Zum Vorstoß der Bundesdrogenbeauftragten, die Tabak-Außenwerbung zu verbieten

Statement von Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe

Die Deutsche Krebshilfe begrüßt ausdrücklich den erneuten Vorstoß der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler für ein Verbot der Außenwerbung für Tabakerzeugnisse. Es ist erfreulich und zugleich notwendig, dass die Drogenbeauftragte in dieser Angelegenheit hartnäckig bleibt – zumal ein solches Verbot, das bereits in der letzten Wahlperiode gescheitert ist, im jetzigen Koalitionsvertrag fehlt.

Für krebserregende Tabakprodukte darf es keine Werbung geben! Dies gilt inzwischen in allen europäischen Ländern – einzige Ausnahme: Deutschland, obwohl sich die Bundesrepublik schon vor Jahren mit der Ratifizierung des WHO-Tabakrahmenübereinkommens dazu verpflichtet hat, ein umfassendes Tabakwerbeverbot einzuführen. Für die Deutsche Krebshilfe ist das ein Armutszeugnis. Offensichtlich ist der Einfluss der Tabakindustrie nirgendwo sonst in Europa derart groß wie in Deutschland.

Tabakwerbung ist präsent, wirkt und verführt – insbesondere Kinder und Jugendliche sind für Werbebotschaften empfänglich. Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko und verantwortlich für zahlreiche Krebserkrankungen, wie beispielsweise Lungenkrebs: 80 Prozent aller Lungenkrebstodesfälle in Deutschland sind durch das Rauchen bedingt. Jährlich sterben bundesweit etwa 121.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Die Tabakindustrie gibt jedoch nach wie vor mehrstellige Millionenbeträge für ihre bundesweiten Marketingaktivitäten aus. Dies würde sie ganz sicher nicht tun, wenn sie von der Wirkung auf die Konsumenten nicht überzeugt wäre.

Setzen Sie ein Zeichen – unterstützen auch Sie den Kampf gegen Krebs!