messen lässt, das Risiko für Prostatakrebs nicht beeinflusst. Auch häufiger Geschlechtsverkehr hat keinen Einfluss auf die Entstehung eines Prostatakarzinoms.

Es ist allerdings richtig, dass Prostatakrebs testosteronabhängig wächst. Vereinfacht gesagt: Liegt kein Prostatakrebs vor, ist Testosteron ein wichtiges Hormon, das sich unter anderem auf das sexuelle Verlangen (Libido), die Muskelkraft und die Knochen des Mannes auswirkt. Es erhöht nicht das Risiko für die Krebsentstehung. Ist ein Mann jedoch an Prostatakrebs erkrankt, so ist Testosteron eher schädlich; man geht heute jedoch davon aus, dass dies nur bei bestimmten Blutspiegelwerten der Fall ist.

Insgesamt beträgt das Lebenszeitrisiko, Prostatakrebs zu bekommen, 11,9 Prozent (1 von 8 Männern).

Prostatakrebs-Anzeichen rechtzeitig erkennen

Die Früherkennung von Prostatakrebs spielt eine wichtige Rolle im Kampf gegen diese Erkrankung. Früherkennung bedeutet, dass eine Krankheit entdeckt und erkannt wird, bevor sie fortgeschritten ist und Beschwerden verursacht. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen Prostatakrebsfrüherkennungsuntersuchungen für Männer über 45 Jahren.

Auch eine gesunde Lebensweise kann nicht garantieren, dass Sie nicht irgendwann einmal ernsthaft krank werden, etwa an Krebs erkranken. Je früher eine Krebserkrankung dann entdeckt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen, geheilt zu werden.

Dieses Ziel haben Krebsfrüherkennungsuntersuchungen: Sie sollen eine Krebserkrankung oder deren Vorstufen möglichst früh entdecken. Denn frühe Stadien lassen sich meist erfolgreicher und auch schonender behandeln als fortgeschrittene Stadien, in denen vielleicht schon Tochtergeschwülste (Metastasen) entstanden sind.

Kritik an Untersuchungen zur Prostatakrebsvorsorge

Dieser Grundsatz leuchtet ein. Trotzdem werden Früherkennungsuntersuchungen bei Krebserkrankungen durchaus kritisch gesehen, denn sie können auch Nachteile haben.

Daher ist es sinnvoll, für jedes Verfahren die Vorteile und Nachteile zu beschreiben. Sie können dann für sich überlegen und einschätzen, wie Sie diese beurteilen. Nach einer solchen Nutzen-Risiko-Abwägung können Sie entscheiden, ob Sie an dieser Krebsfrüherkennungsuntersuchung teilnehmen möchten oder nicht. Diese Entscheidung wird „informierte Entscheidung” genannt. Selbstverständlich kann auch Ihr Arzt Sie dabei unterstützen.

Nutzen-Risiko-Abwägung bei Früherkennungsuntersuchungen

Um sich für oder gegen die Teilnahme an einer Früherkennungsuntersuchung zur Prostatakrebsvorsorge zu entscheiden, kann es sinnvoll sein, folgende Fragen zu beantworten.

Kernfragen für Ihre Bewertung

  • Wie groß ist mein persönliches Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken?
  • Wie oft kommt es vor, dass die Untersuchungsmethode eine bereits bestehende Prostatakrebserkrankung wirklich erkennt (richtig-positives Ergebnis)?
  • Wie oft kommt es vor, dass die Untersuchungsmethode zur Prostatakrebsvorsorge eine bereits bestehende Prostatakrebserkrankung nicht erkennt (falsch-negatives Ergebnis)?
  • Wie oft ergibt der Test einen Verdacht auf ein Prostatakarzinom, obwohl kein Prostatakrebs vorliegt (falsch-positives Ergebnis)?
  • Wenn dieser Tumor früh erkannt wird, sind dann die Heilungsaussichten tatsächlich besser, als wenn er später entdeckt würde?
  • Wie viele Teilnehmer an dieser Früherkennungsuntersuchung tragen Schäden durch die Untersuchung davon?
  • Wie bei jeder Früherkennung gibt es das Problem der so genannten Überdiagnose. Das bedeutet: Die Untersuchung entdeckt eine Krebserkrankung, die zu Lebzeiten desjenigen wahrscheinlich nie auffällig geworden wäre und auch keine Beschwerden hervorgerufen hätte. Welche Nachteile kann eine solche Überdiagnose mit sich bringen?

Auf Basis der oben genannten Kernfragen haben die Experten der Deutschen Krebshilfe Empfehlungen entwickelt. Wenn Sie überlegen, ob Sie an einer Früherkennungsuntersuchung zur Prostatakrebsvorsorge teilnehmen möchten oder nicht, können Sie diesen Empfehlungen folgen. Es ist aber sinnvoll, dass Sie sich Ihr eigenes Urteil bilden und dabei Ihr persönliches Risiko für Prostatakrebs berücksichtigen. Wenn Sie Fragen haben, Ihnen etwas unklar ist oder Sie sich mit einer Entscheidung überfordert fühlen, dann lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

Im Folgenden beschreiben wir Ihnen die Vor- und Nachteile der Früherkennungsuntersuchung für Prostatakrebs, die Männern im Alter von über 45 Jahren angeboten wird, das Abtasten der Prostata vom Enddarm her.

Prostatakrebs: Früh erkannt – heilbar
Das wichtigste Ziel der Früherkennungsuntersuchung zur Prostatakrebsvorsorge ist, dass das Auftreten der Krankheit verhindert wird. Das kann gelingen, wenn Vorstufen dieses Krebses frühzeitig erkannt und entfernt werden. Ist bereits Prostatakrebs entstanden und wird er früh entdeckt, sind die Chancen, ihn zu heilen, deutlich besser als später. Das Prostatakarzinom lässt sich dann auch schonender behandeln.

Früherkennungsuntersuchungen bei Prostatakrebs

Von den gesetzlichen Krankenkassen wird Männern im Alter von über 45 Jahren eine kostenlose Prostatakrebsfrüherkennung angeboten. Diese Untersuchung beinhaltet ein Abtasten der Prostata vom Enddarm her. Eine Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut ist dabei nicht vorgesehen.

Die Tastuntersuchung

Eine Maßnahme zur Früherkennung von Prostatakrebs ist die Tastuntersuchung, bei der die Prostata vom Enddarm aus schmerzfrei und komplikationslos untersucht wird. Die Tastuntersuchung durch den Arzt ist wichtig, weil sie bei Beschwerden oder bei Verdacht auf Prostatakrebs dazu führt, dass weiterführende Untersuchungen veranlasst werden. Es wurde bisher allerdings nicht nachgewiesen, dass sie als alleinige Maßnahme zur Früherkennung von Prostatakrebs geeignet ist, die Zahl der tumorbedingten Todesfälle zu senken. Dies wird darauf zurückgeführt, dass durch die alleinige Tastuntersuchung ein Prostatakrebs meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird, in dem die Heilungschancen geringer sind.

Was ist ein PSA-Test?

Der PSA-Test im Rahmen der Früherkennung von Prostatakrebs ist ein Bluttest, mit dessen Hilfe die Höhe des PSA (prostataspezifisches Antigen) im Blut bestimmt werden kann. PSA ist ein Eiweißstoff, der nur im Prostatagewebe vorkommt und nur in ganz geringen Mengen im Blut nachweisbar ist. Ein erhöhter PSA-Wert kann einen frühzeitigen Hinweis auf Prostatakrebs geben. Je höher der PSA-Wert ist, umso wahrscheinlicher ist Prostatakrebs die Ursache. Allerdings können auch gutartige Erkrankungen (zum Beispiel Prostatavergrößerungen, Prostataentzündungen, Harnwegsentzündungen) mit einem erhöhten PSA-Wert einhergehen. Bei etwa sieben von zehn Männern mit leicht erhöhtem PSA-Wert liegt kein Prostatakarzinom vor. Ein einmalig erhöhter PSA-Wert sollte vor weiteren Schritten stets mit derselben Messmethode noch einmal kontrolliert werden.

Zusätzliche Untersuchungen wie die Bestimmung des Prostatavolumens (durch Ultraschall vom Enddarm aus), die spezielle Messung des freien PSA im Blut oder Änderungen des PSA-Wertes über die Zeit können die Aussagekraft des alleinigen PSA-Wertes erhöhen. Teststreifen für PSA eignen sich nicht zur Früherkennung von Prostatakrebs und sollten nicht verwendet werden.

Leitlinien empfehlen Informationen zu PSA-Test

Männer ab 45 Jahren mit dem Wunsch nach Früherkennung von Prostatakrebs sollen nach den deutschen und internationalen Leitlinienempfehlungen über die Möglichkeiten der PSA-gestützten Früherkennung informiert werden. Der Arzt soll ihnen dabei ausführlich mögliche Vor- und Nachteile des Tests erläutern und sie vor allem auf mögliche unerwünschte Folgen wie Überdiagnose und Überbehandlung hinweisen. Die erste Untersuchung mit 45 Jahren ist relativ früh, denn die meisten Männer erkranken erst in höherem Alter an Prostatakrebs. Einige Experten vermuten jedoch, dass es hilfreich sein kann, einen ersten PSA-Test bereits mit 45 Jahren durchzuführen, da sie glauben, dass der spätere PSA-Verlauf aussagekräftiger ist als ein in höherem Lebensalter nur einmalig erhöhter PSA-Wert. Wissenschaftlich belegt sind diese Annahmen bisher jedoch nicht.

Wie bei jeder Früherkennungsmaßnahme gibt es auch beim PSA-Test auf Prostatakrebs das Problem der sogenannten Überdiagnose. Studien haben gezeigt, dass bei Männern, die eine Früherkennungsuntersuchung mit PSA durchführen lassen, öfter Prostatakrebs entdeckt wird als ohne PSA-Messung. Ein Teil dieser bei der Früherkennung entdeckten Tumore wäre ohne die Früherkennungsuntersuchung dem Mann zu Lebzeiten nicht aufgefallen. Das liegt daran, dass manche Prostatakrebsarten auch über viele Jahre „ruhen” können und nicht zu Absiedlungen oder zum Tod führen.

Die Häufigkeit einer Überdiagnose von Prostatakrebs durch einen PSA-Test wird auf etwa 40 von 1.000 Männern geschätzt, die über zehn Jahre regelmäßig an einer PSA-basierten Früherkennung teilnehmen. Diese weniger bösartigen Krebsformen können aber aktuell nicht eindeutig von den gefährlicheren Formen abgegrenzt werden. Es ist daher sicher, dass nicht jeder durch PSA-Früherkennung entdeckte Prostatakrebs auch behandelt werden muss. Bei wenig aggressiven und kleinen Tumoren kann es ausreichen, deren Entwicklung abzuwarten und erst dann eine Therapie einzuleiten, wenn die Erkrankung fortschreitet. Das Ausmaß der mit dem PSA-Test einhergehenden Übertherapie ist Gegenstand kontroverser Diskussionen, da möglicherweise Männer behandelt werden, bei denen dies gar nicht nötig gewesen wäre. Zudem hat die Behandlung des Prostatakarzinoms oft Nebenwirkungen, welche die Gesundheit der betroffenen Männer beeinträchtigen können.

Auch die verbleibende Lebenserwartung spielt eine Rolle bei der Entscheidung, ob Männer eine Früherkennungsuntersuchung in Anspruch nehmen sollten, denn der Nutzen der Früherkennung von Prostatakrebs und der anschließenden Behandlung kommt erst nach zehn und mehr Jahren zum Tragen.

Vorteile der Prostatakrebsfrüherkennung mit PSA

  • Der PSA-Test ist die heutzutage empfindlichste Methode, um einen Prostatakrebs frühzeitig zu entdecken / den Verdacht auf Prostatakrebs zu erheben. Ein unauffälliges Testergebnis stellt eine Beruhigung für den Betroffenen dar.
  • Ein Prostatakrebs kann rechtzeitig gefunden werden, bevor Beschwerden auftreten, und die Prostatakrebs-Behandlung bietet gute Aussicht auf Erfolg. Ein fortgeschrittenes Stadium mit Metastasenbildung kann so oft verhindert werden.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass Männer an Prostatakrebs versterben, wird verringert.

