Wie läuft die Therapie ab?

Die Behandlung von Brustkrebs soll die Erkrankung dauerhaft heilen oder den Tumor zumindest „in Schach halten“. Wenn Brustkrebs nicht behandelt wird, breitet er sich aus, streut im Körper Tochtergeschwülste und führt früher oder später zum Tod.

Klassifikation des Tumors

Der Körper eines Menschen besteht aus sehr vielen unterschiedlichen Geweben und Zellen. Dementsprechend unterschiedlich fällt auch das bösartige Wachstum einer Krebsgeschwulst aus. Für die Behandlung ist es wichtig, den genauen „Steckbrief“ der Erkrankung zusammenzustellen, die Klassifikation des Tumors.

Dazu gehören die Informationen darüber, zu welchem Zelltyp der Krebs gehört, wie bösartig er ist, wie schnell er wächst, ob er bereits die Organgrenzen überschritten oder sich sogar im Körper ausgebreitet hat.

Es ist sehr wichtig, diese Einzelheiten genau zu kennen. Erst dann lässt sich eine Behandlung zusammenstellen, die für den Patienten und den Verlauf seiner Erkrankung maßgeschneidert ist.

Therapieoptionen

Grundsätzlich stehen bei der Behandlung von Brustkrebs zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung.

  • Wenn die Diagnose zweifelsfrei ergeben hat, dass Brustkrebs vorliegt, ist in den meisten Fällen ein chirurgischer Eingriff notwendig. Heute kann auf die Amputation der Brust zugunsten der sogenannten brusterhaltenden Operation häufig verzichtet werden.
  • Ziel der Strahlentherapie ist es, eventuell im Operationsgebiet oder im Bereich der Lymphknotenstationen verbliebene Tumorzellen oder kleinste Metastasen zu zerstören. Neue Bestrahlungsgeräte ermöglichen es, diese Therapie wirksam und trotzdem schonend einzusetzen.
  • Wenn im Körper noch Tumorzellen verblieben sind, können diese – ergänzend zu Operation und Strahlentherapie – durch Medikamente bekämpft werden, die sich im gesamten Körper verteilen (systemische Therapie).
  • Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die meisten Tumoren der weiblichen Brust hormonabhängig sind, das heißt, dass bei diesen Tumoren die Regulation des Wachstums durch Hormone und Antihormone beeinflusst werden kann. Ist ein Tumor hormonempfindlich, werden die Krebszellen durch Hormone zum Wachstum angeregt, andererseits lässt sich ihr Wachstum stoppen oder verlangsamen, wenn ihnen die Hormone entzogen werden (Antihormontherapie).
  • Die Chemotherapie ist wie die Strahlentherapie deshalb erfolgreich, weil die verabreichten Medikamente (Zytostatika) Krebszellen eher angreifen als normales Gewebe. Es handelt sich um Zellgifte, die das Wachstum der Zellen stoppen oder eine weitere Vermehrung unterbinden. Deshalb wirken Zytostatika vor allem auf sich teilende Zellen.
  • Bei gut einem Viertel aller Brustkrebserkrankungen kann auf den Tumorzellen ein Oberflächenmaker, der HER2-neu Rezeptor, nachgewiesen werden. Bildet der Tumor diesen Marker besonders stark, ergibt sich die Möglichkeit, zusätzlich zur Chemotherapie eine gezielte Immuntherapie einzuleiten.

  • Unter der Bezeichnungkomplementäre Behandlungsmethoden werden zusätzliche (additive), nicht der Schulmedizin entsprechhende (unkonventionelle), nicht wissenschaftlich begründete (paramedizinische), ganzheitliche oder biologische Methoden zusammengefasst. Allen diesen Methoden ist gemeinsam, dass ihre Wirksamkeit umstritten und wisenschaftlich nicht bewiesen ist.

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