Doppelschlag gegen Hautkrebs

Heute profitieren viele Patienten von einer Immuntherapie. Forscher aus München wollen diese Behandlungsform nun noch schlagkräftiger machen, indem sie zwei verschiedene Therapieansätze miteinander kombinieren.

Projekt-Titel

Die Bedeutung mikrobieller Trigger für die Immun-Checkpoint-Blockade von CTLA4 oder PD1 in der Behandlung des malignen Melanoms

Worum geht es?

Die gezielte Zuhilfenahme des eigenen Immunsystems zur Abwehr von Tumoren zählt zu den vielversprechendsten Konzepten der modernen Krebsmedizin. Hierbei wird das Immunsystem des Patienten so unterstützt, dass bestimmte Abwehrzellen den Krebs erkennen und beseitigen können. Doch diese Strategie ist nicht immer erfolgreich. Denn die Tumoren haben gelernt, sich zu wehren.

So senden sie etwa hemmende Signale aus, die einen natürlichen Schutzmechanismus des Körpers aktivieren, die „Immun-Checkpoints“. Normalerweise verhindern diese Kontrollpunkte, dass das Immunsystem zu stark aktiviert wird und dabei gesundes Gewebe zerstört. Tumoren missbrauchen diese Absicherung, um die gegen sie gerichtete Immunantwort zum Stillstand zu bringen. Hier greifen sogenannte monoklonale Antikörper ein: Sie blockieren die Tumorsignale und ermöglichen es dem Immunsystem, den Krebs wieder anzugreifen.

Beim Einsatz gegen den gefährlichen schwarzen Hautkrebs haben sich monoklonale Antikörper bei einigen Patienten als erfolgreich erwiesen. Doch viele Betroffene sprechen nicht auf die Behandlung an. Forscher der TU München vermuten, dass der Tumor alleine nicht ausreicht, um eine Immunantwort zu provozieren. In einer von der Deutschen Krebshilfe mit 201.000 Euro geförderten Studie wollen sie dem Abwehrsystem nun Starthilfe geben.

Ihr Plan: Dem Körper eine Virusinfektion vorzugaukeln. Glaubt das Immunsystem, angegriffen zu werden, wird es seine Abwehrzellen in höchste Alarmbereitschaft zu versetzen. In diesem Zustand höchster Aufmerksamkeit wird nun auch der Tumor als Gefahr erkannt und angegriffen.

Zuerst wird das Immunsystem also mit einem viralen Scheinangriff scharf gemacht. Monoklonale Antikörper brechen dann den letzten Tumor-Widerstand und machen den Weg frei für den Angriff der Abwehrzellen. Derzeit untersuchen die Münchener Wissenschaftler das Zusammenspiel der beiden Therapieformen im Labor. In Zukunft könnte sich diese Kombination als sehr effektiv gegen das Maligne Melanom, den schwarzen Hautkrebs, erweisen.

Förderzeitraum

2015 - 2018

Projektleiter

PD Dr. Hendrik Wolfgang Poeck

Standort

III. Medizinische Klinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München

Broschüren und Ratgeber zum Thema Hautkrebs

Broschüre: Hautkrebs

Bestellen PDF herunterladen

Patientenleitlinie Melanom

Bestellen PDF Herunterladen

DVD: Hautkrebs – Patienten-Informationsfilm

Bestellen Filmausschnitt ansehen

Unterstützen auch Sie den Kampf gegen Krebs!