 

Nachteile der Prostatakrebsfrüherkennung mit PSA

  • Ein erhöhter PSA-Wert ist nur ein Warnhinweis, das heißt, um Prostatakrebs nachzuweisen, ist immer die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) aus der Prostata notwendig, die in den allermeisten Fällen ambulant durchgeführt wird.
  • Nicht jeder durch Früherkennung gefundene Prostatakrebs muss auch behandelt werden (Überdiagnose).
  • In selteneren Fällen kommt Prostatakrebs vor, der nicht durch einen erhöhten PSA-Wert auffällt („falsche Sicherheit” durch PSA). Ein auffälliger Tastbefund muss daher auch bei normalem PSA-Wert abgeklärt werden.
  • Wenn bei einem erhöhten PSA-Wert kein Prostatakrebs nachgewiesen werden konnte („falscher Alarm”), können Verunsicherung, Ängste und weitere Untersuchungen die Folge sein.

Wird als Folge eines erhöhten PSA-Wertes eine Gewebeprobe aus der Prostata entnommen, kann dies unerwünschte Folgen haben: Häufig treten harmlose Darmblutungen oder Blutbeimengungen im Urin sowie milde Infektionen des Harntrakts auf. Seltener wird ein Krankenhausaufenthalt wegen einer Infektion notwendig, gelegentlich aber wegen einer Blutung. Aufgrund der verfügbaren Daten sind Todesfälle als Folge einer Biopsie als außerordentlich selten anzusehen.

Welche Ergebnisse sind beim PSA-Test zu erwarten?

Die vorliegenden Studien erlauben es derzeit nicht, den Umfang der mit der Früherkennung von Prostatakrebs einhergehenden Erfolge und das Ausmaß der Übertherapie zuverlässig zu berechnen. Damit kann zurzeit nicht abschließend beurteilt werden, ob der Nutzen oder mögliche Schäden der PSA-gestützten Früherkennung überwiegen. Aus diesem Grund ist der PSA-Test nicht im gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramm enthalten.

Auf der Grundlage aktueller Studienergebnisse* kann man die nachfolgenden Angaben machen:

Männer, die keinen PSA-Test machen lassen

  • Von 1.000 Männern im Alter von 55 bis 69 Jahren, die keinen PSA-Test durchführen lassen, werden im Verlauf von zehn Jahren
    • 6 Männer an Prostatakrebs versterben
    • 62 Männer die Diagnose Prostatakrebs erhalten

 

Männer, die regelmäßig einen PSA-Test machen lassen

  • Männer im Alter von 55 bis 69 Jahren, die sich regelmäßig einem PSA-Test unterziehen, zeigen innerhalb von 10 Jahren folgenden Verlauf
    • Ein Todesfall durch Prostatakrebs wird verhindert.
    • 5 Männer versterben an Prostatakrebs.
    • Bei 96 Männern wird Prostatakrebs diagnostiziert werden.
    • Bei 40 dieser 96 Männer wird Krebs gefunden, der vermutlich im Laufe ihres Lebens keine Beschwerden hervorrufen wird („Überdiagnosen”).
    • Bei 13 Männern wird Prostatakrebs gefunden, der nicht durch einen erhöhten PSA-Wert auffiel („falsche Sicherheit”).
    • Bei 100 Männern liegt ein erhöhter PSA-Wert vor, ohne dass in der Gewebeprobe Prostatakrebs gefunden wird („falscher Alarm”).

* Grundlage sind die für deutsche Empfehlungen angepassten Ergebnisse der Europäischen Randomisierten Screening-Studie (ERSPC) nach 13 Jahren Beobachtungszeit (Schröder FH et al., Lancet 384: 2027, 2014).

Die Deutsche Krebshilfe empfiehlt
Die Deutsche Krebshilfe empfiehlt Männern, sich umfassend über die Vor- und Nachteile der Prostatakrebsfrüherkennung zu informieren und im Rahmen einer Beratung mit ihrem Arzt selbst zu entscheiden, ob sie einen PSA-Test durchführen lassen möchten.

Prostatakrebs: Symptome

Zu Beginn verursacht Prostatakrebs keine Beschwerden, sondern erst später, wenn der Tumor eine bestimmte Größe überschritten hat. Deshalb ist es wichtig, dass Sie bei bestimmten Prostatakrebs-Symptomen frühzeitig zu Ihrem Arzt gehen. Er kann untersuchen, woran es liegt – und die nächsten Schritte einleiten.

Wir haben Ihnen bereits beschrieben, dass Früherkennungsuntersuchungen grundsätzlich wichtig sind. Für den Prostatakrebs gilt dies in ganz besonderem Maße, denn in seinem Anfangsstadium verursacht er keine Beschwerden. Diese treten erst auf, wenn die das Prostatakarzinom eine kritische Größe überschritten oder aber Absiedlungen (Metastasen) in Lymphknoten oder Knochen gestreut hat.

Hinweis: Gerade weil zu Beginn typische Prostatakrebs-Symptome fehlen, ist es für Männer so wichtig, sich über die Früherkennungsuntersuchungen zu informieren und auf ihren Körper zu achten.

Im fortgeschrittenen Stadium stellen sich folgende Prostatakrebs-Symptome ein

  • Schmerzen in der Prostata
  • Beeinträchtigung der Blasen- oder Darmentleerung
  • Blutbeimengung im Urin
  • „Ischias“-Schmerzen, die durch Knochenmetastasen hervorgerufen werden

Weitere Informationen: Ausführliche Informationen zur Diagnostik und Therapie finden Sie auch in den Patientenleitlinien

Wichtig: An Krebs erkrankt nicht nur der Körper, auch die Seele kann aus dem Gleichgewicht geraten. Deshalb brauchen Krebsbetroffene auch seelische Begleitung, damit sie in ihrem Leben mit Krebs wieder Halt finden können. Lesen Sie mehr darüber, was Sie jetzt für sich tun können, im Artikel "Mit Krebs leben".

Diagnose von Prostatakrebs

Eine frühzeitige Diagnose von Prostatakrebs ist wichtig, denn je früher eine bösartige Erkrankung erkannt wird, desto besser sind in vielen Fällen die Heilungs- und Überlebenschancen. Allerdings haben viele Menschen Angst davor, in eine medizinische Mühle zu geraten, wenn sie den Verdacht haben, dass sie an Krebs erkrankt sein könnten. Deshalb schieben sie den Besuch beim Arzt immer weiter hinaus. So verständlich diese Angst auch ist: Es ist wichtig, dass Sie möglichst bald zum Arzt gehen.

Die Untersuchungen im Rahmen der Diagnose von Prostatakrebs sollen folgende Fragen klären

  • Haben Sie wirklich einen Tumor?
  • Ist dieser gut- oder bösartig?
  • Welche Krebsart ist es genau?
  • Wo sitzt der Tumor?
  • Wie ist Ihr Allgemeinzustand?
  • Wie weit ist die Erkrankung fortgeschritten? Gibt es Metastasen?
  • Mit welcher Prostatakrebs-Behandlung kann für Sie der beste Erfolg erreicht werden?
  • Welche Behandlung kann Ihnen zugemutet werden?

Hinweis: Eine Prostatakrebs-Behandlung lässt sich nur dann sinnvoll planen, wenn vorher genau untersucht worden ist, woran Sie leiden.

Dabei haben die einzelnen Untersuchungen zwei Ziele: Sie sollen den Verdacht, dass Sie an Krebs erkrankt sind, bestätigen oder ausräumen. Wenn sich der Verdacht bestätigt, müssen Ihre behandelnden Ärzte ganz genau feststellen, wo der Tumor sitzt, wie groß er ist, aus welcher Art von Zellen er besteht und ob er vielleicht schon Tochtergeschwülste gebildet hat.

Ihr Arzt wird Ihnen erklären, welche Untersuchungen notwendig sind, um die Diagnose zu sichern. Meist wird es mehrere Tage oder sogar Wochen dauern, bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind und die Ergebnisse vorliegen. Werden Sie dabei nicht ungeduldig, denn je gründlicher Sie untersucht werden, desto genauer kann die weitere Behandlung auf Sie zugeschnitten werden.

Wenn alle Ergebnisse vorliegen, wird Ihre Prostatakrebs-Behandlung geplant. Ihr Arzt wird Ihnen genau erklären, welche Möglichkeiten es gibt, wie sich die Behandlung auf Ihr Leben auswirkt und mit welchen Nebenwirkungen Sie rechnen müssen. Die endgültige Entscheidung über Ihre Prostatakrebs-Behandlung werden Sie gemeinsam mit den behandelnden Ärzten treffen. Dabei ist es von Anfang an wichtig, dass sich ein vertrauensvolles Patienten-Arzt-Verhältnis entwickelt.

Wichtig: Fühlen Sie sich allerdings bei Ihrem behandelnden Arzt nicht gut aufgehoben oder möchten Sie, dass ein anderer Arzt die vorgeschlagene Prostatakrebs-Behandlung bestätigt, dann scheuen Sie sich nicht, eine zweite Meinung bei einem anderen (Fach-)Arzt einzuholen.

Ihre Krankengeschichte (Anamnese)

Im Rahmen der Diagnose von Prostatakrebs wird Ihr Arzt sich mit Ihnen in einem ausführlichen Gespräch über Ihre aktuellen Beschwerden und deren Dauer unterhalten. Er wird sich auch danach erkundigen, welche Krankheiten Sie früher bereits hatten und welche Sie vielleicht im Augenblick gerade haben. Auch Faktoren, die Ihr Prostatakrebsrisiko erhöhen, sind für ihn wichtig. Denken Sie daran, dass Sie Ihrem Arzt sagen, welche Medikamente Sie einnehmen, auch ergänzende Mittel, die Ihnen kein Arzt verordnet hat (zum Beispiel Johanniskraut oder Ginkgopräparate und grüner Tee). Denn diese Substanzen können Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen.

Vielleicht machen Sie sich vor dem Arztbesuch schon ein paar Notizen, damit Sie in dem Gespräch auch an alles denken.

Beschreiben Sie Ihrem Arzt all Ihre Beschwerden und Vorerkrankungen. Selbst Einzelheiten, die Ihnen unwichtig erscheinen, können für Ihren Arzt wichtig sein. Dazu gehören auch Informationen darüber, ob Sie vielleicht in Ihrem Beruf Faktoren ausgesetzt sind, die das Risiko für Prostatakrebs erhöhen können. Der Arzt wird Sie aber auch nach bestimmten Dingen fragen und sich so ein umfassendes Bild machen.

Wenn sich bei Ihnen typische Prostatakrebs-Symptome zeigen und der Verdacht besteht, dass Sie an Prostatakrebs erkrankt sind, sollte Ihr Arzt bald weitere Untersuchungen veranlassen.

Tastuntersuchung

Bei der Tastuntersuchung bei Verdacht auf Prostatakrebs tastet der Arzt vom Mastdarm (rektal) aus die Vorsteherdrüse ab und überprüft, ob sich in der Prostata eine Veränderung gebildet hat, die auf ein Prostatakarzinom hinweisen kann.

Blutuntersuchungen

Blutuntersuchungen bei Prostatakrebs können aus verschiedenen Gründen durchgeführt werden. Ihr Blut ist eine wichtige Informationsquelle: Es gibt zum Beispiel Auskunft über Ihren Allgemeinzustand und über die Funktion einzelner Organe. Diese Informationen braucht der behandelnde Arzt unter anderem, um die Narkose für die Operation vorzubereiten.

Die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) kann einen weiteren Hinweis darauf geben, ob die Veränderung in der Prostata gut- oder bösartig ist oder wie weit sich der Tumor bereits ausgedehnt hat.

