Gebärmutterhalskrebs

Warum eine Frau an Gebärmutterhalskrebs erkrankt, ist oft unklar. Wissenschaftliche Untersuchungen haben aber einige Faktoren nachweisen können, die das Erkrankungsrisiko erhöhen.

Risikofaktoren

„Krebs” ist der Überbegriff für bösartige Neubildungen beziehungsweise Tumoren, die aus veränderten Zellverbänden entstehen. Diese Veränderungen betreffen die Erbmasse dieser Zellen. Diese führen dazu, dass sie sich schneller teilen und die Grenzen der Organe nicht mehr beachten: Benachbarte Gewebe und Organe werden angegriffen, und durch ausgeschwemmte Zellen können Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet werden.

Die Ursachen, warum Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane entstehen, sind vielfältig und bisher nicht eindeutig geklärt. Man kennt jedoch bestimmte Faktoren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen. Dies bedeutet nicht, dass jede Frau, auf die ein oder sogar mehrere Risiken zutreffen, zwangsläufig erkranken muss.

Risikofaktoren

Für sie besteht ein Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, wenn

  • Sie bereits in sehr jungen Jahren Geschlechtsverkehr und häufig wechselnde Sexualpartner hatten
  • Sie an chronischen Infektionen und Viruserkrankungen leiden, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden; als besonders risikoreich gelten Infektionen mit bestimmten Untertypen des Papilloma Virus (HPV)
  • Die Immunabwehr Ihrer Scheide vermindert ist; dies passiert vor allem bei Frauen, die rauchen und die sich vitaminarm ernähren (z.B. wenig Obst, Salat und Gemüse)
  • Der Arzt bei Ihnen einen ungünstigen Befund beim Zellabstrich oder bereits eine Krebsvorstufe festgestellt hat
  • Ihre körpereigene Abwehr durch Medikamente oder durch eine erworbene Immunschwäche (AIDS, HIV-Infektion) vermindert ist

Ein Virus als Krebsauslöser

Jährlich erkranken in Deutschland 4.300 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs. Wissenschaftler haben festgestellt, dass dafür fast immer bestimmte Virenarten, die sogenannten Humanen Papilloma Viren (HPV), verantwortlich sind. Diese Viren werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. Deshalb ist es auch besonders risikoreich, wenn Frauen oft ihren Sexualpartner wechseln. Man geht in diesem Fall davon aus, dass häufiger Scheideninfektionen und sexuell übertragbare Krankheiten auftreten.

Etwa 50 bis 80 Prozent aller Frauen infizieren sich mindestens einmal mit HPV. In 98 von 100 Fällen bekämpft das körpereigene Abwehrsystem sie erfolgreich. Bei den anderen infizierten Frauen überleben die Viren allerdings den Angriff des Immunsystems. Die Folge: Es bleibt eine andauernde Infektion zurück. Dann können an der Schleimhaut des Gebärmutterhalses Zellveränderungen entstehen. Auch diese bilden sich häufig wieder zurück; nur in seltenen Fällen entwickelt sich daraus ein Gebär mutterhalskrebs. Im Durchschnitt dauert es zehn Jahre, bis aus einer HPV-Infektion eine Zellveränderung entsteht, und weitere zehn Jahre, bis daraus ein Gebärmutterhalskrebs wird. Bislang wurden rund 100 HP-Virustypen entdeckt. Man nimmt an, dass etwa 70 Prozent der Gebärmutterhalskrebserkrankungen durch die HPV-Typen 16 und 18 hervorgerufen werden.

Keine typischen Symptome

Gebärmutterhalskrebs verursacht in frühen Stadien keine Beschwerden. Erst wenn der Tumor eine gewisse Größe erreicht hat, können leichte Blutungen – häufiger insbesondere nach dem Geschlechtsverkehr – oder aber ein gelblich-brauner Ausfluss bemerkt werden.
 
Gehen sie bei diesen Anzeichen zu ihrem Arzt:

  • Blutungen und blutiger oder fleischfarbener Ausfluss außerhalb der Monatsregel, auch Kontaktblutungen nach dem Geschlechtsverkehr
  • Schleimabsonderungen und unangenehme Gerüche aus der Scheide (Fluor)
  • Unerklärliche Gewichtsabnahme

INFONETZ KREBS

0800 80708877

Ihre Fragen beantwortet das INFONETZ KREBS – erreichbar Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr.

Zum Infonetz Krebs

Unsere kostenlosen Infomaterialien für Sie

DIE BLAUEN RATGEBER Gebärmutterhalskrebs

Diese Broschüre informiert zu den Themen Risikofaktoren, Warnsignale und Früherkennung. Besteht bei Ihnen der Verdacht, dass Sie an Gebärmutter- oder Eierstockkrebs erkrankt sind, möchten wir Sie im medizinischen Teil ausführlich darüber informieren, was Sie bei der Diagnostik erwartet, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie die Nachsorge aussieht. Außerdem finden Sie Tipps und Hinweise, was Sie sonst noch für sich tun können. Abschließend erläutern wir, wie und wofür Sie bei Bedarf konkrete Hilfe durch die Deutsche Krebshilfe bekommen können.

Bestellen PDF ansehen

Patientenleitlinie Gebärmutterhalskrebs

Bestellen PDF Herunterladen

Unterstützen auch Sie den Kampf gegen Krebs!