Krebs-Früherkennung

Für die meisten Krebsarten gilt: Je früher der Tumor erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Dies gilt insbesondere für Krebserkrankungen der Haut, der Brust, des Darms, des Gebärmutterhalses und der Prostata. Krebs-Früherkennungsuntersuchungen gehören daher zu den Standardleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Die Deutsche Krebshilfe informiert umfassend über die Krebs-Früherkennungsuntersuchungen. Diese haben das Ziel, Tumoren möglichst in frühen Stadien ihrer Entwicklung aufzuspüren. Frühe Krebs-Stadien lassen sich zumeist schonender und erfolgreicher behandeln als späte Stadien, in denen möglicherweise sogar schon Tochtergeschwülste entstanden sind.
Das zahlt die Krankenkasse
Krebs-Früherkennungsuntersuchungen gehören zu den Standardleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Das gesetzliche Krebs-Früherkennungsprogramm bietet folgende Untersuchungen an:
Frauen
- ab dem Alter von 20 Jahren: Untersuchung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane.
- ab dem Alter von 30 Jahren: zusätzliche Tastuntersuchung der Brust.
- ab dem Alter von 50 Jahren bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres besteht alle zwei Jahre Anspruch auf die Teilnahme am qualitätsgesicherten Mammographie-Screening, einer Röntgenuntersuchung der Brüste. Zum Untersuchungstermin werden die anspruchsberechtigten Frauen schriftlich eingeladen.
Männer
- ab dem Alter von 45 Jahren: Tastuntersuchung der Prostata sowie Inspektion des äußeren Genitales.
Frauen und Männer
Hautkrebs-Früherkennung
Seit dem 1. Juli 2008 wird bundesweit ein Screening für Hautkrebs angeboten: Gesetzlich Versicherte ab dem Alter von 35 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine qualitätsgesicherte Untersuchung der gesamten Körperoberfläche. Weitere Informationen zu dieser Untersuchung finden Sie hier.
Umfassende Informationen zum Screening und zur Arztsuche erhalten Sie unter http://www.hautkrebs-screening.de/.
Darmkrebs-Früherkennung
- ab dem Alter von 50 Jahren bis zur Vollendung des 55. Lebensjahres einmal jährlich ein Test auf verborgenes Blut im Stuhl.
- ab dem Alter von 55 Jahren Angebot einer Darmspiegelung (Koloskopie) und Wiederholung dieser Vorsorgeuntersuchung zehn Jahre nach der ersten Untersuchung. Der Stuhlblut-Test wird damit in diesem Alter überflüssig.
- für diejenigen Versicherten, die die Darmspiegelung nicht in Anspruch nehmen wollen oder können: Angebot eines Stuhlblut-Testes alle zwei Jahre ab dem Alter von 55 Jahren.
- der Stuhlblut-Test kann auch unabhängig von einer anderen Krebs-Früherkennungsuntersuchung wahrgenommen werden.
Eine Praxisgebühr muss für die gesetzlichen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen nicht entrichtet werden. Informationen zur Prävention, Früherkennung und Behandlung häufiger Krebsarten
finden Sie hier.
Bei Patienten mit erblichem Brustkrebs oder erblichem Darmkrebs übernimmt die Krankenkasse bereits frühere und deutlich engmaschigere Früherkennungsuntersuchungen. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt..
Nutzen und Risiken der Krebs-Früherkennung
Die Deutsche Krebshilfe bietet Ihnen Informationen über Vor- und Nachteile der gesetzlichen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen sowie des Bluttestes zum Nachweis auf das Prostata-spezifische Antigen (PSA). Damit möchten wir Ihnen ermöglichen, eine individuelle Entscheidung für oder gegen die Teilnahme an einer Früherkennungsuntersuchung zu treffen. Zu allen Untersuchungsmethoden geben die Experten der Deutschen Krebshilfe eine Empfehlung ab. Die aktuellen Ratschläge der Deutschen Krebshilfe finden Sie hier.
Zudem hat die STIFTUNG WARENTEST alle Krebs-Früherkennungsuntersuchungen bewertet. Auch die so genannten „Individuellen Gesundheitsleistungen“ (IGeL), deren Kosten die gesetzlichen Krankenkassen nicht übernehmen, haben die Experten der STIFTUNG WARENTEST unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse finden Sie hier.
Sachstandserhebung „Krebs-Früherkennung“
Im Rahmen der 1. Nationalen Onkologischen Präventionskonferenz im Juni 2007 stellte die Deutsche Krebshilfe eine Zusammenfassung der bis dahin erhobenen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Krebs-Früherkennung vor. „Wir appellieren an alle Verantwortlichen im Gesundheitssystem, der Krebs-Früherkennung einen hohen Stellenwert einzuräumen“, so Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender des Fachausschusses 'Krebs-Früherkennung' der Deutschen Krebshilfe. Den ausführlichen Sachstandsbericht können Sie hier abrufen (PDF).