Liegt der PSA-Wert unter 10 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter), befindet sich der Prostatakrebs häufig noch innerhalb der Prostatakapsel (lokal begrenztes Prostatakarzinom), die Lymphknoten sind sehr selten und die Knochen fast nie befallen (= heilbares Stadium). Das bedeutet, dass bei diesen Männern meist keine weitergehenden Untersuchungen etwa mit bildgebenden Verfahren nötig sind. In einigen Ausnahmefällen, zum Beispiel, wenn ein aggressiver Prostatakrebs in der Biopsie trotz eines niedrigen PSA-Wertes gefunden wurde, kann der Arzt eine Bildgebung veranlassen.

Kernspintomographie (MRT)

Eine Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT) kann durchgeführt werden, wenn Ihr Arzt beispielsweise durch einen erhöhten PSA-Wert den Verdacht auf Prostatakrebs hat. Durch diese Untersuchung kann dieser Verdacht erhärtet werden, bevor eine Biopsie durchgeführt werden. Diese Untersuchung sollte aber nur von Radiologen durchgeführt werden, die sich auf die MRT-Bildgebung der Prostata spezialisiert und darin eine große Erfahrung haben.

Moderne multiparametrische MRT-Techniken der Prostata (mpMRT) liefern wertvolle Informationen im Hinblick sowohl auf die korrekte Diagnose eines Prostatakarzinoms als auch auf die Planung der Operation oder die Bestrahlungsplanung.

Biopsie

Haben die ersten Untersuchungen (Tastbefund, PSA-Wert und MRT) den Verdacht ergeben, dass Sie an Prostatakrebs erkrankt sein könnten, wird Ihr Arzt Ihnen raten, Gewebe aus der Prostata entnehmen zu lassen (Biopsie). Eine solche Gewebeentnahme kann den bestehenden Verdacht ausräumen oder bestätigen. Im ersten Fall können Sie beruhigt wieder Ihrem Alltag nachgehen. Im zweiten Fall haben Sie die Chance, möglichst frühzeitig eine Behandlung des Prostatakarzinoms mit guten Heilungsaussichten beginnen zu können.

Durch das zuvor angefertigte MRT hat man die Möglichkeit, den verdächtigen Bezirk in der Prostata noch genauer zu untersuchen, das heißt mithilfe des MRTs werden die Entnahmestellen in der Prostata genauer erreicht. Dazu ist allerdings eine spezielle Fusionsbiopsie erforderlich (die MRT-Bilder werden dazu in einem Ultraschallgerät eingelesen). Diese Spezialuntersuchung sollte ebenfalls nur von Urologen angeboten werden, die in dieser Diagnostik große Erfahrung haben.

Zum Beispiel: Liegt Ihr PSA-Wert über 3 bis 4 ng/ml oder hat Ihr Arzt bei der Tastuntersuchung einen auffälligen Befund festgestellt, liegt das Risiko, dass Sie Prostatakrebs haben, bei etwa 20 Prozent. Wenn anschließend im MRT ein verdächtiger Bezirk gesehen wird, sollten Sie sich einer Biopsie unterziehen. Wird bei den weiterführenden Untersuchungen tatsächlich ein Karzinom entdeckt, befindet es sich in aller Regel noch in einem frühen Stadium und ist in 85 Prozent der Fälle heilbar.

Hat der PSA einen Wert von 10 ng/ml erreicht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Prostatakrebs vorliegt, auf etwa 50 Prozent. Die Erkrankung ist dann meist weiter fortgeschritten und nur noch in zirka 55 Prozent der Fälle heilbar.

Wie läuft eine Gewebeentnahme ab?

 

Die Biopsie wird über den Mastdarm durchgeführt, da auf diesem Weg die Prostata gut zugänglich ist.

Bei der Prostatastanzbiopsie werden nach örtlicher Betäubung sehr kleine Gewebezylinder aus der Prostata entnommen. Dabei sticht der Arzt mit dünnen, federgetriebenen Hohlnadeln in die verschiedenen Abschnitte der Prostata ein und entnimmt die Gewebezylinder. Wurde im Vorfeld kein MRT durchgeführt, sollten mindestens zwölf Proben entnommen werden. Falls ein MRT gemacht wurde, wird sich der Arzt auf die Areale in der Prostata konzentrieren, die im MRT verdächtig sind. Die Bildinformation des MRT wird dabei auf das Ultraschallgerät eingelesen. Um höchste Sicherheit zu haben, sollten auch bei dieser zielgerichteten Biopsie die üblichen zwölf systematischen Biopsien zusätzlich erfolgen. Das Risiko für Komplikationen steigt dadurch nicht. Da die Nadel unter Spannung steht, erfolgt die eigentliche Gewebeentnahme sehr schnell und der Stich verursacht auch aufgrund der örtlichen Betäubung der Prostata praktisch keinen oder nur geringen Schmerz.

Der Arzt entnimmt das Gewebe zielgerichtet aus den Stellen, die im MRT auffällig waren. Dazu führt er einen Ultraschallkopf mit Biopsienadel in den Enddarm ein. So kann er auf dem Bildschirm des Ultraschallgerätes verfolgen, wo die Nadel sich genau befindet. Die im MRT auffälligen Areale werden auf dem Bildschirm des Ultraschallgerätes dargestellt.

Die gleichen Ergebnisse erhält man auch mit der transperinealen Biopsie. Hierbei wird unter Betäubung die Prostata vom Damm her durch die Haut hindurch biopsiert. Dieses Verfahren soll die Infektionsrate reduzieren. Allerdings ist hierfür in der Regel eine Vollnarkose nötig.

Kann es während der Biopsie zu Komplikationen kommen?

Auch wenn die Biopsie in der Hand eines erfahrenen Arztes ein vergleichsweise harmloser Eingriff ist, können in seltenen Fällen Komplikationen auftreten. Ein leichtes Druckgefühl nach der Biopsie ist relativ häufig und braucht Sie nicht zu beunruhigen.

Da der Zugang zur Prostata durch den Enddarm erfolgt, können durch den Stichkanal Darmkeime in die Prostata eindringen. Um einer Entzündung der Prostata vorzubeugen, werden Sie deshalb von Ihrem Arzt für einige Tage ein Antibiotikum verschrieben bekommen. Hierbei ist es wichtig, dass Sie in der Befragung vor dieser Untersuchung angeben, ob Sie im letzten halben Jahr vor der Biopsie aus anderen Gründen Antibiotika eingenommen haben. Diese könnten das übliche Keimspektrum verändert haben und eine gezieltere antibiotische Prophylaxe bedeuten.

Wichtig: Sollten Sie nach der Biopsie plötzlich Fieber oder Schüttelfrost bekommen, kann es sein, dass Sie trotzdem eine Prostataentzündung haben. Bitte informieren Sie dann umgehend Ihren Arzt, auch in der Nacht!

Wenn Sie nach der Biopsie Blutbeimengungen im Urin, auf dem Stuhl oder im Samenerguss feststellen, braucht Sie das zunächst nicht zu beunruhigen. Dies hat seine Ursache darin, dass die Biopsienadel beim Einstechen Blutgefäße leicht verletzten kann. Der Körper repariert solche kleinen Verletzungen allein. Haben Sie Blut im Urin, trinken Sie reichlich, um den Urin zu verdünnen und die Blutgerinnsel abzutransportieren. Wenn diese Beschwerden länger anhalten, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Das durch die Stanzzylinder gewonnene Gewebe wird eingefärbt und mikroskopisch untersucht (histologische, das heißt feingewebliche Untersuchung). Dabei wird nicht nur nachgewiesen, ob ein Prostatakarzinom vorliegt, sondern es wird auch der Grad der Bösartigkeit der Geschwulst (Differenzierungsgrad, Gleason-Score) festgestellt. Je unreifer das Prostatakarzinom (anaplastisch), desto wahrscheinlicher handelt es sich um einen rasch wachsenden und damit um einen eher gefährlichen Tumor.

Wann muss eine erneute Biopsie durchgeführt werden?

Es kann sein, dass sich bei der Untersuchung des Gewebes keine Krebszellen nachweisen lassen. Dann wird Ihr Arzt auf jeden Fall Ihren PSA-Wert weiterhin überwachen und Ihnen unter gewissen Voraussetzungen empfehlen, nach sechs Monaten die Biopsie zu wiederholen. Vor einer erneuten Biopsie wird dann ein mpMRT angefertigt.

Folgende Gründe kann es für eine solche Wiederholung der Untersuchung geben

  • Der PSA-Wert bleibt erhöht oder steigt weiter an.
  • Der Pathologe konnte zwar kein Karzinom feststellen, aber das Ergebnis ist entweder nicht sicher oder es zeigt Risikofaktoren, die eine Krebserkrankung wahrscheinlich machen, obwohl das Ergebnis negativ ist (zum Beispiel high grade PIN = hochgradige intraepitheliale Neoplasie oder ASAP = atypical small acinar proliferation).

Sollte eine zweite Biopsie notwendig sein, sollte diese zielgerichtet in Form einer Fusionsbiopsie durchgeführt werden, nachdem ein MRT angefertigt wurde. Zur Sicherheit kann zusätzlich zu den zielgerichteten Fusionsbiopsien auch eine erneute systematische Biopsie erfolgen.

Ultraschalluntersuchung (Sonographie)

Die Ultraschalluntersuchung bei Prostatakrebs dient dazu, festzustellen, wie weit sich der Tumor bereits in die Prostata beziehungsweise darüber hinaus ausgedehnt hat. Dafür wird der Ultraschallkopf durch den Mastdarm an die Prostata herangeführt (transrektaler Ultraschall, TRUS).

Skelettszintigraphie

Die Skelettszintigraphie bei Prostatakrebs kann Absiedelungen des Tumors in den Knochen (Knochenmetastasen) darstellen. Bei einem PSA-Wert größer 10 ng/ml, fortgeschrittenem Tumorstadium, schlecht differenziertem Prostatakrebs oder Beschwerden (Knochenschmerz) sollte eine Skelettszintigraphie durchgeführt werden.

Positronenemissionstomographie (PET)-CT

Die Positronenemissionstomographie ist ein bildgebendes Verfahren, das die Stoffwechselaktivität der Zellen sichtbar macht. Mit der PET lassen sich beispielsweise Gewebe mit besonders aktivem Stoffwechsel von solchen mit weniger aktiven Zellen unterscheiden. Da Krebszellen schnell wachsen, benötigen sie meist viel Energie. Sie nehmen zum Beispiel Traubenzucker oder Sauerstoff oft viel rascher auf als gesunde Zellen. Ein Stoff mit chemisch veränderten Molekülen, die der Körper bei vielen Stoffwechselprozessen umsetzt oder als Energiequelle braucht (Tracer, engl. to trace = ausfindig machen), wird mit einer leicht radioaktiven Substanz beladen. Die Spur dieser kleinsten Teilchen wird durch die besondere Technik der PET sichtbar. Auf diese Weise lassen sich auch Tochtergeschwülste des Prostatakarzinoms besser erkennen. Manche Tumoren zeigen allerdings keine erhöhte Stoffwechselaktivität. Dann hilft eine PET-Untersuchung nicht weiter.

Andererseits kann auch entzündetes Gewebe eine erhöhte Stoffwechselaktivität haben und somit vermehrt Tracer anreichern. Eine PET allein reicht daher nicht aus, um Krebs festzustellen. Heute wird das Bild der PET-Untersuchung oft mit der Computertomographie kombiniert zur PET-CT.

