Brustkrebs bei Männern

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Doch auch Männer können betroffen sein: Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 750 Männer neu an Brustkrebs. Für männliche Betroffene ist die Krankheit oft besonders belastend.

Früherkennung und Diagnose

Das öffentliche Bewusstsein dafür, dass auch Männer an Brustkrebs erkranken können, ist immer noch gering. Und obwohl sich die Studienlage weiter ausweitet, bestehen nach wie vor deutliche Forschungslücken hinsichtlich der Versorgung männlicher Patienten. Außerdem gibt es für Männer noch kein passendes Früherkennungsprogramm. Die Symptome, wie Verhärtungen der Brust oder Flüssigkeitsaustritt aus der Brustdrüse, werden meist nicht richtig gedeutet. Ärzte diagnostizieren Mammakarzinome bei Männern daher häufig erst in fortgeschrittenen Stadien. Dadurch haben Frauen im Vergleich immer noch bessere Heilungschancen.

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Selbsthilfe

Neben den Sorgen und Ängsten, die eine Krebsdiagnose auslöst, stellt es für Männer meist eine zusätzliche psychische Belastung dar, an einer typischen „Frauenkrankheit“ zu leiden. Sie fühlen sich dadurch stigmatisiert und ausgegrenzt. Aus Scham und Unsicherheit fällt es ihnen schwer, über die Diagnose zu sprechen. Das Netzwerk „Männer mit Brustkrebs e.V.“ unterstützt seit 2010 Betroffene in Selbsthilfegruppen vor Ort – fängt sie auf, informiert und begleitet sie. Das Netzwerk vertritt auch die Interessen der Patienten nach außen.

grafische Darstellung eines Netzwerks von Männern

Behandlung

Auch für die behandelnden Ärzte und Pflegekräfte ist die Situation oft schwierig und ungewohnt. Betroffene Männer werden aktuell genauso behandelt wie erkrankte Frauen. Dabei ist noch gar nicht bekannt, ob sie im gleichen Maße von der Therapie profitieren und wie die optimale Behandlungsdauer ist. Die Deutsche Krebshilfe und „Männer mit Brustkrebs e.V.“ setzen sich gemeinsam dafür ein, dass künftig auch männliche Patienten nach dem aktuellen Stand medizinischen Wissens behandelt werden.

Projekt "N-MALE"

Das von der Deutschen Krebshilfe geförderte Forschungsprojekt „N-MALE“ untersuchte beispielsweise die Versorgungssituation und die besonderen Bedürfnisse männlicher Brustkrebspatienten. Dabei befragten die Wissenschaftler zwei Jahre lang betroffene Männer, Ärzte und Pflegekräfte nach ihren Erfahrungen. Die Ergebnisse sind in Form von kurzen Merkblättern zusammengefasst - aus der Perspektive der Betroffenen und der Versorgenden. Auch ein Gesprächsleitfaden für Betroffene und Angehörige zur Unterstützung bei der Informationssuche ist daraus entstanden.

Foto eines Arztes im Gespräch mit einem Patienten

Risikofaktoren

Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 71 Jahren. Zu den Risikofaktoren für Brustkrebs bei Männern gehören:

  • ein erhöhtes Lebensalter
  • Hoden- und Nebenhodenentzündungen
  • hormonelle Veränderungen durch Lebererkrankungen
  • andere hormonelle Einflüsse
  • Strahlenbelastungen der Brust
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • familiäre Vorbelastung


Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Betroffenen lässt sich der Brusttumor auf eine angeborene genetische Veranlagung zurückführen. Beide Eltern können Träger des Gen-Defekts sein und ihn weitervererben. In den betroffenen Familien kommt Brustkrebs gehäuft vor.

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