Schonendere Therapie für Brustkrebs-Betroffene
Mit 50 Jahren erhält Katrin die Diagnose Brustkrebs. Schnell steht für sie fest: Ich kämpfe und werde das schaffen! Im Rahmen ihrer Therapie nimmt Katrin an einer Studie für Brustkrebspatientinnen teil, welche die Operation zur Tumorentfernung bei Brustkrebs schonender machen soll. Mit Erfolg: Heute geht es ihr wieder gut.

„Ich wusste von Anfang an, dass ich kämpfen werde.“
Im Sommer 2016 stellt Katrin Hesse eine Veränderung ihrer Brust fest. Doch der eigentliche Weckruf kommt erst, als sie eine Einladung zum Mammographie-Screening in ihrer Post findet. „Ich hatte es schon im Gefühl, dass mit meiner Brust etwas Schlimmes passiert ist. Aber ich habe es irgendwie verdrängt“, sagt die heute 59-Jährige. Leider bestätigen das Screening und die anschließende Gewebeentnahme ihr schlechtes Bauchgefühl. Sie hat Brustkrebs.
Katrins Mann André kennt seine Frau und weiß, wie stark sie ist. Dennoch hat er große Angst um sie. Schon ihr Vater und ihre Schwester Ines haben den Kampf gegen den Krebs verloren.
„Der Arzt sagte, dass meine Chancen auf Heilung sehr gut sind. Bei 90 % etwa. Aber natürlich habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn ich zu den andern 10 % gehöre.”
Katrin Hesse
Für ein gutes Leben nach dem Krebs
In der Brustsprechstunde der Universitätsmedizin Rostock wird Katrin die anstehende Therapie erklärt. Es handelt sich um einen hormonell bedingten Brustkrebs im Frühstadium mit einer Tumorgröße von rund drei Zentimetern. Der Tumor soll brusterhaltend entfernt werden. Anschließend folgt die Bestrahlung, dann fünf Jahre lang die Einnahme eines Hormonhemmers.
Außerdem hat ihr Arzt noch einen weiteren Vorschlag: Seit einigen Monaten sucht die Universitätsmedizin Rostock Teilnehmerinnen für eine Langzeitstudie, welche die Operation zur Tumorentfernung bei Brustkrebs schonender machen soll. Katrin stimmt der Teilnahme zu.
Wegweisende Erkenntnisse
Die INSEMA-Studie mit 5.500 teilnehmenden Frauen untersuchte, ob zukünftig auf einen zusätzlichen Eingriff während der Tumor-Operation verzichtet werden kann. Bei der Operation entnehmen die Ärzte standardmäßig auch den tumornahen Lymphknoten. Er kann Hinweise liefern, ob der Krebs sich im Körper ausgebreitet hat. Er wird allerdings auch dann entnommen, wenn Ultraschall und Tastbefund keine Anzeichen einer Tumorstreuung zeigen. Viele Betroffene klagen nach diesem Eingriff über anhaltende Schmerzen und Langzeitfolgen. Das Studienergebnis kann zu einem Umdenken in der Brustkrebstherapie führen: Demnach kann bei einigen Brustkrebs-Patientinnen auf eine Lymphknotenentfernung aus der Achselhöhle verzichtet werden, ohne dass dies die Überlebenschancen beeinträchtigt.
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„Die INSEMA-Studie zeigt, dass wir zukünftig bei einigen Brustkrebsformen mit einer schonenderen Therapie ebenso sicher behandeln können, wie es aktuell der Fall ist. Das bedeutet erheblich mehr Lebensqualität für die Betroffenen. Ich danke der Deutschen Krebshilfe dafür, dass sie diese Studie ermöglicht hat.”
Prof. Dr. Toralf Reimer, Universitätsmedizin Rostock
Gezielte Hilfe für Krebsüberlebende
Die Studie, die von der Deutschen Krebshilfe mit über 4,5 Millionen Euro finanziert wurde, liefert wertvolle Erkenntnisse für eine zukünftig schonendere Brustkrebsbehandlung, die die Lebensqualität Betroffener nachhaltig verbessert. Ohne die Deutsche Krebshilfe wäre diese Studie nicht möglich gewesen. Wir bitten Sie daher: Unterstützen Sie mit Ihrer Spende unsere wichtige Arbeit zur Krebsbekämpfung. Nur so können Projekte wie dieses auch zukünftig ermöglicht werden. Sie helfen damit Krebs-Betroffenen, die schonendste Behandlung zu erhalten – auf dem höchsten Niveau der aktuellen Krebsmedizin.