In letzten Jahren sind prostata-spezifische Tracer entwickelt worden (etwa prostata-membran-spezifische Antigen [(PSMA)- Radionuklide]), die in speziellen Situationen eine hohe Aussagekraft haben. Da die Wertigkeit und der zusätzliche Nutzen dieser Untersuchungstechnik jedoch noch nicht ausreichend untersucht sind, gehört die PET-CT zurzeit nicht zu den Standarduntersuchungsverfahren und wird deshalb in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Computertomographie (CT)

Wurde ein lokal begrenzter Prostatakrebs diagnostiziert, kann auf eine Computertomographie verzichtet werden. Nur bei einer lokal weit fortgeschrittenen Krebserkrankung oder wenn der Verdacht besteht, dass eine Fernabsiedelung des Karzinoms vorliegt beziehungsweise der Betroffene Beschwerden hat, kann eine Computertomographie in Einzelfällen nützliche Informationen liefern – zum Beispiel auch bei der Planung vor der Operation oder vor der Strahlentherapie.

Auch andere Röntgenverfahren wie die Darstellung des Nierenbeckens (intravenöse Pyelographie) oder der Harnröhre sind bei Prostatakrebs nur selten notwendig, so zum Beispiel nur, wenn Blut im Urin (Hämaturie) nachgewiesen wird.

Klassifikation und Stadieneinteilung von Prostatakrebs

Für die spätere Prostatakrebs-Behandlung ist eine anfängliche Klassifikation und Stadieneinteilung des Tumors wichtig. Der Körper eines Menschen besteht aus sehr vielen unterschiedlichen Geweben und Zellen. Dementsprechend unterschiedlich fällt auch das bösartige Wachstum einer Krebsgeschwulst aus. Daher muss zunächst ein genauer Steckbrief Ihrer Erkrankung zusammengestellt werden.

Dazu gehören die Informationen darüber, zu welchem Zelltyp der Prostatakrebs gehört, wie bösartig er ist, wie schnell er wächst, ob er bereits die Organgrenzen überschritten oder sich sogar im Körper ausgebreitet hat und wie hoch der PSA-Wert ist. Es ist sehr wichtig, diese Einzelheiten genau zu kennen. Erst dann lässt sich eine Behandlung zusammenstellen, die für Sie und den Verlauf Ihrer Erkrankung am besten geeignet ist.

Aus den Ergebnissen aller bisher durchgeführten Untersuchungen ermittelt der Arzt das genaue Krankheitsstadium (Staging, Stadieneinteilung). Um dieses so zu beschreiben, dass jeder Arzt es richtig einordnen kann, gibt es international einheitliche Einteilungen (Klassifikationen). Bei Prostatakrebs gibt es sogar zwei: die TNM-Klassifikation und die Gleason-Klassifikation.

TNM-Klassifikation bei Prostatakrebs

  • T (Tumor) beschreibt, wie groß der Primärtumor ist
  • N (Nodi = Knoten) beschreibt, ob Lymphknoten befallen sind, wie viele es sind und wo
  • M (Metastasen) beschreibt, ob Fernmetastasen vorliegen und wo

Kleine Zahlen, die den Buchstaben jeweils zugeordnet sind, geben an, wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat.

 

Stadieneinteilung für Tumoren der Prostata
Die Bedeutung für T  
  • T1 = Tumor nicht tastbar und durch Bildgebung nicht sichtbar
  • T2 = Tumor erstreckt sich nur auf Prostata
  • T3 = Tumor erstreckt sich in die Prostata umgebende Kapsel oder darüber hinaus auf Samenblase
  • T4 = Tumor erfasst benachbarte Organe
 
Die Bedeutung für N  
  • N0 = Tumor erfasst keine Lymphknoten
  • N1 = Tumor erfasst Lymphknoten
 
Die Bedeutung für M  
  • M0 = Keine Metastasen
  • M1 = Metastasen nachweisbar
 

Ein Karzinom im Frühstadium ohne Lymphknoten- und Fernmetastasierung würde damit zum Beispiel als T1N0M0 bezeichnet.

Gleason-Klassifikation bei Prostatakrebs

Darüber hinaus hat der amerikanische Pathologe Donald F. Gleason in den siebziger Jahren ein System entwickelt, mit dem der Prostatakrebs anhand seines feingeweblichen Unterscheidungs- und Wachstumsmuster beurteilt wird (Gleason pattern).

Nach der Biopsie untersucht der Pathologe, wie ähnlich die entnommenen Tumorzellen den gesunden Prostatazellen sind (Differenzierungsgrad). Dafür gibt es insgesamt fünf Stufen (Grad 1 bis 5), die mit den jeweiligen Punktzahlen bewertet werden. Je niedriger der Wert ist, desto mehr ähneln die Zellen normalem Prostatagewebe; je höher der Wert ist, desto stärker unterscheiden sie sich davon. Grundsätzlich gilt: Je mehr sich die bösartigen von den gesunden Zellen unterscheiden, desto aggressiver ist der Tumor. Die Grade der am häufigsten und zweithäufigsten gefundenen Tumorzellen des Prostatakarzinoms werden zum Gleason-Score addiert.

So wird der Gleason-Score bei Prostatakrebs ermittelt

Grad der am häufigsten gefundenen Tumorzellen + Grad der am zweithäufigsten gefundenen Tumorzellen = Gleason-Score

Beispiel: Grad 3 + Grad 4 = Gleason Score 7

Konnte nur ein Grad ermittelt werden, so wird dieser einfach verdoppelt.

Beispiel: Grad 3 + Grad 3 = Gleason-Score 6

 

Gleason-Klassifikation
Gleason-Score Aggressivität
6 Kaum
7a (3+4) Gering
7b (4+3) Mäßig
8 Stark
9 bis 10 Sehr stark

Prostatakrebs: Behandlung

Die Prostatakrebs-Behandlung soll die Erkrankung dauerhaft heilen oder den Tumor zumindest in Schach halten. Wenn Prostatakrebs nicht behandelt wird, breitet er sich aus, streut im Körper Tochtergeschwülste und führt früher oder später zum Tod.

Jede Prostatakrebs-Behandlung soll den Tumor – und wenn Tochtergeschwülste vorliegen, möglichst auch diese – vollständig entfernen oder vernichten, sodass der Betroffene dauerhaft geheilt ist. Eine solche Behandlung heißt kurative Therapie. Lässt sich dieses Ziel nicht erreichen, versucht man, den Tumor möglichst lange zu kontrollieren und gleichzeitig die Lebensqualität zu erhalten.

Lokaler Prostatakrebs: Behandlung

Wenn der Krebs sich nicht über die Prostata hinaus ausgebreitet hat, wird der Arzt beurteilen, ob ein niedriges, intermediäres oder hohes Risiko dafür besteht, dass sich im Laufe der Zeit Metastasen des Prostatakarzinoms bilden.

Bei Patienten mit einem Prostatakrebs mit niedrigem Risiko stehen grundsätzlich vier verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung

  • Die aktive ÜberwachungDie radikale Operation der Prostata
  • Die Bestrahlung der Prostata von außen (perkutane Strahlentherapie)
  • Die Bestrahlung der Prostata von innen (Brachytherapie)
    • HDR-Brachytherapie („high-dose-rate” = hohe Dosisrate)
    • LDR-Brachytherapie („low-dose-rate” = niedrige Dosisrate)
    • mit Hilfe von Strahlungsquellen, die in die Prostata eingesetzt werden

 

Lassen Sie sich vor einer Therapieentscheidung zwischen aktiver Überwachung, Operation und Strahlentherapie in jedem Fall über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Prostatakrebs-Behandlung aufklären, und zwar sowohl von einem Urologen als auch von einem Strahlentherapeuten. In manchen Kliniken wird dazu eine gemeinsame (interdisziplinäre) Sprechstunde angeboten, in der Sie sich von beiden Fachärzten beraten lassen können.

Die Entscheidung für oder gegen eine der Behandlungsmethoden kann beispielsweise anhand des Nebenwirkungsprofils erfolgen.

Auch der Ablauf der Prostatakrebs-Behandlung kann ein weiterer Faktor für Ihre Überlegungen sein

  • Die aktive Überwachung erfordert regelmäßige Kontrollen.
  • Die Operation erfolgt stationär für vier bis zehn Tage, häufig gefolgt von einer Anschlussheilbehandlung zum Kontinenztraining.
  • Die externe Strahlentherapie erstreckt sich über sieben bis acht Wochen (fünfmal in der Woche), aber ambulant für zirka zehn bis 15 Minuten am Tag und erfordert keine Narkose.
  • Die Brachytherapie ist eine einmalige Behandlung in Narkose.

Aktive Überwachung (Active Surveillance, AS)

Das Behandlungskonzept der aktiven Überwachung (Active Surveillance) beinhaltet, dass Patienten mit Prostatakrebs engmaschig überwacht, aber noch nicht behandelt werden. Hintergrund ist, dass seit Einführung des PSA-Tests bei deutlich mehr Männern zu Lebzeiten die Diagnose Prostatakrebs gestellt wird. Von früher acht auf heute etwa 17 Prozent hat sie sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Viele dieser Erkrankungen sind jedoch rein feingewebliche Diagnosen, bei denen angenommen wird, dass sie sogenannte klinisch nicht signifikante Prostatakarzinome sind. Sie werden auch als Niedrigrisikogruppe von Prostatakrebs bezeichnet.

Der klinisch nicht signifikante Prostatakrebs wird definiert durch die sogenannten Epstein-Kriterien

  • Gleason-Score bis 6
  • Weniger als 50 Prozent Krebsgewebe in den jeweiligen betroffenen Biopsien
  • PSA-Wert kleiner 10 ng/ml
  • Von zwölf Prostatastanzen sind höchstens zwei positiv sowie Klinisches Stadium T1c - T2a

Etwa die Hälfte aller Betroffenen haben diese Art von Prostatakrebs und kommen daher für die aktive Überwachung in Frage. Lassen Veränderungen bestimmter Messwerte vermuten, dass der Prostatakrebs fortschreitet, werden die Betroffenen verzögert behandelt.

Die bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen überblicken Zeiträume von über zehn Jahren und konnten zeigen, dass die krebsspezifische Überlebensrate der Männer mit einem solchen sehr frühen Prostatakrebs mit der aktiven Überwachung ebenso bei fast 100 Prozent liegt wie bei einer sofortigen Operation oder Bestrahlung.

Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Urologen, ob für Sie die aktive Überwachung in Frage kommt. Lassen Sie sich von ihm alle Vorteile, aber auch eventuelle Risiken ausführlich erklären, damit Sie Ihre Entscheidung bewusst treffen können.

Bei dieser Behandlung sind engmaschige Kontrolluntersuchungen (PSA-Wert, Ultraschall, digital-rektale Tastuntersuchung, MRTs der Prostata) besonders wichtig, um sofort feststellen zu können, wenn die Krankheit fortschreitet. In regelmäßigen Zeitabständen sollte erneut eine Prostatabiopsie erfolgen. Ein bei Beginn der aktiven Überwachung und dann in regelmäßigen Abständen durchgeführtes MRT der Prostata macht diese Therapieform sicher.

Operation (Prostatektomie)

Grundsätzlich ist die Operation bei vielen Krebsarten eine sichere Behandlungsmethode, wenn das Tumorgewebe vollständig entfernt wird. Beim Prostatakrebs bedeutet das: Die Prostata wird entfernt (Prostatektomie).

Die Operation von Prostatakrebs ist am erfolgversprechendsten, wenn der Tumor noch auf die Prostata begrenzt ist. Dieses Ergebnis ist vor allem zu erwarten, wenn der PSA-Wert unter 10 ng/ml lag und die feingewebliche Untersuchung der Gewebeproben einen günstigen Gleason-Score ergab.

Es kann passieren, dass der Tumor durch die Operation nicht dauerhaft entfernt beziehungsweise geheilt werden kann. Klinische Studien haben jedoch ergeben, dass es lange dauern kann, bis ein Prostatakrebs dann wieder auftritt beziehungsweise weiterwächst. Auch wenn bei der Untersuchung der entfernten Prostata in den Schnitträndern Tumorzellen gefunden wurden (positive Schnittränder) und / oder Lymphknoten befallen sind, vergehen häufig viele Jahre bis zum Wiederauftreten des Prostatakarzinoms. Dies wird mit dem Patienten vor der Operation genau besprochen.

