Deutsche Krebshilfe unterstützt Forderung von Gesundheitspolitikern nach höherer Alkoholsteuer

PRESSEMITTEILUNG – 23.01.2026

Bonn – Alkohol erhöht das Risiko für mindestens sechs Krebsarten und ist an der Entstehung von über 200 weiteren Krankheiten beteiligt. Dabei liegt der Alkoholkonsum in Deutschland nach wie vor auf einem hohen Niveau. Die Deutsche Krebshilfe begrüßt die Forderung von Gesundheitspolitikern von SPD und CDU, die Besteuerung alkoholischer Getränke deutlich zu erhöhen.

Laut statistischem Bundesamt kosten alkoholische Getränke im Einzelhandel rund 14 Prozent weniger als im europäischen Durchschnitt – nur in Italien ist er noch günstiger. Entsprechend hoch ist der Alkoholkonsum in Deutschland: Jeder Bundesbürger ab 15 Jahren trank im Jahr 2022 durchschnittlich 10,6 Liter reinen Alkohol. Diese Menge entspricht etwa 220 Litern Bier oder 90 Litern Wein.

Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe: „Alkohol ist ein Zellgift, dessen Gefahr häufig unterschätzt wird. Klar ist: Es gibt keinen risikofreien Alkoholkonsum. Besonders Jugendliche riskieren mit Alkohol zahlreiche gesundheitliche und entwicklungspsychologische Folgen.“ Die Deutsche Krebshilfe begrüßt daher die Forderungen der gesundheitspolitischen Sprecher von SPD, Christos Pantazis, und Union, Simone Borchardt, nach einer höheren Besteuerung alkoholischer Getränke. „Höhere Preise halten vor allem junge Menschen davon ab, Alkohol zu konsumieren. Es bedarf jedoch weiteren Maßnahmen, um gesundheitsbewusstes Verhalten in der Bevölkerung nachhaltig zu fördern“, so Nettekoven.

Die Verhältnisprävention gesetzgeberisch deutlich stärker zu nutzen, etwa im Zusammenhang mit Tabak, Alkohol oder Zucker ist auch eine von fünf Handlungsempfehlungen des Nationalen Krebspräventionsgipfels 2025, den die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum initiiert haben. Die Handlungsempfehlungen richten sich primär an die Politik und zeigen auf, wie die Krebsprävention in Deutschland wirksam gestärkt werden kann.

Alkohol gelangt über das Blut in jede Körperzelle und hat schon in geringen Mengen ein gesundheitsschädliches Potenzial. Er erhöht erwiesenermaßen das Risiko für Mund-, Rachen, Kehlkopf-, Leber-, Darm-, und Brustkrebs. Experten schätzen, dass fast fünf Prozent aller Krebsneuerkrankungen auf den Konsum von Alkohol zurückzuführen sind.