Entscheidet sich der Mann für die Entfernung der Prostata, dann werden die gesamte Prostata mit der dadurch verlaufenden Harnröhre sowie Samenbläschen und Samenleiter, ein Teil des Blasenhalses sowie – wenn notwendig – die benachbarten Lymphknoten entfernt. Vorrangiges Ziel dieses Eingriffs ist es, den betroffenen Mann zu heilen.

Durchführung der Operation bei Prostatakrebs

Um die Prostata bei Prostatakrebs zu entfernen, gibt es heute grundsätzlich drei Zugangswege

  • Der Operateur kann einen Unterbauchschnitt zwischen Schambein und Bauchnabel machen (retropubische radikale Prostatektomie),
  • Eine Bauchspiegelung (laparoskopische Prostatektomie / roboterunterstützte laparoskopische Prostatektomie) zur endoskopischen Prostataentfernung durchführen oder
  • Mittels Dammschnitt (perineale radikale Prostatektomie) operieren.

Beim Bauchschnitt oder der Laparoskopie können auch gleichzeitig Lymphknoten entfernt und daraufhin untersucht werden, ob sich in ihnen Tumorzellen finden. Beim Dammschnitt ist die Entnahme von Lymphknoten nur erschwert möglich.

Hinweis: Ihr Arzt wird mit Ihnen vor dem Eingriff ausführlich besprechen, welches Operationsverfahren in Ihrem speziellen Fall das Beste ist. Wichtiger noch als ein spezielles Operationsverfahren ist jedoch die Erfahrung des Operateurs mit der jeweiligen Methode.

Eine gutartige Prostatavergrößerung wird über die Harnröhre behandelt (transurethrale Resektion der Prostata, TURP). Dabei wird ein Endoskop in die Harnröhre eingeführt und die vergrößerte Prostata mittels einer elektrischen Schlinge abgetragen. Beim Prostatakarzinom muss jedoch die Vorsteherdrüse mitsamt der Kapsel wegoperiert werden, was durch die Harnröhre nicht möglich ist. Bei einem lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom kann die TURP lindernd (palliativ) eingesetzt werden, um eine Störung bei der Blasenentleerung zu beseitigen.

Beim Unterbauchschnitt werden zunächst die Lymphknoten entfernt, die der Prostata und der Harnblase am nächsten liegen, da sich Krebszellen zuerst dort absiedeln würden.

Nach der Entfernung der Prostata mit einem Teil der Harnröhre muss eine neue Verbindung (Anastomose) zwischen Blase und Harnröhre hergestellt werden. Damit diese Verbindung hält, wird sie für einige Tage mit einem Dauerkatheter gesichert. Durch diesen Katheter kann gleichzeitig der Urin aus der Harnblase abfließen. Bevor er wieder entfernt wird, überprüft der Arzt durch eine Röntgenuntersuchung oder durch Ultraschall, ob die Verbindung zwischen Blase und Harnröhre wirklich dicht ist.

Mit welchen Nebenwirkungen müssen Sie bei einer Operation von Prostatakrebs rechnen?

Neue verbesserte Operationstechniken haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Nebenwirkungen nach einer radikalen Prostataentfernung bei Prostatakrebs geringer geworden sind. Dennoch lassen sich unerwünschte Nebenwirkungen nicht immer vermeiden.

Inkontinenz
Ein mögliches Problem ist das Harnträufeln (Inkontinenz). Darunter versteht man, dass der Betroffene den Urin nicht mehr halten kann. Beim gesunden Mann sorgen vor der Operation unterschiedliche Mechanismen dafür, dass er den Urin halten kann: der innere Schließmuskel am Blasenausgang, der Druck, den die Prostata auf die Harnröhre ausübt, und ein Harnröhrenschließmuskelsystem unterhalb der Prostata.

Durch die Operation kann das Harnröhrenschließmuskelsystem geschwächt werden. Daher kann nach dem Eingriff ein Training sinnvoll und notwendig sein, damit die Muskulatur ihre Aufgabe wieder übernimmt. Wie lange das dauert, ist von Mann zu Mann unterschiedlich. Bei dem einen dauert es wenige Tage, bei dem anderen vielleicht auch Wochen oder Monate. Letztendlich können zwölf Monate nach der Operation mehr als 95 Prozent der betroffenen Männer den Urin wieder halten (kontinent).

Aber auch in den seltenen Fällen, in denen eine schwere Inkontinenz bestehen bleibt, kann eine weiterführende spezialisierte Inkontinenztherapie oft noch erfolgreich sein – beginnend vom minimalinvasiven Verfahren bis hin zur Einsetzung eines künstlichen Schließmuskels (Sphinkters).

Wichtig: Regelmäßige Beckenbodengymnastik kann Ihnen dabei helfen, dass Sie den Urin schneller wieder halten können.

Solange Sie Ihren Urin nicht normal halten können, benutzen Sie geeignete Hilfsmittel wie Vor- oder Einlagen, die den unkontrolliert abgehenden Urin auffangen, damit Sie in Ihren gewohnten Aktivitäten möglichst wenig eingeschränkt sind. Die Materialien gibt es in unterschiedlicher Größe und Saugfähigkeit. Lassen Sie sich schon im Krankenhaus durch Ihren Urologen oder durch das Pflegepersonal beraten. Nach der Entlassung aus der Klinik finden Sie diese Inkontinenzhilfen in Apotheken, Sanitätshäusern und Spezialgeschäften. Fast alle Hilfsmittel können verordnet werden, so dass die Krankenkasse den größten Teil der Kosten übernimmt. Ihre Zuzahlung liegt bei zehn Prozent beziehungsweise mindestens fünf und höchstens zehn Euro pro Rezept.

Anfangs mag die Benutzung von solchen Einlagen ungewohnt, peinlich und „unmännlich” erscheinen („Ich bin doch kein Baby, dass ich jetzt wieder Windeln tragen muss!”). Aus Untersuchungen zur Lebensqualität ist jedoch bekannt, dass sich die meisten betroffenen Männer an diese Einschränkung des täglichen Komforts gewöhnen. Dennoch gilt: Je größer die Inkontinenz, desto stärker die Einbußen in der Lebensqualität.

Harnwegsinfektion
Bei manchen Betroffenen kommt es im Anschluss an die Operation von Prostatakrebs zu einer Infektion der Harnwege, die mit Antibiotika behandelt wird. Fadenreste an der Vereinigungsstelle von Blase und Harnröhre, eine zunächst unkoordinierte Blasenentleerung oder der bis zur Wundheilung eingelegte Dauerkatheter sind dafür verantwortlich.

Nachdem der Katheter entfernt wurde, können Sie kurzfristig die typischen Symptome einer Reizblase verspüren, das heißt, Sie müssen häufig zur Toilette, obwohl nur wenige Tropfen kommen.

Hat Ihr Arzt Ihren Urin untersucht und konnte er so eine Infektion der Harnwege ausschließen, erhalten Sie ein Medikament, das Ihre Blase beruhigt. Dieses Medikament kann helfen, die unmittelbar nach der Operation (postoperativ) auftretende Harninkontinenz zu verbessern.

Wenn bei der Operation gleichzeitig Lymphknoten entfernt werden müssen, kann außerdem eine Lymphfistel (Lymphozele) auftreten. Selten ist hier eine erneute kleine Operation (Fensterung) erforderlich, um Probleme (Schmerzen, Harnaufstau) zu beheben.

Beeinträchtigtes Erektionsvermögen
Eine weitere mögliche Komplikation nach der Prostataentfernung bei Prostatakrebs ist die beeinträchtigte Gliedversteifung (erektile Dysfunktion). Der Verlust der spontanen Erektionsfähigkeit beeinträchtigt aber nicht die sexuelle Lust und auch nicht das Gefühl im Penis bis hin zum Orgasmus. Allerdings ist ein Orgasmus nach der Entfernung der Prostata „trocken”, da die zuvor in Prostata und Samenblasen produzierte Samenflüssigkeit nun fehlt. Gestört ist jedoch die Versteifungsfähigkeit des Gliedes. Dafür sind Nervengeflechte verantwortlich, die um die Prostata herumlaufen, und zwar so dicht, dass der Urologe diese Nerven nicht immer schonen kann.

Hinweis: Eine nerverhaltende Operation kann heute die Potenz in Abhängigkeit vom Alter bei bis zu 80 Prozent der Betroffenen erhalten. Kein Arzt kann Ihnen das allerdings garantieren.

Ein geübter Operateur kann das Erektionsvermögen dann erhalten, wenn die Geschwulst in der Prostata noch klein ist. Das heißt vor allem: wenn der Prostatakrebs frühzeitig entdeckt wurde. Die Früherkennung eines Prostatakarzinoms ist also nicht nur für die Lebenserwartung des Betroffenen, sondern auch für seine Lebensqualität von Bedeutung.

Sie werden nach der Operation sicher einige Zeit brauchen, bis Sie sich körperlich und auch seelisch erholt haben. Dann wird bei Ihnen irgendwann auch wieder der Wunsch nach Sexualität und Geschlechtsverkehr aufkommen. Moderne Hilfsmittel können Ihnen helfen, die Gliedsteife bei Bedarf wiederherzustellen.

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Medikamente in Tablettenform helfen etwa der Hälfte der betroffenen Männer. Sie können diese bereits unmittelbar nach der Operation einnehmen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.
  • Medikamente, die der Mann selbst unmittelbar in die Schwellkörper spritzt (Schwellkörperautoinjektion, SKAT) oder in die Harnröhre einbringt. Sie sind angebracht, wenn Tabletten versagen. Auch hier weiß Ihr Arzt Rat.
  • Eine Vakuumpumpe, die auf den Penis aufgesetzt wird, erzeugt durch das Vakuum einen Blutstau im Penis und somit eine Versteifung. Ein Gummiring, der an der Penisbasis angebracht wird, erhält die Erektion aufrecht.
  • Schwellkörperimplantate stehen als weitere Möglichkeit zur Verfügung, allerdings nur, wenn alle zuvor genannten Maßnahmen nicht erfolgreich waren oder wenn der Betroffene diese nicht wünscht. Allerdings sollen solche Implantate frühestens ein Jahr nach der Operation verwendet werden.

Wichtig: Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Urologen beraten, welche Möglichkeiten für Sie am ehesten in Frage kommen, und beziehen Sie in diese Überlegungen auch Ihre Partnerin / Ihren Partner mit ein.

Auch wenn Sexualität nicht nur aus Erektion und Samenerguss besteht (wie es manche Männer immer noch glauben), sondern aus einer Fülle von Erlebnismöglichkeiten, die von Zärtlichkeit über Erotik auch bis zum Geschlechtsverkehr reichen. Diese Erlebnisfähigkeit bleibt erhalten.

Es bleibt dennoch festzuhalten, dass Veränderungen der sexuellen Funktion nach einer Prostatakrebs-Behandlung viele Männer zumindest anfänglich stark verunsichern. Für manche stellt das Nachlassen der Erektionsqualität (Härte des Gliedes und Dauer der Versteifung) geradezu einen Angriff auf ihr männliches Selbstbewusstsein dar. Dies zeigen jedenfalls die bisherigen Untersuchungen zur Lebensqualität bei diesen Männern.

Diese Untersuchungen haben aber auch gezeigt, dass das offene Gespräch und die Unterstützung durch den Partner wesentlich dazu beitragen, dass trotz funktioneller Einschränkung eine liebevolle und auch sexuell befriedigende Partnerschaft bestehen bleiben kann. Auch hier gilt: Verschweigen Sie nicht schamvoll / ängstlich Ihre Sorgen, sondern sprechen Sie offen darüber.

Strahlentherapie (Radiotherapie)

Bei Prostatakrebs mit niedrigem Risiko sind die Strahlentherapie und die Operation gleichwertige Behandlungsmethoden. Im Gegensatz zur Operation bleibt bei der Strahlentherapie (Radiotherapie) die Prostata erhalten.

Da die Region um die Prostata (etwa der Darm) besonders strahlenempfindlich ist, muss die Bestrahlungsplanung sehr sorgfältig erfolgen, um die Tumorregion so genau wie möglich zu erfassen und gleichzeitig das umgebende gesunde Gewebe – hauptsächlich Darm und Blase – zu schonen.

Bei Risikofaktoren (etwa wenn die Samenblase befallen ist, der PSA-Wert nicht sinkt oder wieder ansteigt) kann auch nach einer Operation der Prostata eine zusätzliche Bestrahlung sinnvoll sein. Lokal fortgeschrittener Prostatakrebs wird mit einer Kombination aus Strahlentherapie und vorübergehender Hormontherapie behandelt.

Die Strahlentherapie der Prostata mit Protonen bei einem Prostatakarzinom wird derzeit in klinischen Studien untersucht.

Wie wird bei Prostatakrebs bestrahlt?

  • In der Regel an fünf Tagen in der Woche (montags bis freitags).
  • Die exakte Lagerung des Patienten und die Bestrahlung selbst dauern normalerweise insgesamt etwa zehn Minuten.
  • Die gesamte Bestrahlungsserie nimmt fünf bis sechs Wochen in Anspruch.
  • Wird die Strahlentherapie mit einer Chemotherapie kombiniert, kann diese vor, während oder auch nach der Strahlentherapie stattfinden. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen besprechen.

Welche Nebenwirkungen können bei einer Strahlentherapie auftreten?

Zu den akuten Nebenwirkungen der Strahlentherapie bei Prostatakrebs gehören zum Beispiel Reizungen der Harnblase, etwa Brennen beim Wasserlassen wie bei einer Blasenentzündung, oft auch Stuhldrang und krampfartige Enddarmbeschwerden. Meist treten diese Beschwerden erst zur Mitte oder zum Ende der Behandlung auf und verschwinden vollständig nach Ende der Strahlentherapie. Diese vorübergehenden Nebenwirkungen lassen sich in der Regel problemlos mit Medikamenten behandeln.

Die akuten Reaktionen auf die Bestrahlungen gehen im Allgemeinen einige Wochen nach Abschluss der Prostatakrebs-Behandlung wieder zurück. Sehr selten kann eine Schrumpfung der Blase auftreten oder es kann zu entzündlichen Veränderungen im Enddarm kommen (Geschwüre oder Blutungen). Dies kann besonders bei Hämorrhoiden der Fall sein.

Wenn Sie Darmbeschwerden haben, essen Sie eine leichte, wenig blähende Kost. Ausführliche Informationen und hilfreiche Tipps enthält der Ratgeber „Ernährung bei Krebs – Die blauen Ratgeber 46” der Deutschen Krebshilfe.

Hautreaktionen sind bei der Bestrahlung von Prostatakrebs sehr selten, da aus verschiedenen Winkeln bestrahlt wird und somit die Haut an einer Stelle jeweils nur eine relativ geringe Dosis erhält.

Sonderformen der Strahlentherapie: LDR- und HDR-Brachytherapie

Die LDR-Brachytherapie (Low-Dose-Rate, auch Prostataspickung oder Seed-Implantation) ist ein anderes Behandlungsverfahren, um einen örtlich begrenzten Prostatakrebs zu heilen. Kleine radioaktive Stifte (Seeds) werden unter Narkose oder örtlicher Betäubung in die Prostata eingesetzt. Dort verbleiben sie dauerhaft und geben ihre Strahlung so lange ab, bis die Radioaktivität abgeklungen ist. Dies kann bis zu drei Monate dauern. Dieses Verfahrens ist für frühe Prostatakarzinome geeignet, die möglichen Nebenwirkungen entsprechen denen der Bestrahlung.

Auch diese Behandlung von Prostatakrebs kann zu Potenzproblemen führen.

Eine weitere Form der Brachytherapie ist die HDR-Brachytherapie (High-Dose-Rate, auch Nachladetechnik oder Afterloading). Bei dieser Technik wird die äußere Bestrahlung (externe Strahlentherapie) durch vorübergehendes Eindringen von Strahlenkörpern in die Prostata ergänzt.

Diese Form der Prostatakrebs-Behandlung bietet sich bei Tumoren an, die weiter fortgeschritten sind, sich daher nicht mehr operativ entfernen lassen, aber noch keine Metastasen gebildet haben. Die HDR-Brachytherapie erfolgt zumeist zweimalig in einem Abstand von bis zu einer Woche; daran schließt sich die etwa fünfwöchige äußere Bestrahlung an.

Kontrolliertes Zuwarten (Watchful Waiting, WW)

Unter bestimmten Voraussetzungen muss trotz der Diagnose Prostatakrebs nicht sofort mit der Behandlung begonnen werden: etwa bei wenig aggressiven Tumoren, unauffälligem Tastbefund, einem niedrigen PSA und bei einem hohen Lebensalter und / oder ernsten Begleiterkrankungen des Betroffenen.

Wichtig: Für diese Männer ist es ratsam, halbjährlich zur Kontrolle zu ihrem Urologen zu gehen. Dabei ist dann die Bestimmung des PSA-Wertes besonders wichtig.

Hormontherapie

Eine Hormontherapie bei Prostatakrebs kommt dann zum Tragen, wenn der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Lymphknoten- oder Knochenmetastasen gestreut hat. In diesem Fall ist eine örtliche Prostatakrebs-Behandlung in der Regel unzureichend, da sich Metastasen meist gleichzeitig an mehreren Stellen im Körper entwickeln.

Die Hormontherapie wirkt auf den ganzen Körper (systemische Behandlung). Hauptziel ist dabei, dem betroffenen Mann auch in Anbetracht seiner fortgeschrittenen Krankheit die Lebensqualität zu erhalten. Besonders wichtig bei dieser lindernden (palliativen) Behandlung von Prostatakrebs ist, dass alle eingesetzten Maßnahmen möglichst nebenwirkungsarm sind. Denn erhebliche Nebenwirkungen beeinflussen wiederum die Lebensqualität, und deren Erhalt ist ja, wie soeben erwähnt, das Hauptziel.

Hormone sind Botenstoffe des Körpers, die er selbst in spezialisierten Zellen und Geweben herstellt und die ganz verschiedene Körperfunktionen beeinflussen. So steuern Hormone auch die Entwicklung und Funktion der Geschlechtsorgane – unter anderem der Prostata. Ausgangspunkt dieses Regelkreislaufs ist das Zwischenhirn, das über die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) bestimmte Zellen im Hoden dazu anregt, das männliche Geschlechtshormon Testosteron zu bilden. Dieses wiederum beeinflusst das Wachstum der Prostata beziehungsweise der Prostatakarzinomzellen. Unterbindet man also die Testosteronbildung, entzieht man den Krebszellen der Prostata einen Großteil ihrer „Nahrung”. Genau hier setzt die Hormontherapie (endokrine Therapie) an: Sie hemmt die Bildung beziehungsweise Wirkung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron – also des Hormons, welches das Wachstum eines bereits vorhandenen Prostatakrebses fördert.

Wann die Hormontherapie bei Prostatakrebs einsetzen soll – zum Beispiel schon, wenn sich zeigt, dass die Krankheit nach der Operation oder Strahlentherapie fortschreitet (PSA-Anstieg), oder erst verzögert, ist noch nicht endgültig geklärt. Für einen verzögerten Einsatz zum Beispiel bei einem langsamen PSA-Anstieg oder niedrigen PSA-Werten spricht, dass den Betroffenen bis dahin alle Nebenwirkungen der Hormonbehandlung erspart bleiben und kein Risiko besteht, dass der Krankheitsverlauf negativ beeinflusst wird. Steigt der PSA-Wert schnell an, ist das ein Hinweis darauf, dass der Prostatakrebs Tochtergeschwülste gebildet hat und sich rasch ausbreitet. Hier bietet es sich an, früher mit der Hormonbehandlung zu beginnen, ebenso bei PSA-Werten über 50.

Verschiedene Formen der Hormontherapie bei Prostatakrebs

Es lassen sich drei Arten von Hormontherapien bei Prostatakrebs unterscheiden:

  • Operative Kastration
    Hierbei wird ein Großteil des hormonaktiven Hodengewebes entfernt (Schälung). Dieser einmalige operative Eingriff hat den Vorteil, dass damit die Prostatakrebs-Behandlung abgeschlossen ist. Allerdings ist diese Behandlung für viele Männer eine erhebliche seelische Belastung.
  • Die LHRH-Analoga und -Antagonisten
    LH (Luteinisierungshormon-Releasing Hormon = Hormon aus dem Zwischenhirn) regt die Bildung von Testosteron im Hoden an. Bei LHRH-Analoga handelt es sich um Hormone, die die Hirnanhangdrüse blockieren. Sie werden künstlich hergestellt und gleichen dem natürlichen Hormon LHRH, das die Bildung von LH in der Hypophyse anregt. Die LHRH-Analoga steigern zunächst in gleicher Weise die LH-Bildung, da die Wirkung aber dauerhaft anhält, erschöpft sich die Hypophyse und kann kein LH mehr nachliefern. Nach LH-Abfall wird kein männliches Geschlechtshormon mehr gebildet (chemische Kastration). Der gleiche Effekt kann durch die Injektion von LHRH-Antagonisten erreicht werden, welcher direkt die LHRH-Produktion unterdrückt. Im Gegensatz zum operativen Eingriff kann diese chemische Kastration wieder rückgängig gemacht werden.
  • Antiandrogene
    Antiandrogene werden in zwei Klassen angeboten: Die erste Gruppe schirmt die Prostatakrebszellen gegenüber der Wirkung des Testosterons ab; die Testosteronbildung im Hoden bleibt davon unbeeinflusst. Daher bleibt bei dieser Prostatakrebs-Behandlung im Gegensatz zu anderen hormonellen Behandlungsformen die Potenz etwas länger erhalten. Die zweite Gruppe der Antiandrogene schirmt die Krebszellen ab und unterdrückt zusätzlich die Testosteronbildung im Hoden.

In den letzten Jahren ist eine neue Substanzklasse der antiandrogenen Prostatakrebs-Behandlung entwickelt worden, die Androgenrezeptor-Inhibitoren. Diese gegen den Androgen-Rezeptor in der Prostatazelle gerichtete Therapie (ARTA) hat deutlich weniger Nebenwirkungen. Fragen Sie einen Spezialisten für konservative uro-onkologische Therapie nach dieser Medikamentengruppe, bevor Sie mit einer klassischen Hormontherapie beginnen. Die Substanzgruppe wird aktuell in vielen klinischen Studien zum Prostatakarzinom geprüft.

Es ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen, dass eine dauerhafte Kombination der operativen und medikamentösen Kastration mit einem Antiandrogen oder die anhaltende Anwendung mehrerer bei Prostatakrebs wirksam ist. Üblicherweise wird deshalb die Hormontherapie zunächst mit einem einzelnen Medikament (Monotherapie) durchgeführt.

Werden einem Mann weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) verabreicht, beeinflussen diese hauptsächlich die Rückkoppelung zur Hirnanhangdrüse und blockieren so die Testosteronproduktion im Hoden. Die Östrogenbehandlung bei Prostatakrebs kann Nebenwirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und die Blutgerinnung haben, so dass sie selten angewendet wird.

Mit welchen Nebenwirkungen müssen Sie bei einer Hormontherapie rechnen?

Die Hormontherapie bei Prostatakrebs kann das Allgemeinbefinden des Mannes verändern. Am besten kann man die Nebenwirkungen mit den Veränderungen vergleichen, die bei einer Frau in den Wechseljahren auftreten. Am störendsten empfinden die betroffenen Männer depressive Stimmungsveränderungen, Antriebsarmut und Hitzewallungen. Letztere können mit einem Hautpflaster (Clonidin-Pflaster) oder mit einem niedrig dosierten Antiandrogen behandelt werden. Im Laufe der Jahre können auch Stoffwechselstörungen in den Knochen auftreten. Wurden diese Veränderungen durch eine Knochendichtemessung nachgewiesen, kann ihnen zum Beispiel mit Vitamin D-Abbauprodukten (Metaboliten) oder Bisphosphonaten entgegengewirkt werden.

Wichtig: Häufig kann die Hormontherapie von Prostatakrebs auch zu Brustschmerz oder zu einer Vergrößerung der Brustdrüse führen. Eine vorbeugende Bestrahlung der Brustdrüse oder spezielle Medikamente können diese Nebenwirkung eingrenzen. Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass eine Hormonbehandlung des Prostatakrebses in einigen Fällen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an. Achten Sie auch darauf, dass Werte, die für Herz und Kreislauf wichtig sind, wie etwa Blutdruck und Blutzucker, richtig eingestellt sind. Gegebenenfalls ist auch eine Anpassung der Medikamente vor Beginn einer Hormonbehandlung erforderlich.

Bei gutem Ansprechen kann die Hormontherapie auch zeitweise ausgesetzt werden (intermittierende Hormontherapie), ohne ihre Effektivität gegen Prostatakrebs zu verringern – auch dies besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Chemotherapie bei Prostatakrebs

Im fortgeschrittenen Stadium kann der Prostatakrebs durch eine Operation oder Strahlentherapie vielleicht nicht mehr geheilt werden. Außerdem können nach der Operation manchmal erneut Tumorabsiedelungen festgestellt werden. In diesen Fällen kann eine Chemotherapie die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung erhöhen.

Im Laufe der Hormonbehandlung kann sich außerdem das Prostatagewebe verändern. Die Krebszellen können ein hormontaubes Stadium erreichen und sich dann trotz laufender Hormontherapie weiter ausbreiten. Auch in dieser Situation kann Ihnen Ihr Arzt zu einer Chemotherapie raten.

Die ergänzende Chemotherapie nach einer Operation von Prostatakrebs dauert ein halbes Jahr. Wie lange die Chemotherapie im fortgeschrittenen Stadium eines Prostatakarzinoms dauert und welche Medikamente in welcher Menge gegeben werden, hängt davon ab, wie der Tumor auf die Zellgifte anspricht.

Weitere Therapieformen bei Prostatakrebs

Weitere Verfahren zur lokalen Prostatakrebs-Behandlung sind unter anderen die Kältetherapie (Kryotherapie), die irreversible Elektroporation der Prostata (IRE) und eine besondere Ultraschalltherapie (HIFU-Therapie, hoch intensivierter fokussierter Ultraschall). Diese Methoden sollten bei der Primärbehandlung von Prostatakrebs nur in Studien durchgeführt werden, da ausreichende Langzeitdaten bisher nicht vorliegen. Die Therapien sind zum heutigen Zeitpunkt beim Prostatakarzinom experimentell im Gegensatz zu den etablierten Verfahren wie aktive Überwachung, Operation oder Bestrahlung.

Behandlung von Tochtergeschwülsten

Hilft eine Hormontherapie oder Chemotherapie bei schmerzhaften Metastasen nicht weiter, kann eine gezielte Strahlentherapie zu 70 bis 80 Prozent die Schmerzen lindern. Wenn die Metastasen auf das Rückenmark drücken, wird die Strahlentherapie außerdem alleine oder kombiniert mit einer Operation eingesetzt. Sie ist zudem eine effektive Behandlung, wenn die Metastasen den Knochen brüchig werden lassen (Osteolyse).

Bei diffusen Knochenschmerzen, die auf eine Hormon- und Chemotherapie nicht mehr ansprechen, können Radionuklide angewendet werden, um die Schmerzen zu lindern. Die radioaktiv geladenen Teilchen werden direkt in die Vene (intravenös) verabreicht; sie lagern sich dann in dem durch die Metastasen veränderten Knochengewebe vermehrt an. Dort geben sie Strahlung ab, die das Tumorwachstum vorübergehend in Schach hält.

Hat der Prostatakrebs Absiedelungen in den Knochen (Knochenmetastasen) entwickelt, können Knochenschmerzen, Wirbelkörperverformung, Knochenbrüche oder eine Verdrängung des Rückenmarks mit entsprechenden Beschwerden auftreten. Zur Behandlung von Knochenmetastasen können spezifische Medikamente wie die Zoledronsäure oder Denusomab eingesetzt werden. Diese Medikamente werden einmal im Monat als Kurzinfusion oder Injektion verabreicht und können helfen, Komplikationen und Schmerzen durch Knochenmetastasen zu verringern.

Bei beiden Medikamenten gilt: Pflegen Sie Ihre Zähne besonders gut und gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt, da diese Form der Behandlung den Kieferknochen stark angreifen und ihn schädigen kann.

In besonderen Fällen kann bei Prostatakrebs eine Operation auch im späten Erkrankungsstadium sinnvoll sein

  • Um die Urinausscheidung sicherzustellen, wenn eine Stauung der Nieren oder der Harnblase vorliegt
  • Wenn der Tumor auf das Rückenmark drückt
  • Wenn Knochenbrüche behandelt werden müssen

Rehabilitation und Nachsorge

Rehabilitation und Nachsorge sind wesentliche Bestandteile der onkologischen Versorgung nach Prostatakrebs. Nach der Akutversorgung im Krankenhaus sind Rehabilitationskliniken, Fach- und Hausarzt wichtig für die weitere Betreuung und Begleitung. Viele Betroffene wenden sich zusätzlich auch an eine Selbsthilfegruppe.

Rehabilitation

Nach Abschluss der ersten Behandlungsphase – also nach Operation und / oder medikamentöse Therapie und / oder Strahlentherapie – beginnt bei Prostatakrebs mit der Rehabilitation die nächste Phase. Diese kann sich als Anschlussrehabilitation (AR) / Anschlussheilbehandlung (AHB) direkt oder zeitnah an den Krankenhausaufenthalt anschließen.

Ausführliche Informationen erhalten Sie im Text „Rehabilitation”.

Nachsorge

Ziel der Nachsorge ist es, rechtzeitig bei Prostatakrebs erkennen zu können, wenn es zu einem Rückfall der Erkrankung kommt (Tumorrezidiv) oder Begleit- oder Folgeerkrankungen auftreten. Außerdem ist Aufgabe der Nachsorge, Ihnen bei Ihren körperlichen, seelischen und sozialen Problemen zu helfen. Dazu gehört auch, dass Folgen oder Behinderungen, die durch die Krankheit beziehungsweise Prostatakrebs-Behandlung entstanden sind, so weit wie möglich behoben werden und Sie – wenn Sie es wünschen – gegebenenfalls wieder berufstätig sein können.

Ausführliche Informationen erhalten Sie im Text „Nachsorge”.

Selbsthilfegruppen

Die meisten Krebskranken trifft die Diagnose völlig überraschend. Die Behandlung und alles, was sich daran anschließt, die Befürchtung, dass das Leben früher als erwartet zu Ende sein könnte, die praktischen, alltäglichen Folgen der Krankheit – all das sind neue, unbekannte Probleme.

Für viele ist dann der Kontakt zu anderen Betroffenen, die sie zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe finden, eine große Hilfe. Denn sie kennen die Probleme aus eigener Erfahrung und können Ihnen mit Rat und Tat helfen. Vor allem Männer – besonders kranke Männer – neigen dazu, sich einzuigeln. Das soziale Miteinander zu festigen, ist in einer Selbsthilfegruppe mit Prostatakrebserkrankten deshalb besonders wichtig.

Kontinenztraining für Männer nach Prostataentfernung

Dieses Übungsprogramm soll Ihnen dabei helfen, dass Sie Ihren Urin nach einer Operation von Prostatakrebs wieder halten können. Allerdings ist dies nur ein erster Einstieg in das Kontinenztraining. Es kann selbstverständlich die Behandlung durch einen qualifizierten Physiotherapeuten – möglichst im Rahmen eines Aufenthaltes in einer urologischen Rehabilitationsklinik – nicht ersetzen.

Das Kontinenztraining ist zentraler Teil eines Konzepts, das individuell auf den einzelnen Betroffenen abgestimmt wird und sich aus verschiedenen Elementen zusammensetzt: aus Einzel- und Gruppentraining, Reiz- und Hochfrequenzstrombehandlung, Entspannungsübungen (Muskelrelaxation nach Jacobson), psychologischer beziehungsweise psychiatrischer Mitbetreuung, begleitender Bewegungstherapie und medikamentöser Behandlung sowie elektronischem, sonographischem oder videoendoskopischem Biofeedback.

Bei diesem Biofeedback wird mit Hilfe empfindlicher Messgeräte die jeweilige Muskelanspannung gemessen und dem Betroffenen über Leuchtdioden oder eine Anzeige mitgeteilt. Diese Technik ermöglicht somit ein feinfühligeres Üben. So wird vermieden, dass die Muskulatur über- oder unterfordert wird.

Wie Ihr Arzt Ihnen sicher erklärt hat, ist die Ursache dafür, dass Sie vorübergehend den Urin nicht halten können (Inkontinenz), die radikale Entfernung der Prostata. Durch diesen Eingriff wurde die Funktion des verbliebenen Harnröhrenschließmuskelsystems beeinträchtigt. Es ist nicht, wie oft angenommen, eine Schwäche der gesamten Beckenbodenmuskulatur.

Wichtig: Versuchen Sie deshalb, sich während des Trainings so gut wie möglich auf das Schließmuskelsystem der Harnröhre zu konzentrieren.

Neuesten Untersuchungen zufolge ist der Muskelmechanismus, der die Harnröhre und die Harnblase bei Männern verschließt, wie folgt aufgebaut

  • Der Harnblasenauslass besteht aus dem Harnblasenschließmuskel. Dieser Muskel wird unbewusst gesteuert.
  • Im Bereich der Harnröhre befindet sich ein zweites System, das aus einem unbewusst gesteuerten inneren Anteil und einem bewusst zu steuernden äußeren Anteil besteht. Beim Mann befindet sich dieses Muskelsystem unterhalb der Prostata.

Die Harnröhrenschließmuskel sind durch eine bindegewebige Schicht von der Beckenbodenmuskulatur getrennt.

Bei der Entfernung der Prostata wird auch der Harnblasenschließmuskel am Auslass der Harnröhre entfernt. Bei der Übungstherapie kommt es deshalb besonders darauf an, das verbliebene Harnröhrenschließmuskelsystem zu trainieren, damit es die Funktion des entfernten Muskels übernehmen kann.

Hinweis: Der Beginn der Übungen sollte nicht zu lange hinausgeschoben werden. Allerdings ist es bei frisch operierten Patienten auch wichtig, die gerade erst begonnene Wundheilung nicht durch zu intensive Übungen zu stören.

Auch wenn das Training für jeden Betroffenen individuell gestaltet wird, so gibt es doch Gesetzmäßigkeiten, wie das Training idealerweise aussehen sollte. Grundsätzlich unterscheidet man dabei zwei Zeitphasen der Behandlung:

Die erste Phase dauert etwa vom fünften Tag – beziehungsweise vom Tag, an dem der Katheter entfernt wurde – bis zum 21. Tag nach der Operation. Innerhalb dieser Zeit sollen die Belastungen langsam und allmählich gesteigert werden: von ganz leichten Anspannungen, die etwa zehn Prozent der maximal möglichen Kraft entsprechen, bis zu Anspannungen, die etwa 50 Prozent der maximalen Kraft entsprechen. Wichtig: Keine der Übungen darf Schmerzen verursachen oder bestehende Schmerzen verstärken!

Die Intensität der Anspannungen darf in der zweiten Phase langsam von 50 Prozent auf 100 Prozent gesteigert werden. Ein Training mit voller Kraft sollte allerdings erst erfolgen, wenn die Operation mindestens zwei Monate zurückliegt. Drei Monate nach der Operation ist die Wundheilung im Allgemeinen abgeschlossen. Dann dürfen Sie alle Muskeln wieder voll einsetzen. Verzögert sich die Heilung, müssen Sie damit allerdings noch warten. Im Zweifel fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

Übung 1: Finden Sie Ihren Schließmuskel

Vor Beginn der praktischen Übungen noch einmal der deutliche Hinweis:

Wichtig: Keine der Übungen darf Schmerzen verursachen oder bestehende Schmerzen verstärken.

Seien Sie bei Beginn der Übungen besonders vorsichtig, insbesondere wenn Sie erst vor einigen Wochen operiert worden sind. Beachten sie unbedingt die oben beschriebenen Zeitphasen der Wundheilung.

Tipp: Atmen Sie bei allen Übungen ruhig und gleichmäßig.

Um Ihren Schließmuskel trainieren zu können, müssen Sie ihn zuerst im Körper „erfühlen”. Die folgenden Tests können Ihnen dabei helfen:

  • Versuchen Sie, auf der Toilette den Urinstrahl zu unterbrechen. Achten Sie darauf, welchen Bereich Sie dabei anspannen. Dies ist genau der Muskel, den Sie bei den Übungen trainieren müssen. Wenn Sie das Gefühl für diesen Bereich entwickelt haben, lassen Sie den Urin in Zukunft wieder normal und ohne zu stoppen ablaufen.
  • Versuchen Sie, sich an eine Situation in der Vergangenheit zu erinnern, in der Sie Urin einhalten mussten und dies auch konnten (Kino, Busfahrt, Stau auf der Autobahn). Können Sie sich an Einzelheiten erinnern? Wo spürten Sie damals eine Anspannung?

Übung 2: Trainieren Sie Ihre Harnblase

Ziel dieser Übung ist es, die Harnblase wieder auszudehnen und die von Ihnen nicht bewusst angespannten Teile des Schließmuskelsystems anzuregen.

  • Versuchen Sie, mindestens einmal am Tag die Harnblase so gut wie möglich zu füllen. Wichtig ist, dass Sie nicht sofort jedem Harndrang nachgeben und zur Toilette gehen, sondern erst bei stärkerem Harndrang. Führen Sie Ihr „Ausdauertraining“ zunächst im Liegen durch, später auch im Sitzen und Stehen.

Das hat folgenden Hintergrund: Die Harnblase ist ein aus Muskeln bestehendes Hohlorgan, dessen Fassungsvermögen größer oder kleiner sein kann. Ein „trainiertes“ Organ kann mehr, ein „untrainiertes” weniger Urin aufnehmen. Wenn Sie die Zeitabstände zwischen den Toilettengängen verlängern (Miktionsintervalle), trainieren Sie die Muskulatur der Harnblase und vergrößern so deren Fassungsvermögen. Auf diese Weise müssen Sie seltener zur Toilette, was vor allem für Ihre Nachtruhe von Bedeutung ist. Langfristig ist es wünschenswert, dass Sie 250 bis 400 Milliliter Urin in Ihrer Harnblase speichern können.

Übung 3: Sorgen Sie im Bereich des Harnröhrenschließmuskels für bessere Durchblutung

Ziel dieser Übung ist es, dass dieser Bereich des Körpers gut durchblutet wird.

  • Legen Sie sich bequem auf den Rücken. Spannen Sie den von Ihnen inzwischen gut erspürbaren Schließmuskel für eine Sekunde ganz leicht an und entspannen Sie dann für eine Sekunde. Führen Sie diesen Wechsel von Anspannen und Entspannen eine Minute lang durch. Pausieren Sie danach für etwa 20 Sekunden und entspannen Sie sich durch bewusstes Atmen.
  • Machen Sie die Übung fünfmal am Tag.

Übungen 4 und 5: Koordination des Harnröhrenschließmuskels

Welche Teile Ihres Körpers Sie auch immer trainieren wollen: Diese Bereiche brauchen nicht nur Kraft, sondern sie müssen auch mit den anderen Teilen Ihres Körpers zusammenarbeiten (Koordination). In jedem guten Trainingsprogramm nimmt deshalb die Verbesserung der Koordination eine herausragende Stellung ein und ist damit mindestens genauso wichtig wie die Verbesserung der Kraft.

In den folgenden Übungen trainieren Sie Ihren Harnröhrenschließmuskel, indem Sie ihn verschieden stark anspannen. Verstehen Sie unter den angegebenen Prozentzahlen nur einen ungefähren Hinweis auf die Intensität, mit der Sie Ihren Schließmuskel anspannen sollen. Sicherlich ist es nicht möglich, die Spannungsintensität mit einer exakten Zahl gleichzusetzen. Bitte beachten Sie unsere weiter oben stehenden Hinweise auf die Wundheilung. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie mit diesen Übungen schon anfangen können oder sollen, fragen Sie Ihren Arzt.

Ziel dieser Übungen ist es, die Koordination Ihres Harnröhrenschließmuskels zu verbessern.

    Übung 4

    • Lernen Sie, die Intensität der Anspannung des Harnröhrenschließmuskels langsam und stufenweise zu steigern. Je länger Sie üben, desto besser werden Sie folgende Spannungsstufen voneinander unterscheiden können:
      • Ganz leichte Spannung = zirka 10 Prozent der max. Kraft
      • Etwas festere Spannung = zirka 30 Prozent der max. Kraft
      • Etwa halbe Kraft = zirka 50 Prozent der max. Kraft
      • Intensive Spannung = zirka 70 Prozent der max. Kraft
      • Maximale Spannung = zirka 100 Prozent der max. Kraft
    • Halten Sie beim Üben jede Spannungsstufe 2 bis 3 Sekunden.
    • Übungszeit: etwa 5 Minuten pro Tag.

    Übung 5

    • Sie bleiben nun im unteren bis mittleren Kraftbereich der Anspannung. Trainieren Sie, die Spannung möglichst gut zu spüren und fein abzustufen. Wechseln Sie beliebig die Spannung zwischen 10 Prozent und 60 Prozent.
    • Zum Beispiel: 10 - 30 - 20 - 40 - 60 - 50 - 10 - 20 - 30 [in Prozent]
    • Wichtig: Es kommt bei dieser Übung nicht darauf an, dass Sie die Prozentzahlen ganz genau erreichen. Sie geben Ihnen lediglich einen ungefähren Hinweis darauf, wie intensiv Sie die Muskeln anspannen sollen.
    • Übungszeit: etwa 5 Minuten pro Tag.

    Nach einiger Zeit können Sie die zuvor beschriebenen Übungen durch ein gezieltes Krafttraining ergänzen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die hier beschriebene Übungsanzahl ausreichend ist, um einen Muskel zu kräftigen. Bitte beachten Sie auch in diesem Fall wieder unsere weiter obenstehenden Hinweise auf die Wundheilung. Im Zweifel fragen Sie Ihren Arzt.

    Wichtig: Dosieren Sie das Krafttraining besonders am Anfang sehr vorsichtig, da die Gefahr, den Schließmuskel zu überlasten, relativ groß ist.

    Beginnen Sie eventuell mit weniger Wiederholungen als unten aufgeführt. Gönnen Sie Ihrem Schließmuskel in jeder Woche ein bis zwei Tage Pause, an denen Sie kein Krafttraining durchführen.

    Übung 6: Ergänzen Sie das Training mit Krafttraining

    Mit dieser Übung kräftigen Sie Ihre Muskeln.

    • Zum Aufwärmen führen Sie Übung 3 eine Minute lang durch. Für das nun folgende Krafttraining spannen Sie die Schließmuskulatur an, indem Sie sich vorstellen, Sie müssten den Urin einhalten. Lassen Sie alle anderen Muskeln möglichst locker!
    • Spannen Sie so schnell und so fest (100 Prozent) an, wie Sie können. Halten Sie diese Spannung für 2 bis 3 Sekunden. Führen Sie die Übung fünfmal durch. Machen Sie zwischen den einzelnen Anspannungen 30 Sekunden Pause.
    • Spannen Sie mit 70 Prozent Ihrer maximalen Kraft und mittlerer Geschwindigkeit an. Halten Sie diese Spannung für 10 Sekunden. Führen Sie die Übung fünfmal durch. Machen Sie zwischen den einzelnen Anspannungen 10 Sekunden Pause.
    • Spannen Sie mit 40 Prozent Ihrer Kraft langsam an und halten Sie die Spannung für 20 bis 30 Sekunden. Führen Sie die Übung fünfmal durch. Machen Sie zwischen den einzelnen Anspannungen 20 Sekunden Pause.

    Tipp: Am besten machen Sie das Krafttraining immer abends, damit sich Ihr Harnröhrenschließmuskel in der Nacht erholen kann.

    Übung 7: Nutzen Sie das Erlernte im Alltag

    Meistens sind es alltägliche Situationen, in denen Sie nach Ihrer Prostataoperation ungewollt Urin verlieren. Gerade für diese Situationen können und sollen Ihnen die zuvor beschriebenen Übungen Hilfe bringen. Wenn Sie Ihr Training regelmäßig und konsequent durchführen, wird es sicher nicht lange dauern, bis es Ihnen zur Selbstverständlichkeit geworden ist, Ihren Schließmuskel anzuspannen: bevor Sie husten, niesen, lachen, vom Stuhl aufstehen, eine hohe Stufe heruntersteigen, etwas anheben und so weiter. Richten Sie die Wirbelsäule dabei möglichst gerade auf und halten Sie die Luft nicht an.

    • Die Abbildungen zeigen, wie es geht: Stehen Sie vom Stuhl auf mit angespanntem Schließmuskel, gerader Wirbelsäule und ohne die Luft anzuhalten.

    Damit Ihnen das Training nicht langweilig wird, haben wir Ihnen für eine Woche einen Übungsplan zusammengestellt. An dieser Stelle noch einmal der deutliche Hinweis: Auch beim Kontinenztraining macht Übung den Meister. Trainieren Sie konsequent und regelmäßig, aber überanstrengen Sie Ihren Schließmuskel auch nicht!

    Vorschlag für die Gestaltung einer Trainingswoche

    Am Vormittag Im Tagesverlauf Am Abend Freie Zeitwahl
    Koordination Krafttraining Harnblasentraining
    Montag Übung 4 ALLTAG*
    Übung 3
    Übung 6 Übung 2
    Dienstag Übung 5 ALLTAG*
    Übung 3
    Übung 6 Übung 2
    Mittwoch ALLTAG*
    Übung 3
    Übung 6 Übung 2
    Donnerstag Übung 4 ALLTAG*
    Übung 3
    Übung 6 Übung 2
    Freitag Übung 5 ALLTAG*
    Übung 3
    Übung 6 Übung 2
    Samstag ALLTAG*
    Übung 3
    Übung 6 Übung 2
    Sonntag Kein Training

    * ALLTAG = machen Sie bei entsprechenden Alltagsaktivitäten Übung 7

    Weiterführende Literatur
    Ide W., Vahlensieck W., Die Harninkontinenz beim Mann, Pflaum, München, Bad Kissingen, Berlin, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage (2003)

    Die Blauen Ratgeber Prostatakrebs

    Unseren blauen Ratgeber Prostatakrebs können Sie auch als PDF herunterladen oder kostenfrei als Broschüre zu sich nach Hause bestellen.

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    Quellen

    Zur Erstellung dieser Broschüre wurden die nachstehend aufgeführten Informationsquellen herangezogen:

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    • Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms, Langversion 3.1, 2014, AWMF Registernummer: 034/0220L.
    • Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms, Kurzversion 3. 1, 2014, AWMF Registernummer: 043/ 0220L.
    • Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebs hilfe, AWMF): Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms, Leitlinienreport 3.1,2014, AWMF Registernummer: 034/0220L.
    • Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Patientenleitlinie Prostatakrebs I – Lokal begrenztes Prostatakarzinom, 2. Auflage, Juni 2015. Patientenleitlinie Prostatakrebs II – Lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom, 3. Auflage, Juni 2015. Gesundheitsleitlinie Früherkennung von Prostatakrebs, 2. Auflage, Juli 2015.
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